unrast transparent | geschlechterdschungel – UNRAST VERLAG https://unrast-verlag.de Bücher der Kritik Fri, 12 Dec 2025 17:54:37 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9 https://unrast-verlag.de/wp-content/uploads/2022/10/cropped-unrast_logo-1-32x32.png unrast transparent | geschlechterdschungel – UNRAST VERLAG https://unrast-verlag.de 32 32 Feministische Psychiatriekritik https://unrast-verlag.de/produkt/feministische-psychiatriekritik/ Wed, 12 Mar 2025 23:00:00 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/?product=feministische-psychiatriekritik Das Thema Psychiatriekritik ist schon lange aus dem Blickfeld von Feminist*innen verschwunden. ›Helfende‹ Maßnahmen werden nicht (mehr) gesellschaftskritisch analysiert, auch psychiatrisch-medizinische Ansätze werden nicht auf ihre strukturelle Bedeutung hin befragt – Geschichte scheint es in der Psychiatrie nicht zu geben.

Dabei sind viele Fragen offen: Wie eigentlich entstehen ›psychische Krankheiten‹ in dieser Gesellschaft? Wie wird zwischen krank und gesund (nicht) unterschieden? Wird Homosexualität tatsächlich nicht mehr als Krankheit betrachtet? Womit wird psychiatrische Gewalt begründet? Welche Rolle spielen legale Drogen und Therapien? Hört die feministische Forderung »My body, my choice« bei Essstörungen und Selbstverletzungen auf?

In der vorliegenden Einführung werden psychiatrische Ansätze aus einer gesellschaftskritischen Perspektive hinterfragt. Dabei orientiert sich die Autorin am Wissen Psychiatrie-Erfahrener. Es geht um die Trennung zwischen gesund und krank, um die Entstehung von Diagnosen, um Homosexualität und Hysterie und die Macht der Gutachten. Es wird beschrieben, wie psychiatrische Gewalt funktioniert; Fesselungen und die Verabreichung von Medikamenten werden dabei ebenso analysiert wie psychische Zugriffe.

Abschließend werden Optionen vorgestellt, die Handlungsfähigkeit wieder möglich macht, wenn die Psychiatrie sich nicht als Ort des ›Helfens und Heilens‹ erweist.

In dieser erweiterten Neuauflage gibt es zusätzlich Perspektiven auf Polizeigewalt, Neurodivergenz, neurobiologische Traumaforschung.

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Sexarbeit https://unrast-verlag.de/produkt/sexarbeit/ Thu, 02 Jun 2022 22:00:00 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/?product=sexarbeit »Obwohl viele Menschen sich selbst nicht vorstellen können, für einen Mindestlohn die Ausscheidungen fremder Menschen zu beseitigen, wird die Freiwilligkeit in der Pflege nicht infrage gestellt. Hingegen wird die Bereitschaft, sexuelle Bedürfnisse zu befriedigen, bei gleicher Ausgangslage immer nur als Folge von Not, Gewalt oder eines schlechten Charakters interpretiert.« – Aus dem Vorwort von Kathrin Schrader

Das Thema Sexarbeit ist hoch umkämpft. Das Buch vereint unterschiedliche Zugänge zu dem aufwühlenden Thema und arbeitet aktuelle Debatten und Gesetze auf. Dabei kommen auch Sexarbeiter*innen selbst zu Wort. Bisweilen werden feministische Perspektiven auf eine Forderung nach Abschaffung von Prostitution reduziert. Das Buch zeigt, dass Feminismus nur im Plural existiert und intersektional zu denken ist. Das heißt, dass z.B. auch Klasse und Nationalität berücksichtigt werden müssen. Dementsprechend verknüpfen die Sexarbeiter*innen im Band ihre Forderungen mit Arbeitskämpfen, Trans*- und Queer-Aktivismus, den Kämpfen der Migration oder Care-Revolution.

»Ein engagierter Sammelband, der gut lesbar ist und schlüssig argumentiert.«ML, WeiberDiwan

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Reproduktive Freiheit https://unrast-verlag.de/produkt/reproduktive-freiheit/ Sun, 30 Oct 2022 22:45:35 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/?product=reproduktive-freiheit Reproduktionstechnologien machen rasante Fortschritte, dabei sind die politischen Implikationen noch gar nicht diskutiert. Dass nur etwa die Hälfte der Menschheit schwanger werden kann, wirft in politischer Hinsicht Gerechtigkeitsfragen auf: Unter welchen Umständen werden Menschen schwanger und gebären? Welche Rechte (auf Unterstützung) und welche Pflichten (gegenüber der Gesellschaft oder anderen Erwachsenen) haben sie?

