Politische Analysen, literarische Essays, Glossen und Gespräche von und mit People of Color
Kien Nghi Ha, Nicola Lauré al-Samarai, Sheila Mysorekar (Hg.)

re/visionen

Postkoloniale Perspektiven von People of Color auf Rassismus, Kulturpolitik und Widerstand in Deutschland

ISBN 978-3-89771-458-8
Erscheinungsdatum: März 2016
Seiten: 456
Ausstattung: softcover
24,00 €

Beschreibung

2., unveränderte Auflage

Im vorliegenden Band werden erstmals kritische Stimmen ausnahmslos von People of Color zusammengebracht – Schwarze Deutsche, Roma und Menschen mit außereuropäischen Flucht- und Migrationshintergründen. Ihre widerständige Wissensproduktion und ihr politischer Erfahrungsaustausch bringen alternative Diskussionen hervor. Sie setzen sich mit Rassismus, Islamophobie und ausgrenzenden Migrations- und Integrationsregimes auseinander und diskutieren Fragen von individuellem und kollektivem Widerstand, antirassistischer Kulturpolitik und postkolonialen Denkansätzen. Selbstbestimmte Räume und solidarische Visionen werden sichtbar, welche die rassistische Logik des Teilens und Herrschens herausfordern und auf grenzüberschreitende Identitäten und Bündnisse zielen.

 »Jeder der zahlreichen Essays ist für sich unverzichtbar, weil er am Konsens Weißer Lebensart einen Teil der medialen Verleugnungsstrategien bezüglich der Realität abträgt.«Birgit v. Criegern, trend Onlinezeitung

Die politischen Analysen, literarischen Essays, Glossen sowie Gespräche verweisen auf eine große Bandbreite von Ausdrucksformen. Zu Wort kommen Theoretiker/-innen, Aktivist/-innen und Kulturarbeiter/-innen. Ihre Standpunkte sind vielschichtig und unterschiedlich, doch verbindet sie ein gemeinsamer gesellschaftlicher Ausgangspunkt: Alle vermessen, von diversen rassifizierten Subjektpositionen aus, den dominanten Mainstream in neuer Weise. Durch den People of Color-Ansatz wird ein Paradigmenwechsel möglich, der die weiße Norm hinterfragt und nachhaltig untergräbt. Ein Ziel dieses Buches ist es, andere Sensibilitäten und Artikulationen zugänglich zu machen und mit befreienden Impulsen in aktuelle politische Debatten einzugreifen, die bisher von weißen Perspektiven geprägt sind.


 

Dieser Titel ist auch als  erhältlich.

Autor*innen

Kien Nghi Ha

Kien Nghi Ha,promovierter Kultur- und Politikwissenschaftler, ist Fellow des Instituts für postkoloniale und transkulturelle Studien der Universität Bremen. Er hat an der New York University sowie an den Universitäten in Heidelberg und Tübingen zu post-kolonialer Kritik, Migration und Asian Diasporic Studies geforscht und gelehrt. Gesellschaftlich engagiert er sich als Vorstandmitglied von korientation – Netzwerk für deutsch-asiatische Perspektiven und Ko-Sprecher des Verbands für interkulturelle Wohlfahrtspflege, Empowerment und Diversity (VIW). Als Kurator hat er u.a. im Haus der Kulturen der Welt (Berlin) und am Hebbel am Ufer-Theater (Berlin) verschiedene Projekte realisiert. Zahlreiche Preise und Stipendien u.a. der Deutschen Forschungs-gemeinschaft, der Heinrich Böll Stiftung, der Carl-Duisberg-Gesellschaft und der FAZIT-Stiftung. Seine Monografie Unrein und vermischt. Postkoloniale Grenzgänge durch die Kulturgeschichte der Hybridität und der kolonialen »Rassenbastarde« (transcript 2010) wurde mit dem Augsburger Wissenschaftspreis für Interkulturelle Studien 2011 ausgezeichnet. Weitere Bücher: Ethnizität und Migration Reloaded (Westfälisches Dampfboot 1999/WVB 2004); Vietnam Revisited (WVB 2005), Asiatische Deutsche. Vietnamesische Diaspora and Beyond (Assoziation A 2012, Hg.) und re/visionen. Postkoloniale Perspektiven von People of Color auf Rassismus, Kulturpolitik und Widerstand in Deutschland (Unrast 2007, Ko-Hg.). Im Frühjahr 2014 gab er das Online-Dossier http://heimatkunde.boell.de/dossier-asian-germany »Asian Germany – Asiatische Diaspora in Deutschland« für die Heinrich Böll Stiftung heraus..


