{"id":29608,"date":"2022-11-28T14:05:41","date_gmt":"2022-11-28T13:05:41","guid":{"rendered":"http:\/\/neuershop.unrast-verlag.de\/2022\/11\/rezensionen-zu-losarbeiten-arbeitslos\/"},"modified":"2022-11-28T14:05:41","modified_gmt":"2022-11-28T13:05:41","slug":"rezensionen-zu-losarbeiten-arbeitslos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unrast-verlag.de\/2022\/11\/rezensionen-zu-losarbeiten-arbeitslos\/","title":{"rendered":"Rezensionen zu  \u203aLosarbeiten \u2013 Arbeitslos?\u2039"},"content":{"rendered":"<p>&#8216;Ganz im Sinne eines postmodernen Theorienpluralismus (&#8230;) versucht das Buch dabei ein m\u00f6glichst breites Spektrum an Ans\u00e4tzen zu dem Thema zu vereinen. (&#8230;) Besonders spannend ist dabei, dass in den Kapitel-Editorials die einzelnen Ideen sowie die politische Herkunft der AutorInnen umrissen werden. Die Lesenden k\u00f6nnen sich dadurch einen besseren Einblick in die impliziten Annahmen und die unausgesprochenen Voraussetzungen der jeweiligen Ausf\u00fchrungen verschaffen. Dem Anspruch der in Beziehung gesetzten Vielf\u00e4ltigkeit wird &#8216;Losarbeiten\u2013Arbeitslos?&#8217; dabei durchaus gerecht, der politisch korrekte Relativismus mutet jedoch teilweise schon fast \u00fcbertrieben. Mutig ist auch der Versuch, sich \u00fcber die Kritik hinauszuwagen und Alternativen zu skizzieren, wie z.B. im Beitrag von Alfred Fresin. Dies tr\u00e4gt dazu bei, Sachzw\u00e4nge und die angebliche Alternativenlosigkeit der heutigen Entwicklung als Dogmen zu demaskieren \u2013 ein Grundanliegen dieses Buches.&#8217;<\/p>\n<p>Progress 1, 2006 <\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<hr \/>\n<p>&#8216;Es ist ein ganz ausgezeichnetes Buch! Und mit diesem Urteil bin ich nicht alleine (&#8230;) &#8216;Losarbeiten\u2013Arbeitslos?&#8217; ist f\u00fcr mich ein wichtiges Buch zu einer der Grundfragen unseres Lebens.&#8217;<\/p>\n<p>SOL 123, Walther Sch\u00fctz, 2006 <\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<hr \/>\n<p>&#8216;Eine ausf\u00fchrliche Ein- und Ausleitung sowie Zwischeneditorials zu jedem der vier Kapitel von Seiten des Mitherausgebers Andreas Exner vervollst\u00e4ndigen den Band. Exner leistet dabei das, was in den Texten leider ausgespart bleibt, n\u00e4mlich eine explizite Inbeziehungsetzung der unterschiedlichen Ans\u00e4tze, Problemanalysen und L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge. Von zentraler Bedeutung ist dies nicht zuletzt insofern, als die politischen und theoretischen Traditionen, in denen sich die einzelnen AutorInnen verorten, nicht blo\u00df heterogen sind, sondern vielfach sogar in Widerspruch zueinander stehen (&#8230;). An Beispielen wie diesem zeigt sich, dass es Attac an einem erkennbaren politischen Profil nach wie vor mangelt, insofern die f\u00fcr einen politischen Akteur dieser Art durchaus relevante Kl\u00e4rung einiger grunds\u00e4tzlicher Positionierungen &#8211; etwa das Verh\u00e4ltnis zum Staat oder das eigene Emanzipationsverst\u00e4ndnis betreffend &#8211; nach wie vor aussteht. Jenseits dieser sich auch durch das Buch ziehenden Leerstelle aber bietet der Band einen durchaus empfehlenswerten Einstieg in die Debatten um das Thema Arbeit. Erfreulich ist dabei nicht zuletzt das breite, nicht blo\u00df den Bereich der Lohn-, sondern auch jenen der Reproduktionsarbeit mit einbeziehende Verst\u00e4ndnis von Arbeit, wie es gerade in den zahlreichen feministischen Beitr\u00e4gen des Bandes vertreten wird. Und dass die MitherausgeberInnen von Attac kein Problem mit Texten hatten, in denen auch sie selbst beziehungsweise Einzelne aus ihren Reihen &#8211; mal expliziter, mal eher unter der Hand &#8211; ihr Fett abbekommen, muss ihnen in jedem Fall positiv angerechnet werden.&#8217;<\/p>\n<p>Malm\u00f6 29, Markus Griesser, 2005.