Traditionellerweise wurde Reproduktion über eine heteronormative Geschlechterordnung geregelt, die Kindern direkt nach der Geburt ein Geschlecht zuwies. Je nachdem, ob sie aufgrund ihrer Genitalen mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit selbst einmal schwanger werden könnten oder nicht, bereitete ihre Erziehung und Sozialisation sie auf später klar unterschiedene Aufgaben in Bezug auf Reproduktion vor – auf ›Mütterlichkeit‹ beziehungsweise ›Vaterschaft‹.

Vor allem dank der Frauenbewegung ist diese Geschlechterordnung heute infrage gestellt. Frauen pochen auf ihre Freiheit und Menschen mit Uterus klagen ihr Recht auf körperliche Selbstbestimmung ein, gleichzeitig werden binäre Geschlechterkonstrukte ganz prinzipiell hinterfragt und neue symbolische Geschlechterordnungen in den Blick genommen.

Antje Schrupp umreißt die ethischen Herausforderungen des Themas, macht Vorschläge, wie reproduktive Gerechtigkeit in einer herrschaftsfreien Gesellschaft gedacht werden kann und plädiert für die Bereitschaft, über die bisherigen Horizonte hinauszudenken.

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Lookismus https://unrast-verlag.de/produkt/lookismus/ Sat, 29 Jan 2022 23:00:00 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/?product=lookismus Warum wird medial nicht mit Schwarzen, dicken, nackten Körpern geworben? Oder mit einer Person im Rollstuhl? Wozu brauche ich einen Körper, der ›beachbody-ready‹ ist? Seit Kurzem werden diese Diskriminierungsformen innerhalb des Konzepts des ›Lookismus‹ behandelt, welches größtenteils unbemerkt und bisher nur unzulänglich fundiert in der Reihe bekannter Diskriminierungskonzepte Position bezieht.

Dieser neue -ismus scheint notwendig zu sein, um eine weitere Ausprägung von Macht- und Herrschaftsverhältnissen in Form von körper- und attraktivitätsbezogenen Diskriminierungen und Regulierungen erkennen, identifizieren und beschreiben zu können. Das sich derzeit herausbildende Konzept wird jedoch erst zeigen müssen, inwiefern es für die theoretische Analyse und die praktische Arbeit geeignet ist.

Der vorliegende Band stellt daher nicht nur eine Einführung in das Konzept des Lookismus dar, sondern arbeitet zugleich an einer Weiterentwicklung des noch jungen Ansatzes, indem er sich mit seinen diversen Facetten und Anwendungsbereichen auseinandersetzt und ihn zu anderen -ismen in Beziehung setzt. Zudem werden mit der kritischen Thematisierung bestehender Empowerment-Konzepte auch praktische Perspektiven aufgeworfen.

»Die Lektüre bietet mehr als nur eine gute und lesenswerte Einführung in das Thema. Vielmehr wird deutlich, warum es eine Diskussion um und Kritik an Lookismus braucht, der bislang auch in feministischen Zusammenhängen oft nur eine untergeordnete Rolle spielt.« – Lisa-Marie Davies, Missy Magazine, 29. März 2017

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Trans* Fiction https://unrast-verlag.de/produkt/trans-fiction/ Fri, 29 Jul 2016 22:00:00 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/?product=trans-fiction In wenigen Kontexten sind Begriffe so in Bewegung wie im Zusammenhang von Trans* – der aktuelle Überbegriff für ganz unterschiedliche geschlechtliche Lebensweisen und Selbstbezeichnungen wie zum Beispiel Transsexualität, Transgender, Transidentität, Drag oder Cross-Dressing. Trans* umfasst Personen, die sich nicht oder nicht eindeutig als Frau oder Mann verstehen, ebenso wie Personen, die sich als Frau oder Mann, aber gar nicht unbedingt als trans* beschreiben würden. Welche Probleme ergeben sich, wenn ein Überbegriff dominant wird? Wie werden interne Differenzen verhandelt? Und wie ist das historisch einzuordnen?

Diese und weitere Fragen werden in dem Buch aufgeworfen, um die ebenso unterschiedlichen wie komplexen Lebensrealitäten von Menschen sichtbar zu machen, die gegenwärtig unter dem Begriff Trans* zusammengefasst werden. Es wird eine offene Perspektive angeregt, die Differenzen wahrnimmt, ohne sie gegeneinander auszuspielen. Kern dessen ist eine Kritik an Transfeindlichkeit, die vielfach die Selbstverständnisse von Menschen abwertet und aberkennt. Paradoxerweise passiert dies sowohl mit dem Verweis auf vermeintliche biologische Tatsachen als auch mit der Feststellung, Geschlecht sei sozial konstruiert.