Nicola Lauré al-Samarai

Nicola Lauré al-Samarai, freie Autorin und Lektorin, ist Geschichts- und Kul-turwissenschaftlerin und arbeitet zu Fragen marginalisierter Erinnerungs- und Kulturpolitiken, Auto/Biografien und Postkolonialität; Publikation einer quel-lenkritischen Studie zu Frauenbiografien in der mittelalterlichen arabischen Historiographie (2001) sowie von Beiträgen über Schwarze deutsche Selbst-Re-präsentationen; Mitarbeit in den AusstellungsprojektenI-Whitness: Historical Sounding Gallerymit Keith Piper und Tina M. Campt (2004) und homestory deutschland. Schwarze Biografien in Geschichte und Gegenwart (2005/06); Mitherausgeberin (mit Kien Nghi Ha und Sheila Mysorekar) der Anthologie re/visionen. Postkoloniale Perspektiven von People of Color auf Rassismus, Kultur-politik und Widerstand in Deutschland(2007).


Sheila Mysorekar

Sheila Mysorekar wuchs in Indien und Deutschland auf. Studium in Köln und London. Sie ist Journalistin und hat unter anderem in Jamaika, den USA, und viele Jahre für die ARD in Lateinamerika gearbeitet. Sie ist Mitglied der ISD (Initiative Schwarze Menschen in Deutschland) und lebt in Köln.

www.sheila-mysorekar.de

Eine Auswahl von Veröffentlichungen:
Mit Fatih Cevikkollu (2008): Der Moslem-TÜV, Reinbek: Rowohlt.
»Halt's Maul, sagt Sheherazade! Asiaten und Rassismus in Deutschland« In: Antidiskriminierungsbüro (ADB) Köln & cyberNomads (Hg.) (2004): TheBlackBook. Deutschlands Häutungen. Frankfurt am Main: IKO.
»Pass the Word and Break the Silence« In: Boyce Davies, Carole & Molara Ogundipe-Leslie (Hg.) (1995): Moving beyond Boundaries Vol. 1: International Dimensions of Black Women's Writing, London: Pluto Press.


Fatima El-Tayeb

Fatima El-Tayeb ist Schwarze deutsche Historikerin und Professorin für Afrodiasporische Literatur und Kultur an der UC San Diego. 2001 erschien ihr erstes Buch: Schwarze Deutsche. Der Diskurs um ›Rasse‹ und nationale Identität 1890–1933 (Campus). Weitere Buchveröffentlichungen: European Others. Queering Ethnicity in Postnational Europe, University of Minnesota Press 2011 (deutsch als Anders Europäisch. Rassismus, Identität und Widerstand im vereinten Europa, Unrast 2015) und Undeutsch. die Konstruktion des Anderen in der postmigrantischen Gesellschaft, Transcript 2016.


