Die digitale Apokalypse durch künstliche Intelligenz entpuppt sich als rechte Mythologie.
Max Franz Johann Schnetker

Transhumanistische Mythologie

Rechte Utopien einer technologischen Erlösung durch künstliche Intelligenz

ISBN 978-3-89771-264-5
Erscheinungsdatum: März 2019
Seiten: 136
Ausstattung: softcover
12,80 €

Beschreibung

Unter den neuen Machteliten, die das Silicon Valley hervorgebracht hat, macht neuerdings eine Sorge die Runde, die nichts Geringeres betrifft als die Zukunft der Menschheit: Was, wenn die Erforschung künstlicher Intelligenz am Ende eine künstliche Gottheit hervorbringt, die uns alle vernichtet?

Während die einen vor dem Untergang warnen, prophezeien die anderen, dass uns die göttlichen Maschinen in ein digitales Himmelreich führen werden. Doch bei genauem Hinsehen entpuppt sich die Vision beider Seiten als Mythologie ohne Bezug zur Realität. Trotzdem werden unter dem Deckmantel des Kampfes gegen die digitale Apokalypse autoritäre Politikformen normalisiert, Ausbeutung vorangetrieben und Eugenik salonfähig gemacht.

Das vorliegende Buch ist eine ideologiekritische Analyse der Mythologien um superintelligente KI. Dabei zeigt sich, dass die Grundlagen dieser Mythologien keineswegs so neu sind, wie ihr Gegenstand uns glauben machen könnte. Vielmehr wiederholen sich hier – in technologischem Gewand und scheinbar säkularisiert – alte Ideen der protestantischen Rechten. Noch drehen sie sich nur um die Zurichtung für die Erfordernisse des digitalisierten Kapitalismus und die Radikalisierung seines Glücksversprechens. Doch die Grundlagen für eine autoritäre Wende sind im Glauben an die Superintelligenz bereits angelegt.

Es wird Zeit, die Ideologie des Transhumanismus genauer in den Blick zu nehmen, weil sie das Potenzial hat, sich zu einer Herrschaftsmythologie des digitalen Zeitalters zu entwickeln.

Autor_in

Max Franz Johann Schnetker

Max Franz Johann Schnetker hat Biologie und Philosophie studiert, ist ansonsten Anarchist und immer mal wieder in diversen Projekten aktiv. Darüber hinaus ist er im Herausgeberkollektiv von Tsveyfl – Dissensorientierte Zeitschrift. Sein aktuelles Interesse gilt Ideologien rund um die digitale und genetische Transformation des Menschen.


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Hintergrundinfos

»Als rechts entlarvt sich dieser Transhumanismus auch durch die häufige Referenz auf eugenisches Denken.« – Matthias Becker im Gespräch mit Max Franz Johann Schnetker, Telepolis, 21. Juli 2019