{"id":28184,"date":"2001-03-26T00:00:00","date_gmt":"2022-10-30T22:50:36","guid":{"rendered":"http:\/\/neuershop.unrast-verlag.de\/?product=white-noise"},"modified":"2022-11-30T14:52:15","modified_gmt":"2022-11-30T13:52:15","slug":"white-noise","status":"publish","type":"product","link":"https:\/\/unrast-verlag.de\/produkt\/white-noise\/","title":{"rendered":"White Noise"},"content":{"rendered":"<p>3. umfangreich aktualisierte Auflage <\/p>\n<p>White Noise beschreibt die Bands und Musiknetzwerke der militanten Neonazis in verschiedenen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern und den USA. Durch diesen \u00dcberblick wird aufgezeigt, wie weit sich die \u00bbInternationale des Skinhead-Rock\u00ab bereits vernetzt hat und welche kommerziellen und ideologischen Interessen dahinter stehen. <br \/>Die Rechercheergebnisse in White Noise bieten eine gr\u00fcndliche Basis, um notwendige Einblicke in diese Strukturen und die daran beteiligten Bands und Neonazi-Netzwerke zu erhalten und Gegenstrategien entwickeln zu k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>\u201e\u2026ein sehr gut recherchiertes Buch, das trotz der F\u00fclle an Fakten unterhaltsam zu lesen ist und in keinem antifaschistischen B\u00fccherschrank fehlen sollte. Als Standardwerk f\u00fcr Lehrer und allen in der Jugendarbeit T\u00e4tigen nur zu empfehlen!\u201c <br \/>Antifaschistische Zeitung <\/p>\n<p>&#8220;Die HerausgeberInnen &#8211; das Antifaschistische Infoblatt, die schleswig-holsteinische Antifa-Zeitung Enough is Enough und die &#8220;reihe antifaschistischer texte&#8221; im Unrast Verlag &#8211; bieten fundierte Recherchen auch \u00fcber den deutschen Tellerrand hinaus.&#8221; <br \/>Jungle World <\/p>\n<p><strong> Vorwort f\u00fcr die deutsche Ausgabe <\/strong> <\/p>\n<p>Seit 1991 produzierten \u00fcber einhundert deutsche Bands knapp f\u00fcnfhundert verschiedene CDs mit \u00fcberwiegend neonazistischen, rassistischen Texten in einer St\u00fcckzahl von wenigen hundert bis zu 15.000 Exemplaren. Insgesamt muss von einer Gesamtmenge von etwa 1,5 Millionen produzierten CDs ausgegangen werden. Rechtsrock hat sich mittlerweile zu einem Millionengesch\u00e4ft entwickelt. Die CDs sowie ein breites Angebot mit rassistischen und neonazistischen Accessoirs wie T-Shirts oder Aufn\u00e4hern werden \u00fcber ein Netz von mehr als 50 Vertrieben und Labels sowie Szene-L\u00e4den vertrieben. Innerhalb dieses Produktions- und Vertriebsnetzes nehmen organisierte Neonazis eine herausragende Stellung ein. Sie haben fr\u00fch erkannt, dass insbesondere \u00fcber Musik massiv Einfluss auf gro\u00dfe Teile der Jugendlichen gewonnen werden kann. Auch wenn viele der Jugendlichen, die regelm\u00e4\u00dfig rechte Musik konsumieren, den individuellen Schritt zum organisierten Neonazi nicht vollziehen: Bei genauer Analyse der Entwicklung wird \u2013 wie in diesem Buch beschrieben \u2013 deutlich, dass es f\u00fcr die neonazistische Jugendkultur auf absehbare Zeit keine Nachwuchssorgen und f\u00fcr das damit verbundene Gesch\u00e4ft keine Absatzprobleme geben wird. <br \/>Schon heute ist in bestimmten Regionen, insbesondere in den neuen Bundesl\u00e4ndern, aber auch in l\u00e4ndlichen Gegenden und Vorstadtbezirken im Westen, eine rassistische und neonazistische Jugendkultur vorherrschend. Neonazis versuchen unter massivem Einsatz des Mediums Musik, ihr Konzept der \u00bbnational befreiten Zonen\u00ab durchzusetzen. Dahinter verbirgt sich der Versuch, das Alltagsleben der lokalen Jugendlichen und sp\u00e4ter der gesamten Bev\u00f6lkerung durch eigene Initiativen und Freizeitangebote, aber auch durch Drohung und Gewalt gegen ihre Gegner \u2013 teilweise auch gegen alle, die nicht ihrer rechten Meinung zustimmen \u2013 zu dominieren. Das organisierte Auftreten und die Hegemoniebestrebungen der Neonazis sowie ihre Dynamik und Reproduktionsf\u00e4higkeit lassen SoziologInnen mittlerweile dar\u00fcber streiten, ob nun ein neuer Qualit\u00e4tssprung erreicht ist oder nicht: Ein Wandel von einer rechten Szene hin zu einer Bewegung oder gar zu einer \u00bbneuen sozialen Bewegung von Rechts\u00ab. <br \/>Bislang wurde diese neu entstandene Jugendkultur oftmals als Subkultur, laut Duden eine \u00bb(\u2026) von einer bestimmten Gruppe getragene Kultur mit eigenen Normen und Werten\u00ab, begriffen. Die sich in dieser Szene bewegenden Jugendlichen wurden so am gesellschaftlichen Rand verortet. Sie werden als gesellschaftliche Randgruppe konstruiert, als Opfer der Gesellschaft gesehen und sollen mittels staatlicher und sozialp\u00e4dagogischer