»Wo kommt der Begriff ›Trans*‹ her, was bedeutet der Stern und welche Schwierigkeiten treten auf, wenn Trans* als Oberbegriff verwendet wird? Welche Erklärungsmuster sind im Trans*-Diskurs dominant und wie unterscheiden sich queerer und radikaler Feminismus in ihrer Sicht auf Trans*? Wie ist das Konzept der Geschlechtsidentität entstanden und welche Personen sind von Transfeindlichkeit betroffen? Grigowski geht es bei diesen Fragen nicht darum, abgeschlossene Sichtweisen, sondern offene Perspektiven zu liefern, wie sie bereits im Vorwort erklärt. Dies ist ihr gelungen. […] Ein lohnenswertes, anschlussfähiges Nachschlagewerk, um die kritischen Sinne zu schärfen.« Bettina Enzenhöfer, an.schläge, VII/2016

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Weibliche Genitalbeschneidung https://unrast-verlag.de/produkt/weibliche-genitalbeschneidung/ Sun, 30 Oct 2022 22:50:16 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/?product=weibliche-genitalbeschneidung Gegenwärtig ist zu beobachten, dass der Begriff ›weibliche Genitalbeschneidung‹ sowohl in Publikationen als auch in politischen Diskussionen wieder stärker dominiert. Dies hängt damit zusammen, dass sich viele Betroffene von dem Bild der ›verstümmelten Frau‹ distanzieren wollen.
In der vorliegenden Einführung wird das Phänomen weiblicher Genital­beschneidung aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Im Mittelpunkt stehen die mit der Praxis verbundenen Sicht- und Umgangsweisen betroffener somalischer Frauen und Männer, die im Laufe ihres Lebens nach Deutschland, England, Italien und die Schweiz eingewandert sind. Zur Erfassung der Perspektive der Frauen wurde eine Kombination von biographisch-narrativen und problemzentrierten Interviews gewählt. Unter anderem wird herausgearbeitet, welche Ansätze sich in der Arbeit gegen weibliche Genitalbeschneidung in den genannten Ländern besonders bewährt haben.

»So gelingt es der Autorin insgesamt trotz der oftmals sehr kurzen Ausführungen einen guten Überblick über die Aspekte zu geben, die mit Weiblicher Genitalbeschneidung zusammenhängen und in Diskussionen darüber berücksichtigt werden sollten.« – Lisa Krall, analyse & kritik

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§ 218 https://unrast-verlag.de/produkt/%c2%a7-218/ Sun, 30 Oct 2022 22:53:11 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/?product=%c2%a7-218 Continue reading "§ 218"

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Die Debatten um das Recht auf Abtreibung in Deutschland begannen mit der Einführung des §218 im Jahr 1871. Vor allem Frauen stritten seitdem für ihr Recht auf selbstbestimmte Entscheidung für oder gegen das Austragen einer Schwangerschaft.

Phasen intensiven Kampfes gegen den §218 StGB wurden abgelöst von Phasen relativer Ruhe. Seit Ende der 1990er Jahre ist jedoch eine bemerkenswerte Stille um das Thema Abtreibung zu beobachten. Nicht nur, dass es keine lautstarken Großdemonstrationen für die Abschaffung des §218 mehr gibt. Das Thema wird insgesamt verschwiegen – im privaten, im politischen, im gesamtgesellschaftlichen Raum.

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Im Dickicht der Intersektionalität https://unrast-verlag.de/produkt/im-dickicht-der-intersektionalitaet/ Sun, 30 Oct 2022 22:37:38 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/?product=im-dickicht-der-intersektionalitaet Continue reading "Im Dickicht der Intersektionalität"

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Das Buch leitet auf »verständliche« Weise den »umständlichen« Begriff Intersektionalität her, denn seit ein paar Jahren erfreut sich die Diskussion darum großer Aufmerksamkeit. Es ist die Erkenntnis, dass Ungleichheit und Diskriminierungen von Menschen nicht nur eindimensional erklärt werden können. Sie sind eng verwoben mit unterschiedlichen sozialen Realitäten, die Ungleichheit herstellen und verfestigen. Das sind u.a. rassistische Einteilungen von Menschen, Einordnungen zur körperlichen Leistungsfähigkeit, zur sexuellen Orientierung und zur sozialen Herkunft. Dieses Wissen hat in der Diskussion um Intersektionalität seinen Niederschlag gefunden.
So zeigen die Autorinnen, wo der Begriff Intersektionalität herkommt und wie er in den unterschiedlichen Zusammenhängen verwendet wird. Am Beispiel von Alltagsdiskriminierungen wird schließlich der intersektionale Mehrebenenansatz als gesellschaftskritische Analyse vorgestellt.