Umut Erel

Umut Erel ist Research Fellow am Working Lives Research Institute, London Metropolitan University. Sie hat einen MA in Gender and Ethnic Studies (Greenwich University) und einen PhD in Culture Studies der Nottingham Trent University. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf der Intersektion von Geschlecht, Ethnizität und Klasse sowie auf Migration und Staatsbürgerschaft. Zu ihren letzten Publikationen zählen: »Re-conceptualising Motherhood, the experiences of some women of Turkish background in Germany.« (2003) in: Bryceson, Deborah Fahy and Vuorola, Ulla (eds.): The Transnational Family: Global European Networks and New Frontiers. Oxford: Berg; »Gendered and Racialized Experiences of Citizenship in the Lifestories of Women of Turkish Background in Germany.« (2003) In: Andall, Jaqui (ed.): Gender and Ethnicity in Europe. Oxford: Berghahn; »Migration, Geschlecht, Ethnizität: (De-) Konstruktionen von Identitätspolitik und Gemeinschaft.« (2003). In: Eder, Angelika (ed.): ›Wir sind auch da!‹Über das Leben von und mit Migranten in europäischen Großstädten. Hamburg: Dölling und Galitz Verlag. Gemeinsam mit Mirjana Morokvasic und Kyoko Shinozaki ist sie Herausgeberin von On the Move! Gender and Migration: Crossing borders and shifting boundaries. Opladen: Leske & Budrich.


Hito Steyerl

Hito Steyerl arbeitet als Filmemacherin, Videokünstlerin und Autorin. Dr. phil, lehrt gegenwärtig am Goldsmiths College (London) Cultural Studies und postkoloniale Theorie. Gastprofessuren und Lehraufträge u.a. in Berlin, Wien, München, Hannover; Schwerpunktthemen: kulturelle Globalisierung, globaler Feminismus, Kultur und Migration im Rahmen einer Übertragung postkolonialer Kritik in den deutschsprachigen Raum; mehrere Auszeichnungen für Filme; arbeitet gegenwärtig an einem künstlerischen Beitrag für die Documenta 12; Herausgeberin (mit Encarnación Gutiérrez Rodriguez) von Spricht die Subalterne deutsch? Postkoloniale Kritik und Migration. Münster: Unrast 2003. Im Erscheinen: Die Farbe der Wahrheit. Dokumentarismen im Kunstfeld. Wien: Turia und Kant 2006.


Esra Erdem

Esra Erdem ist Doktorandin am Fachbereich für Ökonomie an der Universität Massachusetts in Amherst. Ihr Hauptforschungsinteresse liegt in der politischen Ökonomie der Migration. Ihre Arbeit stellt eine unter Verwendung eines poststrukturalistisch-marxistischen Ansatzes vorgenommene Klassenanalyse der (bezahlten und unbezahlten) Arbeitsverhältnisse von anatolisch-deutschen Frauen in Berlin dar. Gemeinsam mit Ceren Özselçuk ist sie außerdem zurzeit beteiligt an einem Forschungsprojekt zur politischen Ökonomie der Vertreibung der kurdischen Bevölkerung in der Türkei seit Mitte der 90er Jahre. Sie ist politisch aktiv in einem Zusammenschluss migrantischer Frauen in Berlin. Veröffentlichungen zu Entwicklungspolitik, politische Ökonomie des Rassismus, Rassismus und gender.


Maureen Maisha Eggers

Maureen Maisha Eggers, geboren 1973 in Kisumu, Kenia. Erziehungswissenschaftlerin (Diplom-Pädagogin, Diplom-Sozialpädagogin). Dissertation zum Thema: Rassifizierung und kindliches Machtempfinden, mit einem Stipendium der Heinrich Böll Stiftung (Christian Albrechts-Universität zu Kiel, Juli 2005). Studium der Pädagogik an der Christian Albrechts-Universität zu Kiel (1996-2001), Studium der Sozialpädagogik an der Staatlichen Fachhochschule Kiel, Fachbereich Sozialwesen (1992-1995). Hauptamtliche Mitarbeiterin in der Beratungsstelle des Autonomen Mädchenhauses Kiel (1996-2001). Gründung des Unternehmens authentic solutions - Maximierung von Lösungskompetenzen im sozialen Bereich (in einem Dreierteam, 09/05). Lehrbeauftragte and der Humboldt-Universität zu Berlin. Mitfrau bei Adefra, Schwarze Frauen in Deutschland e.V. seit 1993. Lebt in Berlin und arbeitet als transkulturelle Beraterin, Workshop Facilitator und Supervisorin für drei norddeutsche Frauenprojekte.