Ma\u00dfnahmen in die Gesellschaft reintegriert werden. Dieser Ansatz muss bestenfalls als paradox und verharmlosend angesehen werden. Er ignoriert, dass sich in dieser Jugendkultur keine Ablehnung des herrschenden Wertesystems findet \u2013 ganz im Gegenteil: Es herrscht eine ausgepr\u00e4gte Identifizierung mit den Werten Leistung, Status, Karriere und Geld vor. Eine strikte Ablehnungshaltung, die sich oft in Gewaltt\u00e4tigkeiten ausdr\u00fcckt, erfahren unter anderem Menschen, die subjektiv als leistungsunwillig oder leistungsunf\u00e4hig wahrgenommen werden. Eine Auflehnung gegen bestehende gesellschaftliche Normen findet allenfalls auf der Ebene der Mittel statt, die zur Verteidigung der gemeinsamen Werte eingesetzt werden. <br \/>Eine massive Einflussnahme auf diese Jugendkultur wird vor allem m\u00f6glich, weil organisierte Neonazis \u00fcber ein internationales und weitverzweigtes Netzwerk verf\u00fcgen, mit dessen Hilfe Produktion und Versand des Rechtsrocks \u2013 oft auch unter Umgehung nationaler Gesetze \u2013 sowie die Durchf\u00fchrung von Konzerten erm\u00f6glicht werden. <br \/>Die vorliegende Ver\u00f6ffentlichung ist eine \u00dcbersetzung des 1998 von der in England erscheinenden, internationalen antifaschistischen Zeitung Searchlight herausgegebenen Buches White Noise. Die englische Originalausgabe war konzipiert als eine Art Zwischenbericht, als Darstellung der Entwicklung der internationalen Neonazi-Musik-Szene. Der Schwerpunkt lag \u2013 logischerweise \u2013 auf dem englischsprachigen Raum. Wir haben das Konzept des Buches beibehalten. Es war aber notwendig, f\u00fcr eine deutsche Ausgabe den Deutschland betreffenden Beitrag komplett neu zu schreiben und die aktuellen Entwicklungen des Jahres 1999 mit einzubeziehen. Alle anderen Texte haben wir lediglich \u00fcbersetzt. Auf die dramatischen Ereignisse des letzten Jahres in Schweden wird in einem zus\u00e4tzlichen Text gesondert eingegangen. Der Text der Originalausgabe, der sich mit neonazistischer Propaganda im Internet besch\u00e4ftigt, wurde durch einen uns dankenswerterweise vom Duisburger Institut f\u00fcr Sprach- und Sozialforschung (DISS) zur Verf\u00fcgung gestellten Artikel ersetzt; der Originaltext war durch die rasante Entwicklungen im Internet deutlich \u00fcberholt. <br \/>Auch das Vorwort der englischen Originalausgabe ist beibehalten worden. Selbst wenn wir der darin enthaltenen Aufforderung an das Europaparlament, st\u00e4rker und entschlossener gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit vorzugehen, kritisch gegen\u00fcberstehen, wollen wir den LeserInnen der deutschen Ausgabe das Vorwort des Europaabgeordneten Glyn Ford nicht vorenthalten. Es zeigt, dass es sehr wohl auch auf parlamentarischer Ebene Kr\u00e4fte gibt, die unseren Kampf unterst\u00fctzen. Insbesondere das gegen\u00fcber Searchlight bekundete solidarische Verh\u00e4ltnis soll diejenigen ermutigen und anspornen, die sich immer wieder durch den tats\u00e4chlichen oder vermeintlichen Druck der Mehrheit daran gehindert sehen, \u00f6ffentlich und eindeutig Position zu beziehen \u2013 gegen rassistische und neonazistische Ideologie, gegen Verharmlosung und Totalitarismusans\u00e4tze, unabh\u00e4ngig davon, ob sie von etablierten Parteien oder Neonazi-Organisationen vertreten werden. <br \/>Nick Lowles und Steve Silver beschreiben im ersten Beitrag die Wurzeln der britischen Skinhead-Kultur. Oft wird versucht, diese Wurzeln auch f\u00fcr die Entstehung einer deutschen Skinhead-Szene zu bem\u00fchen. Doch muss festgestellt werden, dass es hier niemals eine vergleichbare Jugendszene gab. Die britischen Industriegebiete, in denen die Skinheadkultur geboren wurde, und die gesellschaftliche Situation in Gro\u00dfbritannien sind kaum mit der (west-) deutschen Realit\u00e4t, in der sich Anfang der 80er die ersten Skinheads auf deutschen Stra\u00dfen zeigten, vergleichbar. <br \/>Der Beitrag zur Entwicklung der Organisation Blood &amp; Honour zwischen 1987 und 1992 ist ein Beispiel f\u00fcr antifaschistische Recherchearbeit und unser Ausgangspunkt, neonazistische Musik in einen politischen Zusammenhang einzuordnen: Wie politisch ist Musik? Wie kann Musik zum Tr\u00e4ger einer bestimmten politischen Ideologie werden? Warum halten wir einige hundert<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>3. umfangreich aktualisierte Auflage White Noise beschreibt die Bands und Musiknetzwerke der militanten Neonazis in verschiedenen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern und den USA. 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