{"id":27470,"date":"2003-12-30T00:00:00","date_gmt":"2003-12-29T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/neuershop.unrast-verlag.de\/?post_type=product&#038;p=27470"},"modified":"2024-10-31T14:51:41","modified_gmt":"2024-10-31T13:51:41","slug":"die-wut-des-panthers","status":"publish","type":"product","link":"https:\/\/unrast-verlag.de\/produkt\/die-wut-des-panthers\/","title":{"rendered":"Die Wut des Panthers"},"content":{"rendered":"<p><strong>VERGRIFFEN, KEINE NEUAUFLAGE GEPLANT<\/strong><\/p>\n<p>\u00bbDas Buch schlie\u00dft nicht nur Wissensl\u00fccken, sondern d\u00fcrfte auch n\u00fctzlich dabei sein Erfahrungen der Linken, hier der Schwarzen-Bewegung in den USA, aufzunehmen und f\u00fcr die Linke in der BRD nutzbar zu machen.\u00ab \u2013 <em>FRASI\/ Terz<\/em><\/p>\n<p><em>Die Wut des Panthers<\/em> beschreibt die Geschichte der Black Panther Party. Es ist die Geschichte von Rassismus, Repression und Widerstand im Herzen des Kapitalismus \u2013 den USA. Jenseits der \u201eMalcom-X-Vermarktung\u201c wird hier die Geschichte des schwarzen Widerstands in seinen verschiedenen Facetten beschrieben, erkl\u00e4rt und kritisch diskutiert.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline\"><strong>Inhalt <\/strong><\/span><\/p>\n<p>Vorwort zur 3. Auflage<br \/>\nEinige Vorbemerkungen<\/p>\n<p>Kapitel I<br \/>\nMosaiksteine<br \/>\nDie hei\u00dfen Sommer<br \/>\nDie Sozialstruktur<br \/>\nDer Rassismus<br \/>\nDie B\u00fcrgerrechtsbewegung<br \/>\nBlack Power<\/p>\n<p>Kapitel II<br \/>\nDie Black Panther Party<br \/>\nAnf\u00e4nge<br \/>\nTheorie und Praxis<br \/>\nTurbulente Jahre<br \/>\nDie Spaltung<br \/>\nKapitel III<br \/>\nFragmente<br \/>\nBewegungen<br \/>\nPersonen<br \/>\nAugenblicke hinter Gittern<br \/>\nRiots<\/p>\n<p>Kapitel IV<br \/>\nBeschlu\u00df<br \/>\nUrteile<br \/>\nGrenzen der Black Panther Party?<br \/>\nD\u00e9j\u00e0-vu<\/p>\n<p>Anmerkungen<br \/>\nLiteratur<br \/>\nNachwort zur 4. Auflage<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline\"><strong> Leseprobe <\/strong> <\/span><\/p>\n<p><strong> Riots <\/strong><\/p>\n<p>Als im Juli 1977 wegen mehrerer Blitzeinschl\u00e4ge das gesamte Stromnetz von New York City zusammenbrach und die Stadt im Dunkeln lag, wurde die Gunst der Stunde genutzt. Vorwiegend junge Schwarze und PuertoricanerInnen zogen johlend und pl\u00fcndernd durch die Stra\u00dfen, schleppten mit, was sie erbeuten konnten, und hinterlie\u00dfen Tr\u00fcmmer und Br\u00e4nde. Heckensch\u00fctzen zielten auf Polizei und Feuerwehr. 25 Stunden dauerte die \u203aNacht der Tiere\u2039, so ein Polizeioffizier in Harlem.<br \/>\nAls am 17. Mai 1980 ein wei\u00dfer Polizist vom Gericht f\u00fcr \u00bbNicht schuldig in allen Punkten der Anklage\u00ab f\u00fcr den offensichtlichen Mord an einem Schwarzen befunden wurde, explodierte Liberty City, das Schwarzenghetto im Nordwesten Miamis. 19 Tote und 400 Verletzte, 50 bis 100 Millionen Dollar Sachschaden und 67 besch\u00e4digte Geb\u00e4ude waren das Resultat der Erhebung. Als die Stadt mehrere prominente Schwarze, unter ihnen Jesse Jackson, darum bat, die schwarze Community \u203aabzuk\u00fchlen\u2039, wurden sie von lokalen schwarzen AktivistInnen als unwillkommene Kollaborateure zur\u00fcckgewiesen. Anla\u00df des Zorns waren die offensichtlich rassistischen Urteile der Gerichte. Auf der einen Seite hohe Strafen f\u00fcr Schwarze, auch wegen kleinerer Delikte und bei mangelhafter Beweislage \u2013 auf der anderen Seite Freispr\u00fcche f\u00fcr wei\u00dfe Polizisten, die sich unrechtm\u00e4\u00dfig an Schwarzen vergriffen hatten. Es wurden neue Riots prophezeit, schlimmere als je zuvor, aber sie traten nicht ein.