Neuerscheinungen ( Aus der Rubrik: Internationalismus )
SYRIZA-Absturz: Warum die institutionelle Linke in Griechenland gescheitert ist und die Rechte gestärkt daraus hervorgeht
Panagiotis Doulos, John Holloway, Katerina Nasioka (Hg.)

Über die Krise hinaus …

Weiterdenken nach dem Scheitern der ›institutionellen Hoffnung‹ in Griechenland

aus dem Englischen übersetzt von Michael Schiffmann
ISBN 978-3-89771-078-8
Erscheinungsdatum: Mai 2020
Seiten: 304
Ausstattung: softcover
18,00 €

Beschreibung

Zunächst schien die von Syriza in Griechenland geführte »Regierung der Hoffnung« die radikalste europäische Regierung der jüngsten Geschichte zu sein. Ihr Wahlsieg im Januar 2015 galt vielen als Beweis dafür, dass radikale Veränderungen durch institutionelle Politik erreicht werden können. Doch dann kam eine extreme Kehrtwende der Regierung, die gegen das Votum der Bevölkerung die von der Europäischen Union auferlegte Sparpolitik akzeptierte und sich ihr unterwarf.

Dieser dramatische Zerfall des radikalen Anspruchs der Syriza-Regierung zerstörte Hoffnungen in der ganzen Welt, und die Grenzen institutionalisierter linker Politik traten deutlich zutage. Doch auch die außerparlamentarische Bewegung in Griechenland, eine der stärksten der Welt, hat in dieser Situation keine wesentlichen alternativen Perspektiven aufzeigen können. Das wirft tief greifende Fragen auch für diejenigen auf, die eine staatliche Institutionalisierung linker Politik grundsätzlich ablehnen.

Gibt es keinen Ausweg aus der Welt der kapitalistischen Zerstörung? Oder hat die Hoffnung auf radikale Veränderungen vielleicht doch eine Chance? Die Aufsätze in dieser Sammlung spiegeln die Erfahrungen mit der Krise in Griechenland und ihre weltweiten politischen Auswirkungen wider und versuchen, radikale Antworten zu geben.

Autor*innen

Panagiotis Doulos

Panagiotis Doulos ist Doktorand für Soziologie am Instituto de Ciencias Sociales y Humanidades »Alfonso Vélez Pliego« der Benemérita Universidad Autónoma de Puebla in Mexiko. Er unterrichtet am Seminar für Sozialanthropologie an der Universidad Autónoma de Tlaxcala. Zu seinen Forschungsinteressen gehören Gewalt, Kampf gegen Gewalt, Formen gesellschaftlichen Widerstands und Kritische Theorie.


John Holloway

John Holloway ist Professor am Instituto de Ciencias Sociales y Humanidades »Alfonso Vélez Pliego« der Benemérita Universidad Autónoma de Puebla und hat zahlreiche Schriften zum antikapitalistischen Widerstand, der antikapitalistischen Rebellion und zur marxistischen Theorie veröffentlicht. Zu seinen Büchern gehören Kapitalismus aufbrechen (Westfälisches Dampfboot, 2010), Die Welt verändern, ohne die Macht zu übernehmen (Westfälisches Dampfboot, 6. Auflage 2018), Wir sind die Krise des Kapitals … und stolz darauf. Die San-Francisco-Vorträge (Unrast Verlag, 2018) und Über die Krise hinaus … Weiterdenken nach dem Scheitern der ›institutionellen Hoffnung‹ in Griechenland (Unrast Verlag, 2020).

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Katerina Nasioka

Katerina Nasioka erwarb ihren Doktorgrad am Instituto de Ciencias Sociales y Humanidades »Alfonso Vélez Pliego« der Benemérita Universidad Autónoma de Puebla in Mexiko. Sie ist Co-Autorin von Gender and Journalism in Greece (2008) und Autorin der Studie Ciudades en Insurreccion. Oaxaca 2006/Atenas 2008 (2017) sowie diverser Artikel und Kapitel über die sozialen Kämpfe in Griechenland wie zum Beispiel »The Proletariat versus the Working Class: Shifts in Class Struggle in the Twenty-first Century« in Open Marxism, Bd. 4, 2019. Ihre wichtigsten Forschungsinteressen sind Raum, Kritische Theorie, Subjektivität und soziale Kämpfe.


