Gemachte Differenz

Kontinuitäten biologischer »Rasse«-Konzepte
ISBN: 978-3-89771-475-5
Erscheinungsdatum 31. Juli 2009
376 Seiten

19,80 

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Das Konzept der ›Rasse› wird seit einigen Jahren in den Biowissenschaften wieder vermehrt verwendet. Dies findet konträr zu den unzähligen Kritiken statt, die einen Bezug auf den Begriff eigentlich ausschließen sollten. Mehr noch: der Boom der Genetik hat zudem neue Formen der biologischen Unterscheidung von Menschen entlang von ›Rasse‹ produziert. Zwar weisen die Sozialwissenschaften darauf hin, dass rassifizierte Unterschiede immer häufiger mit ›kulturellen Differenzen‹ begründet werden, gleichzeitig sind jedoch biologische ›Rasse‹-Konzepte weiterhin virulent. Dies macht eine kritische Analyse und Diskussion dazu dringend notwendig.
Die Autor_innen dieses Bandes beschäftigen sich mit wissenschaftlichen ›Rasse‹-Konzepten in ihrer historischen Entwicklung vom Kolonialismus bis in die Gegenwart. Sie untersuchen die Konjunktur rassistischer Forschungsprojekte in den heutigen Biowissenschaften sowie die wissenschaftliche Herstellung dieser Konzepte. Wichtige Bezugspunkte sind dabei die sozialkonstruktivistische sowie postkoloniale Theorie, die kritische Weißseinsforschung, die feministische Naturwissenschaftskritik und Ansätze der Wissenschaftssoziologie. Der Band gibt damit einen Überblick über die Kritik an Kontinuität, Reetablierung und Modernisierung von ›Rasse‹ in den biowissenschaftlichen Disziplinen.

Mit Beiträgen von Thomas Brückmann, Franziska Maetzky, Tino Plümecke, Ina Kerner, Anne Fausto-Sterling, Grada Kilomba, Christine Hanke, Timm Ebner, Kien Nghi Ha, Kerstin Palm, Christiane Hutson, Susanne Bauer, Troy Duster, Monika Feuerlein/Carsten Junker und Timo Wandert.


PRESSESTIMMEN

»Es gibt Trends, die, so schrecklich sie auch sind, einfach nicht abreißen. Auch in der Wissenschaft. ›Gemachte Differenz‹ befasst sich mit dem tot geglaubten Konzept der ›Rasse‹ und seinen Entwicklungslinien von der Kolonialzeit bis heute. (…) Man muss dieses Buch lesen, um den Wahnsinn zu begreifen und ihm entgegenwirken zu können.« Nambowa Mugalu, philtrat nr. 92, 2009

»Neu für den deutschen Kontext ist die fundierte und differenzierte Darstellung der wissenschaftlichen Rassekonzepte und vor allem deren Konsequenzen für die wissenschaftliche Forschung, für Gesundheits- und Bevölkerungspolitik und für rassistische Wissenschafts- und Alltagsdiskurse. Dieses mit umfangreichen Literaturhinweisen versehene Buch sei daher all jenen ans Herz gelegt, die sich an aktuellen politischen Debatten um die Wirkungsmächtigkeit von Rassismus beteiligen wollen. Das Problem heißt nicht Fremdenfeindlichkeit, sondern Rassismus und es fängt bei der Klassifizierung an.«Doris Liebscher, KILBY2. Phase 2 Nr. 32, 12/09 Literaturbeilage, Winter 2009

»Der Band ›Gemachte Differenz‹ muss unbedingter Bestandteil jedes sozial- und kulturwissenschaftlichen sowie biologischen und medizinischen Studiums werden.«Heinz-Jürgen Voß, literaturkritik.de