Um zu zeigen, dass dieser Ansatz für gesellschaftliche Veränderungen relevant ist, steht am Ende des Buches eine Vision. Sie soll zeigen, dass ungesehene, schlecht oder nichtbezahlte Arbeit mittels einer intersektionalen Perspektive skandalisiert und auch verändert werden kann.

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Queer_Feminismus https://unrast-verlag.de/produkt/queer_feminismus/ Sun, 30 Oct 2022 22:44:57 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/?product=queer_feminismus Der Band spürt den verschiedenen Geschichten und Theorien rund um Queer_Feminismus nach und zeigt exemplarisch, welche Aktions- und Widerstandsformen heute unter Queer_Feminismus gefasst werden. Dabei geht es nicht nur um Demonstrationen und Subkultur, sondern auch um die politische Ausgestaltung des Alltags.
Was bedeutet Queer_Feminismus? Welche Verantwortlichkeiten ergeben sich aus dem Begriff und wieviel Handlungspotenzial wohnt ihm inne?

Hegemoniale Geschichtsschreibung reduziert queer_feministische Forderungen auf Kämpfe, die hauptsächlich im Interesse bestimmter, gesellschaftlich privilegierter Personengruppen stattfinden und macht jene unsichtbar, die schon immer Teil queer_feministischen Aktivismus waren und sind.
Einführend wird versucht, Verbindungslinien, Leerstellen und Konflikte in queer_feministischer Geschichte und Gegenwart im deutschsprachigen Raum aufzuzeigen und zu diskutieren.
Damit einhergehend werden Beispiele queer_feministischer Praxen, Interventionen und Aktivismus vorgestellt sowie im Zuge dessen immer wieder auftretende Konflikte und Grenzen kritisch betrachtet. Queer_feministischer Aktivismus arbeitet heutzutage häufig mit dem Anspruch verschiedene Machtverhältnisse zusammenzudenken und in ihrer Verwobenheit zu bekämpfen. Wie wird dieser oft formulierte Anspruch in der Praxis umgesetzt – wo liegen die Grenzen der Umsetzung?

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Biologie & Homosexualität https://unrast-verlag.de/produkt/biologie-homosexualitaet/ Thu, 07 Feb 2013 23:00:00 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/?product=biologie-homosexualitaet Continue reading "Biologie & Homosexualität"

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Das Konzept ›Homosexualität‹ entstand im 19. Jahrhundert und ist eng mit Biologie und Medizin verwoben. Vor dem Hintergrund der massiven staatlichen Verfolgung gleichgeschlechtlicher sexueller Handlungen argumentierten Menschen mit der ›Natürlichkeit‹ gleichgeschlechtlichen sexuellen Tuns. ›Von Natur aus‹ gleichgeschlechtlich begehrend, dürften die so handelnden Menschen nicht bestraft werden. Auch die Gegenseite argumentierte biologisch-medizinisch. Beide Richtungen trugen damit dazu bei, dass „Homosexualität“ als Konzept etabliert und Biologie und Medizin zu bestimmenden Instanzen über die Legitimität sexuellen Handelns wurden.

Ausgehend von der Genese des Homosexualitäts-Diskurses erläutert der Biologe Heinz-Jürgen Voß die damit verbundenen biologischen Theorien. Dabei stehen Theorien der Keimdrüsen- und Hormonforschung, der Genetik, Neurobiologie und Evolutionsbiologie sowie ihre jeweiligen Methoden im Fokus. Der Autor arbeitet heraus, dass die Forschung vielfach von dem Ziel geleitet war, gleichgeschlechtliches sexuelles Begehren auszulöschen. Die Grenzen zu Menschenexperimenten wurden dabei auch noch nach 1945 überschritten.
Da Homosexualität 1991 aus der internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD) gestrichen wurde, bietet sich aktuell das Potenzial, auch die Forschung neu – ohne diskriminierende Vorannahmen – auszurichten.

»Heinz-Jürgen Voß gelingt es, in einem kurzen, spannenden Abriss die Ziele des Buches umzusetzen.«             Diana Schellenberg, querelles-net Nr.1 / 2014

 »Ein absolut lesenswertes Buch, welches viele Infos in sich birgt und einen phasenweise sprachlos macht.«
Christian Ganske, blogderjugendkulturen   mehr

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