Panos Drakos

Panos Drakos erwarb an der University of Kent in Canterbury ein Diplom in Politik, Staatswissenschaft und Philosophie und schloss an derselben Universität sein Graduiertenstudium im Bereich Europastudien und internationale Beziehungen ab. Er ist Mitautor und Unterstützer des Projektes »Social Anarchism«. Mit seinen Schriften versucht er, die politische Theorie des sozialen Anarchismus weiterzuentwickeln.


Theodoros Karyotis

Theodoros Karyotis ist Soziologe, Übersetzer und engagiert in diversen Basisbewegungen, die direkte Demokratie, solidarisches Wirtschaften und die Verteidigung und Selbstverwaltung der Allmende praktizieren. Er schreibt derzeit seine Doktorarbeit zum Thema Wohnen und Staatsbürgerschaft an der Universität Gent in Belgien. Er ist Koordinator der mehrsprachigen Website www.workerscontrol.net zu Fragen der Arbeiterselbstverwaltung und ist Mitglied des Beirats des Transnational Institute of Social Ecology.


Dimitra Kotouza

Dimitra Kotouza ist Autorin des Buchs Surplus Citizens: Struggle and Nationalism in the Greek Crisis (Pluto Press, 2019). Sie unterrichtet Soziologie und Politik an Universitäten in London und Umgebung und ist Teil der Herausgeberkollektive der Zeitschriften Mute und Endnotes. Sie ist ferner Mitautorin des von Hannah Richter herausgegebenen Bandes Biopolitical Governance (Rowman and Littlefield, 2018) und des demnächst erscheinenden, von Anthony Iles und Mattin herausgegebenen Buchs What Is to Be Done under Real Subsumption (Mute Books). Ihre Schriften sind auf Englisch und Griechisch in akademischen Zeitschriften und radikalen Publikationen erschienen.


Leonidas Oikonomakis

Leonidas Oikonomakis ist COFUND-Forschungsstipendiat am Seminar für Anthropologie der Durham University. Er erwarb seinen Doktorgrad am Seminar für Gesellschafts- und Politikwissenschaft des European University Institute und lehrte an der Universität Kreta und der Fernuniversität Patras (Hellenic Open University). Er ist außerdem Rapper im griechischen Hip-Hop-Kollektiv »Social Waste« (siehe u.a. https://www.youtube.com/watch?v=y5ycGW1sFag) und Mitglied des Herausgeberteams von ROAR Magazine. Ferner schrieb er das Buch Political Strategies and Social Movements in Latin America: The Zapatistas and Bolivian Cocaleros (Palgrave Macmillan, 2019).


George Sotiropoulos

George Sotiropoulos erwarb seinen Doktorgrad in politischer Theorie an der University of Kent. Er lehrt an der International School of Athens und ist Gastforscher am Seminar für Politikwissenschaft und internationale Beziehungen der Universität von Korinth. Er beteiligte und beteiligt sich an diversen Bewegungen, Gruppen und kollektiven Projekten und ist Mitglied des Kollektivs »Void Network«. Seine Publikationen behandeln eine große Bandbreite von Themen, darunter Demokratietheorie und moderne soziale Bewegungen. Er schreibt außerdem regelmäßig für mit politischer Analyse und Theorie befasste Websites. Momentan konzentriert sich seine Forschung auf das theoretische undhistorische Studium des Konzepts der Gerechtigkeit; ein jüngeres Ergebnis dieser Studien ist sein Buch A Materialist Theory of Justice: The One, the Many, the Not-Yet (Rowman and Littlefield, 2019).


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