Mutlu Ergün

Mutlu Ergün, Exil-Berliner, lebt, arbeitet und studiert in London als Autor, Pädagoge, Sozialforscher und Performer. Seit 2001 ist Ergün Mitglied beim anti-rassistischen Verein Phoenix e.V. und dort als White-Awareness und Empowerment-Trainer tätig. Ergün organisierte zusammen mit Deniz Utlu zwischen 2004 und 2006 die Lesereihe »tausend worte tief«, die Autor_innen und Musiker_innen of Color eine Plattform für ihre Kunst bot. Er arbeitet seit 2004 als Redakteur beim Kultur- & Gesellschaftsmagazin freitext. Zusammen mit Noah Sow entwickelte er die anti-rassistische politische Satire »Edutainment-Attacke!«, für die er bisweilen in Deutschland performt.

www.edutainment-attacke.de
www.freitext.com


Jin Haritaworn

Jin Haritaworn ist Associate Professor für Gender, Race and Environment an der York University Toronto. Er arbeitet in den Bereichen Gender, Sexuality und Transgender Studies, Critical Race and Ethnic Studies sowie Stadtforschung mit den Schwerpunkten Gay Imperialism, Homonationalismus, queere Gentrifizierung und Kriminalisierung, trans- und queer of color-Räume. Veröffentlichungen: Queer Lovers and Hateful Others: Regenerating Violent Times and Places (2015); Queer Necropolitics (2014, Hg. zs. mit Adi Kuntsman, Silvia Posocco); Queering Urban Justice. Queer of Colour Formations in Toronto (2018, Hg. zs. mit Ghaida Moussa, Syrus Marcus Ware und Río Rodríguez); Marvellous Grounds (2018, Produzent zs. mit Alvis Choi, Ghaida Moussa, Rio Rodriguez, Syrus Marcus Ware).


Paul Mecheril

Paul Mecheril ist Professor für Migration und Bildung am Institut für Pädagogik der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und Direktor des dortigen Center for Migration, Education and Cultural Studies (CMC). Seine Veröffentlichungen über Rassismus, Differenz, Bildung haben die Fachdiskurse in Deutschland maßgeblich beeinflusst. Letztveröffentlicht (gemeinsam mit María do Mar Castro Varela): Die Dämonisierung der Anderen. Rassismuskritik der Gegenwart.


Karawane für die Rechte der Flüchtlinge, Migrantinnen und Migranten

Uche Akpulu, Ahmad Darwisch, Hans-Georg Eberl, Debru Z. Ejeta, Bernd Kasparek, Adjoya Koffi und Odysseus sind bzw. waren bei der Münchener Karawane für die Rechte der Flüchtlinge, Migrantinnen und Migranten aktiv. Die Karawane für die Rechte der Flüchtlinge, Migrantinnen und Migranten ist ein Zusammenschluss von Zugewanderten und Deutschen, von Einzelpersonen, Gruppen und Organisationen. Wir engagieren uns im Kampf für soziale und politische Rechte, Gleichheit und Respekt der Menschenwürde. Website des bundesweiten Netzwerks:
thecaravan.org


Mita Banerjee

Mita Banerjee ist Professorin für Amerikanistik an der Universität Siegen. Sie hat sich in ihrer Forschung mit indischer Literatur in der Diaspora (The Chutneyfication of History, 2002) und der Frage ethnischer (Selbst-)Darstellung in der amerikanischen Gegenwartskultur befasst (Race-ing the Century, 2005). Ihr jüngstes Interesse gilt der Darstellung >asiatischer< Figuren in der deutschen Populärkultur.