<br \/>\nZu dreit\u00e4gigen Stra\u00dfenschlachten, Pl\u00fcnderungen und Brandschatzungen kam es Ende Dezember 1982 wiederum in Miami, im Schwarzenghetto Overtown, nachdem im Rahmen einer Routine\u00fcberpr\u00fcfung ein Polizist einen 20-j\u00e4hrigen Schwarzen erschossen hatte. Neu hieran war nur, da\u00df der Polizist kein Wei\u00dfer war, sondern ein Exilkubaner.<br \/>\nHaupts\u00e4chlich von Latinos ging die Initiative aus, die vom 6. bis 8. Mai 1991 zu Stra\u00dfenschlachten und Pl\u00fcnderungen in Washington, D.C., f\u00fchrte. Die Stadt erlie\u00df zwischenzeitlich ein Ausgangsverbot. Kurz darauf k\u00fcndigte sie an, der Vorfall, der zum Ausbruch der Gewalt gef\u00fchrt habe, werde untersucht.<br \/>\nAugust 1991, drei Tage und N\u00e4chte lang, vom 19. bis zum 21., entluden sich \u203aRassenunruhen\u2039 im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Nachdem ein Jude zwei schwarze Kinder bei einem Autounfall verletzte, eins t\u00f6dlich, standen sich diese beiden Bev\u00f6lkerungsgruppen gegen\u00fcber und hinterlie\u00dfen einen weiteren Toten, \u00fcber 110 Verletzte, haupts\u00e4chlich Polizisten, mehr als 90 Verhaftete und einen konsternierten New Yorker B\u00fcrgermeister. David Dinkins, der erste Schwarze in diesem Amt, wurde von \u203aseinesgleichen\u2039 mit Steinen beworfen, als er die Familie des toten Kindes besuchen wollte. In den 60er Jahren schienen Juden und Schwarze als unterdr\u00fcckte Minderheiten Bundesgenossen zu sein. Seitdem konnten die Juden auf der gesellschaftlichen Leiter nach oben klettern. In der Folge wurde ihnen von den Schwarzen vorgeworfen, da\u00df sie zuviel Macht h\u00e4tten, von der Polizei und den Beh\u00f6rden bevorzugt behandelt und Schwarze aus dem Wohnviertel verdr\u00e4ngen w\u00fcrden. Umgekehrt klagten die Juden die Schwarzen an, die Nachbarschaft unsicher zu machen. Auch durch die Nahostproblematik wuchsen die Spannungen im Ghetto: w\u00e4hrend die Juden in den USA hinter Israel stehen, ist sp\u00e4testens seit dem Sechs-Tage-Krieg 1967 klar, da\u00df die Schwarzen f\u00fcr die Pal\u00e4stinenserInnen Partei ergreifen. Eine Verst\u00e4ndigung scheint nicht in Sicht.<br \/>\nSouth Central, Handlungsort eines der neuen Filme im Boom des Black Cinema, Boyz N the Hood: \u00bbF\u00fcr die Jungs im Viertel, einem Schwarzenstadtteil von Los Angeles, dreht sich das Leben nicht um Spa\u00df und Konsum, sondern es geht ums \u00dcberleben. Es geht darum, sich herauszuhalten aus einem Teufelskreis von Hoffnungslosigkeit und Ha\u00df, von Drogenproblemen und Bandenrivalit\u00e4ten, von Angst und Rache.\u00ab \u2013 South Central brannte in der Nacht zum 30. April 1992. \u00bbAm Boden herrschte B\u00fcrgerkrieg.\u00ab schrieb Der Spiegel. \u00bbPl\u00fcndernd, pr\u00fcgelnd und brandstiftend zogen Horden meist jugendlicher Randalierer aus den Slums am Rande des glitzernden Gesch\u00e4ftszentrums von Downtown L.A. zun\u00e4chst durch ihre eigenen Wohngebiete.