In den letzten zwanzig Jahren haben Anarchist*innen entscheidend dazu beigetragen, Widerstand über Kipppunkte hinaus in offene Aufstände zu treiben – in Ägypten, Hongkong, Katalonien, Griechenland, Frankreich, den USA, Mexiko, Chile oder Brasilien. Zugleich sind sie immer wieder hinter ihren gesellschaftlichen Möglichkeiten zurückgeblieben, haben vorhersehbare Gefahren nicht erkannt oder waren nicht in der Lage, die nächsten Schritte zu gehen.
Dieses Buch benennt die dabei in den Blick geratenen Leerstellen anarchistischer Praxis: Viele dieser Niederlagen lassen sich auf ungelöste Fragen von Organisation, Kontinuität und Gemeinschaft zurückführen. Die anarchistische Bewegung fetischisiert Organisation, anstatt sie als begrenztes Werkzeug zu begreifen; sie versteht nicht, warum sie sich von Generation zu Generation immer wieder neu erfindet und dabei ähnliche Fehler wiederholt; und sie unterschätzt ihre Isolation – eine Isolation, die ihre Handlungsfähigkeit einschränkt und sie anfällig für Repression macht.
Falsche Bescheidenheit hat die Bewegung daran gehindert, zu erkennen, wie wirksam sie tatsächlich war, während ihr Ego die Bewegten blind für die systematischen Fehler gemacht hat, mit denen sie revolutionäre Situationen immer wieder verspielen. Peter Gelderloos fordert dazu auf: Es ist Zeit, die Dinge klar zu sehen!