Fatih Çevikkollu

Fatih Çevikkollu wurde 1972 in Köln geboren, verbrachte eine glückliche Kindheit in Köln-Nippes, und machte dort selbst sein Abitur. Nach längerer Zeit des Wandern und Suchens absolvierte er eine Schauspielausbildung an der Hochschule Ernst Busch in Berlin. Von 2001 bis 2004 war er Ensemblemitglied im Schauspielhaus Düsseldorf. Seit April 2005 präsentiert er den >No Maganda Club< mit Newcomern aus der Comedy-Szene. Parallel tritt er seit Ende 2005 mit seinem Kabarett-Soloprogramm Fatihland auf, für das er den Prix Pantheon 2006 – Jurypreis – gewann. Im Fernsehen ist Fatih Çevikkollu u.a. in der Comedy-Serie Alles Atze zu sehen.

www.fatihland.de


Koreanische Frauengruppe

Kook-Nam Cho-Ruwwe, Hyun-Sook Kim, Sa-Soon Shin-Kim und Hyun-Sook Song sind als Mitglieder der 1978 gegründeten Koreanischen Frauengruppe aktiv. Wir sind Koreanerinnen, von denen die Mehrzahl in den 1960er und 1970er nach Deutschland gekommen ist, um hier als Krankenschwester zu arbeiten. Wie setzen uns mit dem Thema >Frauen in der Migration< auseinander. Unser Ziel ist es, uns in dieser Gesellschaft selbst zu positionieren und uns Zukunftsperspektiven zu setzen, die uns gerecht werden. Website:
Koreanische Frauengruppe


Gaston Ebua

Gaston Ebua ist Aktivist der Organisation The Voice Refugee Forum, die Mitte der 1990er Jahre von Flüchtlingen und Menschenrechtsaktivisten aus Nigeria und Liberia gegründet wurde und heute mit der Unterstützung vieler Flüchtlinge aus dem gesamten Bundesgebiet arbeitet. Ihre Mitglieder engagieren sich aktiv für verfolgte Menschenrechtsaktivist/-innen und gegen die Verletzung von Menschenrechten hier und in ihren Heimatländern und informieren über die schwierigen Lebensbedingungen von Flüchtlingen in Deutschland und die Menschenrechtslage in ihren Heimatländern. 2000 initiierte und koordinierte The Voice in Jena den ersten Flüchtlingskongress Europas.

The Voice Forum


Young-Sun Hong

Young-Sun Hong ist Associate Professor of History an der State University of New York (Stony Brook) und Autorin der 1998 erschienenen Monografie Welfare, Modernity, and the Weimar State, 1919-1933, Princeton UP. Neben ihrer Tätigkeit als Redakteurin der Zeitschrift Social History arbeitet sie derzeit an einem Buch zum Thema Third World in the Two Germanys: Locating Race and Gender in Post-1945 Germany. Darin werden die multiplen Verortungen der sogenannten Dritten Welt und von Menschen außereuropäischer Herkunft in post-faschistischen Differenzpolitiken in Ost- und Westdeutschland während der 1950er und 1960er Jahre untersucht.


Araba Evelyn Johnston-Arthur

Araba Evelyn Johnston-Arthur studierte Afrikawissenschaften und Racism and Migration Studies in Legon (Ghana), Wien und London. Sie graduierte 2004 mit ihrer Arbeit Über die Konstruktion des >môrenmoerin im Kntext epistemischer Gewalt und den traumatischen Charakter neokolonialer Erfahrungen in der modernen afrikanischen Diaspora in Österreich. 1996 war sie Mitgründerin von Pamoja und ist seitdem in der Schwarzen Bewegung Österreichs aktiv. Tätig als Kuratorin für das Ausstellungsprojekt Verborgene Geschichte(n) – Remapping Mozart rief sie die Schwarze Research-Group ins Leben. Sie lehrt an der Universität Wien und ihre Schwerpunktthemen sind: Schwarze Politik und Repräsentation, institutionalisierter Rassismus und Schwarzes Empowerment.