\u00ab Drei neue Br\u00e4nde pro Minute meldete die Feuerwehr, die, wie auch Krankenwagen, an ihrer Arbeit immer wieder von Heckensch\u00fctzen gehindert wurde.<br \/>\nIn der n\u00e4chsten Nacht breitete sich der Aufstand weiter aus. In L.A. waren immer mehr Stadtteile betroffen. Und aus 15 anderen Gro\u00dfst\u00e4dten kamen ebenfalls Meldungen \u00fcber Demonstrationen, Zusammenst\u00f6\u00dfen mit der Polizei, zertr\u00fcmmerte Scheiben und brennende Autos. Nach zwei N\u00e4chten sowie dem Einsatz von 8.000 kalifornischen PolizistInnen, 9.900 Nationalgardisten (darunter Jugendliche, die zuvor als Pl\u00fcnderer festgenommen worden waren, aber auf Kaution entlassen waren) und 1.000 Bundespolizisten zur Unterst\u00fctzung der \u00f6rtlichen Polizei neben 4.000 kriegserfahrenen M\u00e4nnern und Frauen alarmbereiter Infantrie k\u00fchlte Los Angeles langsam ab. An dem Aufstand hatten sich nach Sch\u00e4tzungen 40-50.000 Menschen aktiv und etwa 200.000 passiv beteiligt. Zur\u00fcck blieben \u2013 haupts\u00e4chlich durch gezielte sowie verirrte Kugeln von Street Gangs, Pl\u00fcnderern und Ladenbesitzern \u2013 55-60 Tote, zumeist M\u00e4nner und ein gro\u00dfer Teil von ihnen schwarz, 2.383 Verletzte, ca. 13.000 Verhaftete, 5.000 bis 10.000 zerst\u00f6rte Geb\u00e4ude, ein Schaden zwischen einer halben und einer Milliarde Dollar. In zwei N\u00e4chten des Aufruhrs starben ein Drittel so viele US-Amerikaner wie in den Wochen des zweiten Golfkrieges.<br \/>\n\u00c4hnlich den Aufst\u00e4nden der 60er Jahre lieferten Polizei und Justiz den direkten Anla\u00df. Am 3. M\u00e4rz des Vorjahres hatten Polizisten aus Los Angeles den 26j\u00e4hrigen schwarzen Autofahrer Rodney Glen King nach einer Verfolgungjagd wegen \u00fcberh\u00f6hter Geschwindigkeit gestellt. Vier, umringt von 19 weiteren, kn\u00fcppelten mit Schlagst\u00f6cken auf den von einem Taser gel\u00e4hmten und am Boden Liegenden ein. 56 Hiebe waren zu z\u00e4hlen in den 81 Sekunden, die ein Videoamateur durch Zufall aufnahm. Sch\u00e4delbr\u00fcche, eine verletzte Augenh\u00f6hle, ein gebrochener Backenknochen, ein gebrochenes Bein, beide Knie verletzt und Nervensch\u00e4den, die zu Gesichtsl\u00e4mungen f\u00fchrten, waren das Resultat. Die vier Polizisten wurden angeklagt, ihr Proze\u00df aber, damit er vorurteilsfrei ablaufen k\u00f6nne, nach Simi Valley verlegt, einer Kleinstadt, 60 Kilometer entfernt und Wohnort vieler zur Ruhe gesetzter Polizisten und Feuerwehrleute. Eine Jury, sechs M\u00e4nner, alle wei\u00df, und sechs Frauen, vier wei\u00df, eine asiatischer und eine hispanischer Herkunft, sprach die Polizisten am 29. April 1992 frei. Der am Boden herumkrauchende Rodney Glen King sei \u00bbHerr der Situation gewesen\u00ab, der \u00bbjederzeit die gegen ihn gerichtete Gewalt h\u00e4tte beenden k\u00f6nnen.\u00ab<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>VERGRIFFEN, KEINE NEUAUFLAGE GEPLANT \u00bbDas Buch schlie\u00dft nicht nur Wissensl\u00fccken, sondern d\u00fcrfte auch n\u00fctzlich dabei sein Erfahrungen der Linken, hier der Schwarzen-Bewegung in den USA, aufzunehmen und f\u00fcr die Linke in der BRD nutzbar zu machen.\u00ab \u2013 FRASI\/ Terz Die Wut des Panthers beschreibt die Geschichte der Black Panther Party. 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