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<hr \/>\n<p>&#8216;Eine bemerkenswerte aktuelle Neuerscheinung zu einem brennenden sozialen Gegenwartsthema (&#8230;) Die Autoren sind sich bei ihrer Skizzierung von L\u00f6sungsperspektiven und -ans\u00e4tzen bewusst, dass gesellschaftliche Alternativen nicht am Rei\u00dfbrett entstehen, sondern durch \u00f6ffentliche Debatten und politische Praxis. Deshalb tr\u00e4gt die Bandbreite der Beitr\u00e4ge im Buch dem heterogenen Meinungs- und Richtungsspektrum in den globalisierungskritischen Str\u00f6mungen Rechnung. (&#8230;) Das interessanteste Kapitel ist zweifellos das dritte mit der Skizzierung von L\u00f6sungsvorschl\u00e4gen. Wie wird menschliche T\u00e4tigkeit in einer k\u00fcnftigen Gesellschaft organisiert, und welche Eigenschaften muss eine solche Gesellschaft der Zukunft haben?&#8217;<\/p>\n<p>Das Goetheanum 11, Wilhelm Neurohr, 2006 <\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<hr \/>\n<p>&#8216;Es bietet einen breiten \u00dcberblick \u00fcber verschiedene Zug\u00e4nge und Ansichten zur `Krise der Arbeitsgesellschaft`, die so unterschiedlich sind wie die AutorInnen selbst. Besonders spannend ist es, die Artikel vor dem Hintergrund der jeweiligen theoretischen Brille der Person zu lesen, die ihn geschrieben hat. M\u00f6glich wird dies durch eine kurze Beschreibung der Ideen und Einstellung der AutorInnen in den vier `Kapitel-Editorials`. Diese bieten auch eine inhaltliche Klammer und machen aus dem Buch weit mehr als eine simple Ansammlung einzelner Artikel.&#8217;<\/p>\n<p>Graswurzel 4, 2005. <\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<hr \/>\n<p>&#8216;Ein Vorteil von Sammelb\u00e4nden kann darin bestehen, da\u00df innerhalb einer Debatte entscheidende Fragen und markante Trennlinien deutlich werden. So zeigt sich beim Lesen dieses Buches etwa, da\u00df der Begriff &#8216;Arbeit&#8217; ganz unterschiedlich verstanden wird. Entsprechend unterscheiden sich die Analysen. (&#8230;) Hinsichtlich der Perspektiven ist somit eine gewisse Ratlosigkeit zu sp\u00fcren. Wer h\u00e4tte anderes erwartet? Eine tiefgr\u00fcndige theoretische Analyse zur Krise der Arbeitsgesellschaft ist in diesem Band nicht zu finden. Das will und kann dieses Buch, das sehr unterschiedliche Perspektiven pr\u00e4sentiert, auch kaum bieten. Was es bietet, sind kurzweilig zu lesende Ans\u00e4tze, von denen manch einer zur weitergehenden Auseinandersetzung anregt.&#8217; aus: Junge Welt vom 30.1., Christian Lauk, 2006. <\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<hr \/>\n<p>&#8216;Die in allen westlichen Industriegesellschaften derzeit praktizierte Arbeitsgesellschaft kritisch beleuchten soll das Buch &#8216;Losarbeiten &#8211; Arbeitslos?&#8217;. Herausgeber des Werkes ist die globalisierungskritische Organisation Attac. Das Spektrum der Beitr\u00e4ge ist sehr breit gef\u00e4chert, es reicht vom Keynesianismus bis zum Marxismus. Mit seinem Pl\u00e4doyer f\u00fcr Wirtschaftswachstum steht Markus Marterbauer, Konjunkturexperte des \u00d6sterreichischen Instituts f\u00fcr Wirtschaftsforschung (Wifo), fast allein auf weiter Flur. Wachstum f\u00fchre zu mehr Besch\u00e4ftigung, meint er. Die Autoren des Werkes sind mehrheitlich der Ansicht, dass der Arbeitsgesellschaft in Wirklichkeit nicht die Arbeit ausgeht, sondern lediglich die bezahlte Arbeit. Dass Arbeit in der Familie (wie beispielsweise die Erziehung von Kindern und die Pflege kranker und vor allem alter Angeh\u00f6rigen) aus der \u00d6konomie ausgenommen sind, falle jetzt nur deshalb st\u00e4rker auf, weil auch M\u00e4nner zunehmend schlecht bezahlte, prek\u00e4re Jobs h\u00e4tten oder gar arbeitslos seien, meint etwa die Soziologin Christa Wichterich. Der Kapitalismus an sich sei nicht in der Krise, glaubt der Politikwissenschaftler Michael Heinrich: Er ziele ja nicht prim\u00e4r auf Vollbesch\u00e4ftigung, sondern auf Profit, und darin sei er erfolgreich.&#8217;<\/p>\n<p>Die Presse vom 5.12., Beate Lammer, 2005.  <\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Rezension von Ronald Blaschke <\/strong> <br \/>02.04.2006 <br \/>Eine k\u00fcrzere Fassung erschien im ND <\/p>\n<p>Die Sammlung von Texten hat es in sich. Vom Keneysianer bis zu linken AutorInnen feministischer, marxistischer, wertkritischer, subsistenzwirtschaftlicher und operaistischer Orientierung wird das Thema Krise der Arbeitsgesellschaft diskutiert. Einige der 21 AutorInnen stellen das Thema explizit in Bezug zu Globalisierungsprozessen. Ein selten breites, in einem Buch vereintes Spektrum gegenwartskritischer Denk- und Theoriebeitr\u00e4ge. <br \/> Das Buch unterteilt sich in vier, vom Mitherausgeber Andras Exner kenntnisreich eingeleitete Abschnitte. Im ersten Abschnitt werden krisenhafte Prozesse in der Gesellschaft, in der die Arbeit im Zentrum von Ideologie, Vergesellschaftung und Lebenssicherung steht, aus unterschiedlichen Blickwinkeln diskutiert. Im Spannungsfeld der Diskussion befinden sich die an Marx orientierte Analyse des globalen Konkurrenzkapitalismus und ein an Keynes geschultes Krisen- und Probleml\u00f6sungsverst\u00e4ndnis. Die einen verstehen die derzeitigen krisenhaften Prozesse am Arbeits- und Kapitalmarkt als Ausdruck einer bestimmten historischen Erscheinung der Umstrukturierung von Ausbeutung und Profitproduktion. Sie behaupten dar\u00fcber hinaus, dass eine linke Partei in Regierungsverantwortung heute immer wieder zu einer am Kapital orientierten Politik zur\u00fcckkehren muss. Die anderen versuchen dagegen darzulegen, dass durch einen Staatsinterventionismus die kapitalistischen Arbeits- und Sozialverh\u00e4ltnisse zu regulieren seien. Deutlich wird, dass der Keynesianismus die Fragen der Globalisierung und der geschlechterspezifischen Arbeitsteilung, der drohenden \u00f6kologischen Katastrophe und der Sinnhaftigkeit der Arbeit nur unzureichend oder gar nicht beantwortet. Ebenso wird von ihm die marxsche Frage nach der Befreiung vom materiellen und ideologischen Herrschaftsverh\u00e4ltnis Arbeit ausgeblendet. <br \/>Im Abschnitt &#8216;Der Krisenalltag. Leiden als &#8216;Chance&#8217;? werden Verarmungsprozesse und die Leiden der Menschen an der sich krisenhaft wandelnden Arbeitsgesellschaft aufgezeigt. Prozesse, die nicht nur das Monet\u00e4re, sondern die das ganze Subjekt mit seiner Leiblichkeit, Psyche und Sozialit\u00e4t betreffen. Das Leiden verst\u00e4rkt sich um so mehr, desto nachdr\u00fccklicher nicht nur die Ware Arbeitskraft sondern der ganze Menschen als Ware vom Markt verlangt wird und die Markt\u00fcberfl\u00fcssigen zu schutzlosen Almosenempf\u00e4ngern und Billigl\u00f6hnern entw\u00fcrdigt werden. Von den AutorInnen werden politische Vorschl\u00e4ge der Verwandlung des Leidens an dem Prinzip Arbeit in befreite Formen des T\u00e4tigseins unterbreitet. Wie kann aber aus unterschiedlichen Leidenserfahrungen eine gemeinsame Vision der Befreiung in und von der Arbeit politisch handlungswirksam werden? <br \/>Der dritte Abschnitt &#8216;Was zu tun ist&#8217; enth\u00e4lt Beitr\u00e4ge, die auf Formen des Wirtschaftens und Lebens jenseits neoliberaler und keynesianischer Pr\u00e4gung verweisen. Eine emanzipatorische Politik muss sich am &#8216;guten Leben&#8217;, an den wirklichen Bed\u00fcrfnissen der Menschen und der Natur orientieren, nicht an Profit- oder Markterfordernissen oder an Arbeit und Konsum als sich gegenseitig bedingende Selbstzwecke. Leider fehlt ein Beitrag, der f\u00fcr die Beantwortung der gestellten Frage den Marx der &#8216;Grundrisse der Kritik der politischen \u00d6konomie&#8217; und dessen Vorbild Aristoteles entdeckt. Die Antwort k\u00f6nnte n\u00e4mlich dann lauten: Eine emanzipatorische Politik hat die freie und solidarische Verf\u00fcgung aller \u00fcber das eigene Leben und \u00fcber die eigene Lebenst\u00e4tigkeit zum Ziel. &#8216;Der Augenblick des gro\u00dfen Lachens entspringe aus \u00fcberstandener M\u00fchsal und aus dem Gelingen einer selbstgesetzten Aufgabe zum eigenen Nutzen und zum Wohle Anderer&#8217;, beschreibt Marianne Gronemeyer prosaisch die gewollten Folgen solcher Politik. <br \/>Der letzte Abschnitt des Buches vereint AutorInnen, die die Bedeutung der Globalisierungs- und Arbeitskritik f\u00fcr die K\u00e4mpfe der sozialen Bewegungen reflektieren und politische Richtungsforderungen formulieren. <br \/> Ein spannendes, zur Diskussion herausforderndes Buch.&#8217;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8216;Ganz im Sinne eines postmodernen Theorienpluralismus (&#8230;) versucht das Buch dabei ein m\u00f6glichst breites Spektrum an Ans\u00e4tzen zu dem Thema zu vereinen. 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