ADEFRA (Schwarze deutsche Frauen/ Schwarze Frauen in Deutschland)

Katja Kinder, Ria Cheatom und Ekpenyong Ani sind Aktivistinnen von ADEFRA (Schwarze deutsche Frauen/Schwarze Frauen in Deutschland), einem Verein, der die Vielfalt von Schwarzen Frauen repräsentiert und 1986 gegründet wurde. Eines seiner wesentlichen Ziele ist Empowerment, d.h. Selbstbewusstsein, Selbstbestimmung und Selbstorganisation Schwarzer Frauen/Lesben zu stärken und zu unterstützen. In den vergangenen Jahren haben sich die Schwerpunkte Austausch (auch international), Bildung, Beratung und Unterstützung Schwarzer Frauen/Mädchen, Kooperation mit Schwarzen Flüchtlingen und berufliche Netzwerke herausgebildet.
Website:

www.adefra.com


Stephen Lawson

Stephen Lawson, Bildhauer; Arbeitsaufenthalte in Frankreich, den USA und der Karibik; organisierte 1995 die erste Gruppenausstellung Schwarzer Künstler/-innen in Berlin; 1997 erste Einzelausstellung Blicke unserer Ahnen; seitdem zahlreiche Ausstellungen u.a. im Rahmen der Konferenz Beyond Multiculturalism in Berlin (1997); Rufe – Zeuge – Ahne im Filmmuseum Frankfurt am Main (1999); Fern-seh-en-de, Wegmarkenprojekt Hellweg (2000); Farben des Geistes, Gemeinschaftsausstellung mit Yvonne Buntrock im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg (2003); ...eine vergessene Kolonialgeschichte, Landesmuseum Oldenburg (2005).
www.atelier-lawson.de


Maggi Leung

Maggi Leung ist Geografin, geboren und aufgewachsen in Hong Kong. Sie studierte an verschiedenen Universitäten in den USA und bekam ihren Doktortitel (rer. pol.) 2002 von der Universität Bremen. Von 2002 bis 2006 unterrichtete sie an der Fakultät für Geographie und Ressourcen-Management der Chinese University of Hong Kong. Für ihr Buch Chinese Migration in Germany: Making Home in Transnational Space (Frankfurt: IKO Verlag 2004) erhielt sie den Young Researcher Award ihrer Universität. Sie unterrichtet und forscht über Migration, Tourismus, kulturelles Erbe, nachhaltige Entwicklung und Genderfragen. Momentan ist Maggi Leung Humboldt Research Fellow der Universität Bonn.


Julio Mendívil

Julio Mendívil wurde 1963 in Lima/Peru geboren. Jahrelang arbeitete er als Musiker traditioneller Musik der peruanischen Anden, bevor er sich der Musikethnologie zuwandte. Als Autor hat er den Erzählungsband La agonía del condenado. EDC, León 1998 und die Artikelsammlung Todas las sangres: artículos sobre música popular. Lima: Nationalbibliothek 2001) sowie zahlreiche Artikel in musikethnologischen Zeitschriften in Lateinamerika und in Europa veröffentlicht. Seit 1990 lebt er in Deutschland, wo er als Dozent für Musikethnologie am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität zu Köln arbeitet.


Muhsin Omurca

Muhsin Omurca gründete 1985 mit Sinasi Dikmen das erste türkische-deutsche Kabarett KNOBI-BONBON: Nix gelogen valla! Nach zwölf erfolgreichen Jahren und ca. 1500 Auftritten, wagt sich Omurca auf Solo-Pfade und wird für sein Debüt »Tagebuch eines Skinheads in Istanbul« mit dem Deutschen Kabarett Sonderpreis 1998 ausgezeichnet. Neben vielen Ausstellungen wurden seine Zeichnungen und Cartoons auch mit zahlreichen internationalen Kleinkunst- und Karikaturpreisen prämiert. Autor von Matchball-Tennis Cartoons (1991), KANAKMÄN – »tags deutscher nachts türke« (2002) sowie dem Radiohörspiel HÜSNÜ – Der getürkte Deutsche (2002).
Website:
www.omurca.de


