Aus unterschiedlichen theoretischen und praktischen Perspektiven begibt sich dieser Band auf die Suche nach der Bedeutung von Verletzlichkeit in einer Welt der Entfremdung. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass Verletzlichkeit keine Schwäche darstellt, sondern eine grundlegende Bedingung menschlichen Zusammenlebens. Erst in der Anerkennung unserer eigenen und der fremden Verletzlichkeit werden Empathie, Solidarität und Verbundenheit möglich – sowohl in der Sozialen Arbeit als auch im gesellschaftlichen Leben insgesamt. Die Beiträge beleuchten verschiedene Dimensionen dieser Fragestellung. Sie widmen sich unter anderem Themen wie Tierethik, dem Spannungsfeld von Nähe und Distanz in professionellen Beziehungen, der eigenen Verletzlichkeit als Ressource professionellen Handelns sowie unterschiedlichen Formen von Verletzlichkeit in pädagogischen Berufen.
Weitere Perspektiven richten sich auf den Leib als ontologischen Ausgangspunkt Sozialer Arbeit, auf die Bedeutung von Wut und anderen Gefühlen für eine antirassistische Sozialarbeitspraxis sowie auf feministische Ökologie und feministische Ansätze als grundlegende Paradigmen sozialarbeiterischen Denkens und Handelns. Ziel des Bandes ist es, sich einer Ethik der Verletzlichkeit anzunähern, die den Mut hat, dorthin zu schauen, wo in professionellen Beziehungen traditionell Spannungen entstehen – insbesondere im Austarieren von Nähe und Distanz. Aus einer Perspektive der Verbundenheit heraus eröffnet der Band damit die Möglichkeit, Verletzlichkeit nicht als Defizit, sondern als Ausgangspunkt für eine solidarischere und menschlichere Gesellschaft zu verstehen.











