Politische Analysen, literarische Essays, Glossen und Gespräche von und mit People of Color

re/visionen

Postkoloniale Perspektiven von People of Color auf Rassismus, Kulturpolitik und Widerstand in Deutschland
ISBN: 978-3-89771-458-8
Erscheinungsdatum 15. Mai 2021
456 Seiten, 3. Auflage

24,00 

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Im vorliegenden Band werden erstmals kritische Stimmen ausnahmslos von People of Color zusammengebracht – Schwarze Deutsche, Roma und Menschen mit außereuropäischen Flucht- und Migrationshintergründen. Ihre widerständige Wissensproduktion und ihr politischer Erfahrungsaustausch bringen alternative Diskussionen hervor. Sie setzen sich mit Rassismus, Islamophobie und ausgrenzenden Migrations- und Integrationsregimes auseinander und diskutieren Fragen von individuellem und kollektivem Widerstand, antirassistischer Kulturpolitik und postkolonialen Denkansätzen. Selbstbestimmte Räume und solidarische Visionen werden sichtbar, welche die rassistische Logik des Teilens und Herrschens herausfordern und auf grenzüberschreitende Identitäten und Bündnisse zielen.

 »Jeder der zahlreichen Essays ist für sich unverzichtbar, weil er am Konsens Weißer Lebensart einen Teil der medialen Verleugnungsstrategien bezüglich der Realität abträgt.«Birgit v. Criegern, trend Onlinezeitung

Die politischen Analysen, literarischen Essays, Glossen sowie Gespräche verweisen auf eine große Bandbreite von Ausdrucksformen. Zu Wort kommen Theoretiker/-innen, Aktivist/-innen und Kulturarbeiter/-innen. Ihre Standpunkte sind vielschichtig und unterschiedlich, doch verbindet sie ein gemeinsamer gesellschaftlicher Ausgangspunkt: Alle vermessen, von diversen rassifizierten Subjektpositionen aus, den dominanten Mainstream in neuer Weise. Durch den People of Color-Ansatz wird ein Paradigmenwechsel möglich, der die weiße Norm hinterfragt und nachhaltig untergräbt. Ein Ziel dieses Buches ist es, andere Sensibilitäten und Artikulationen zugänglich zu machen und mit befreienden Impulsen in aktuelle politische Debatten einzugreifen, die bisher von weißen Perspektiven geprägt sind.

Kien Nghi Ha, Kultur- und Politikwissenschaftler, ist Postdoc an der Universität Tübingen mit dem Forschungsschwerpunkt Postcolonial Asian German Studies. Er wurde mehrfach mit Stipendien sowie Förderungen für seine kuratorische Arbeit und Forschungen zu postkolonialer Kritik, Rassismus und der asiatischen Diaspora ausgezeichnet und gewann den renommierten Augsburger Wissenschaftspreis für Interkulturelle Studien. Er ist Autor und (Mit-)Herausgeber von 15 Büchern, darunter die wegweisende Anthologien Asiatische Deutsche Extended (2012/2021) und Asiatische Präsenzen in der Kolonialmetrople Berlin (2024). 2025 ehrte ihn das Goethe Institut als einen von 20 herausragenden Vietnamesischen Deutschen, die sich für die kulturelle Selbstvertretung in der deutschen Öffentlichkeit einsetzen. Derzeit editiert er Anti-Asian Racism in Transatlantic Perspectives (transcript) und arbeitet als Mitherausgeber des Handbuchs Rassismus. Ein transdisziplinäres Kompendium (Springer VS, Major Reference Works, 2026) für die neue Buchreihe RACISM/SOCIETY. Transdisziplinäre Perspektiven.Mitherausgeberschaft und Beiträge in Sammelbänden bei UNRAST: Maisha Eggers et al. (Hg.): Mythen, Masken und Subjekte. Kritische Weißseinsforschung in Deutschland (Unrast, 2005) Kien Nghi Ha, Nicola Lauré al-Samarai, Sheila Mysorekar (Hg.): re/visionen. Postkoloniale Perspektiven von People of Color auf Rassismus, Kulturpolitik und Widerstand in Deutschland (Unrast, 2007) AG gegen Rassismus in den Lebenswissenschaften (Hg.): Gemachte Differenz. Kontinuitäten biologischer »Rasse«-Konzepte (Unrast 2009) Susan Arndt/Nadja Ofuatey-Alazard (Hg.): Wie Rassismus aus Wörtern spricht. (K)Erben des Kolonialismus im Wissensarchiv deutsche Sprache. Ein kritisches Nachschlagewerk (Unrast, 2011) Azar Mortazavi, Tunay Önder, Christine Umpfenbach (Hg.): URTEILE. Ein dokumentarisches Theaterstück über die NSU-Morde. Mit Beiträgen im Kontext zivilgesellschaftlicher Aufarbeitung (Unrast, 2016) Zwischenraum Kollektiv (Hg.): Decolonize the City! Zur Kolonialität der Stadt (Unrast, 2017) Encarnación Gutiérrez Rodríguez, Hito Steyerl: Spricht die Subalterne deutsch? Migration und postkoloniale Kritik (Unrast, 2018) Frank Eckardt/Hamidou Maurice Bouguerra (Hg.): Stadt und Rassismus. Analysen und Perspektiven für eine antirassistische Urbanität (Unrast, 2021)Kontakt: nghiha@web.de

Nicola Lauré al-Samarai, freie Autorin und Lektorin, ist Geschichts- und Kul-turwissenschaftlerin und arbeitet zu Fragen marginalisierter Erinnerungs- und Kulturpolitiken, Auto/Biografien und Postkolonialität; Publikation einer quel-lenkritischen Studie zu Frauenbiografien in der mittelalterlichen arabischen Historiographie (2001) sowie von Beiträgen über Schwarze deutsche Selbst-Re-präsentationen; Mitarbeit in den AusstellungsprojektenI-Whitness: Historical Sounding Gallerymit Keith Piper und Tina M. Campt (2004) und homestory deutschland. Schwarze Biografien in Geschichte und Gegenwart (2005/06); Mitherausgeberin (mit Kien Nghi Ha und Sheila Mysorekar) der Anthologie re/visionen. Postkoloniale Perspektiven von People of Color auf Rassismus, Kultur-politik und Widerstand in Deutschland(2007).

(Hg.)

Sheila Mysorekar wuchs in Indien und Deutschland auf. Studium in Köln und London. Sie ist Journalistin und hat unter anderem in Jamaika, den USA, und viele Jahre für die ARD in Lateinamerika gearbeitet. Sie ist Mitglied der ISD (Initiative Schwarze Menschen in Deutschland) und lebt in Köln.

www.sheila-mysorekar.de

Eine Auswahl von Veröffentlichungen:
Mit Fatih Cevikkollu (2008): Der Moslem-TÜV, Reinbek: Rowohlt.
»Halt's Maul, sagt Sheherazade! Asiaten und Rassismus in Deutschland« In: Antidiskriminierungsbüro (ADB) Köln & cyberNomads (Hg.) (2004): TheBlackBook. Deutschlands Häutungen. Frankfurt am Main: IKO.
»Pass the Word and Break the Silence« In: Boyce Davies, Carole & Molara Ogundipe-Leslie (Hg.) (1995): Moving beyond Boundaries Vol. 1: International Dimensions of Black Women's Writing, London: Pluto Press.

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