Mariam Popal

Mariam Popal ist Research Fellow an der Bayreuth Academy of Advanced African Studies / Universität Bayreuth und habilitiert sich in der Komparatistik/Comparative Literature an der Universität Bayreuth. Sie schloss ihre Doktorarbeit an der Universität Hamburg zur Scharia aus (rechts-)vergleichender, feministischer und postkolonialer Perspektive mit summa cum laude ab. Sie lehrt und forscht zu Modernen englisch(-sprachigen) und amerikanischen Literaturen, (Literary) Theory, Critical Affect Studies, Postcolonial Shakespeare Studies, (Feminist & Queer) Postcolonial und Decolonial Studies, Critical Afghan Studies, Neo-Orientalismen und (antimuslimischer) Rassismus. Jüngste Veröffentlichungen: Zur Kritik westlicher Islamdiskurse. Das Argument 319 (2016, Hg. zs. mit Iman Attia); »Photo-graphs – Moving Mo(ve)ments of Things to Come«, »Mattering Matters – (in) Photography«, in: K. Fink / S. Gerhard / N. Siegert (Hg.) (2017), FAVT. Future Africa Visions in Time, pp. 175–180 und pp. 183–189 sowie der Dokumentarfilm »Concepts on the Move – In-between Pasts, Presences, Absences – and the future« (56 min., Bayreuth, 2018; Team: Natalie Patterer, Alice Mingqing Yuan, Zoe Dilan Smida, Oladapo Ayayi, Shirin Assa, Weeraya Donsomsakulkij, Elias Poya - Kevin Weiß & Matthias Meeh).


Daniel Kojo Schrade

Daniel Kojo Schrade, bildender Künstler; arbeitete von 1993-1999 als Assistent für freie Malerei und Grafik an der Akademie der Künste München und war danach als Dozent und Gastprofessor am College of Art der Kwame Nkrumah Universität in Kumasi (Ghana) tätig; Arbeitsaufenthalt in Mexiko; viele nationale und internationale Ausstellungsbeteiligungen und Einzelausstellungen u.a. in Kroatien, Italien, Ghana und den USA.


Tamsila Tauqir

Tamsila Tauqir ist Aktivistin und arbeitet zu >Race, Gender und Ijtihad. Sie ist momentan Projekt-Koodinatorin des Safra Project in Britannien. Das 2001 gegründete Safra Project sammelt Informationen und Ressourcen für lesbische, bisexuelle und/oder transgender Frauen, die sich religiös oder kulturell als muslimisch identifizieren.

www.safraproject.org


Barbara Walker

Barbara Walker wurde in Georgetown (Guyana) geboren. Ihr Vater ist Jamaikaner und ihre Mutter ist gebürtige deutsche Jüdin. Barbara verbrachte ihre Kindheit in Jamaika, und wurde in Europa zur Erwachsenen. Sie ist Künstlerin, Feministin, Umweltschützerin und Lebensgenießerin. Sie liebt es, zu reisen, zu lesen, ihre fünf Hunde und drei Katzen und vor allem >la dolce far niente


Alexander G. Weheliye

Alexander G. Weheliye studierte Nordamerikastudien und Kulturwissenschaften in Berlin und New Brunswick, New Jersey. Er ist Assistant Professor für English and African American Studies an der Northwestern University in Chicago. Zu seinen Themenschwerpunkten gehören afro-diasporische Literatur und Kultur, Kritische Theorie, Cultural Studies und Populärkultur. Neben diversen Aufsätzen erschien 2005 seine Monografie Phonographies: Grooves in Sonic Afro-Modernity (Duke UP).


Eleonore Wiedenroth-Coulibaly

Eleonore Wiedenroth-Coulibaly, geboren 1955 in Hessen, Diplomübersetzerin und Studium der Ethnologie, ist Referentin für Bildung, Anti-Rassismus, Geschichte und Literatur Schwarzen Lebens in Deutschland. Sie war Mitbegründerin der ISD und lange Jahre im Vorstand von ISD-Bund e.V.

Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Sichtbarmachung der Präsenz von Schwarzen Menschen in der deutschen Geschichte und Gegenwart sowie Vernetzung und Empowerment. Ihre Publikationen erschienen u.a. in Farbe bekennen (1986), Talking Home: Heimat aus unserer eigenen Feder (1999), The Black-Book (2004) und re/visionen: Postkoloniale Perspektiven von People of Color auf Rassismus, Kulturpolitik und Widerstand in Deutschland (2007). Auch war sie an der Konzeption der Ausstellung Homestory (2005/2006) beteiligt und initiierte 2008 ein Theaterprojekt von Schwarzen Jugendlichen. In den letzten Jahren war sie für das Goethe-Institut in der Elfenbeinküste und in Togo tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Frankfurt am Main.


Sascha Zinflou

Sascha Zinflou ist seit vielen Jahren in antifaschistischen und antirassistischen Initiativen aktiv. Seine Arbeitsschwerpunkte sind institutionalisierter Rassimus und Rassismustheorie. Von 1998 bis 2000 arbeitete er als Referent für die migrationspolitische Sprecherin der Grünen im nordrhein-westfälischen Landtag, danach war er mehrere Jahre als Unternehmensberater tätig. Heute lebt der 31jährige Mathematiker im Ruhrgebiet und leitet das Produktmanagement in einem mittelständischen Softwareunternehmen.


Isidora Randjelovic

Isidora Randjelovic, Jg. 1975, lebt seit 1989 in Berlin. Studium der Sozialpädagogik und Sozialarbeit an der Fachhochschule für Sozialwesen Alice Salomon. Seit 2000 Diplom-Sozialpädagogin mit dem Arbeitsschwerpunkt interkulturelle Sozialarbeit. Hauptberuflich bei Evin e.V. / Regenbogen im Bereich der ambulanten Hilfen beschäftigt. Nebenberuflich Teilzeitstudium der Politikwissenschaften am Otto-Suhr-Institut in Berlin. Mitbegründerin des Roma Elternvereins Berlin Bashe Rroma e.V.


Christiane Hutson

Christiane Hutson ist Sozialwissenschaftlerin und als Lehrbeauftragte an der HU Berlin und der Universität Bielefeld tätig. Sie ist Mitfrau des Zentrums für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung an der Universität Oldenburg und arbeitet zu Krankheits- und Behinderungserfahrungen von People of Color in Deutschland. Ihr Beitrag »Politische Partizipation als Selbstwertschätzung« erschien unter www.migration-boell.de und ihr Artikel »Schwarzkrank?« in dem Buch »re/visionen« im Unrast-Verlag.


Johannes Ismaiel-Wendt

Johannes Salim Ismaiel-Wendt studierte Kulturwissenschaft, Soziologie und Musikwissenschaft. Er promovierte 2010 an der Universität Bremen. Er schreibt, komponiert, hält soundlectures und lehrt über Ästhetiken elektronischer Musik, Sounds und Routen des Black Atlantic. Sein aktueller Forschungsschwerpunkt ist Performance als Postkoloniale Wissensgenese. Johannes Ismaiel-Wendt war wissenschaftlicher Mitarbeiter am Haus der Kulturen der Welt in Berlin. Seit Mai 2012 ist er Professor für Musikwissenschaft an der Universität Hildesheim.


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Hintergrundinfos

Radio Bleiberecht über ›re/visionen‹ 2016 [4:53 min.]


Belinda Kazeem und Jo Schmeiser im Gespräch über ›re/visionen‹ – Kulturrisse 03/07