Unveröffentlichte Gedichte und Texte sowie Erinnerungen früherer Wegbegleiter*innen: eine einmalige Sammlung!
Ika Hügel-Marshall, Nivedita Prasad, Dagmar Schultz (Hg.)

May Ayim

Radikale Dichterin, sanfte Rebellin

ISBN 978-3-89771-094-8
Erscheinungsdatum: August 2021
Seiten: 304
Ausstattung: Klappenbroschur | durchgängig farbig illustriert
19,80 €

Beschreibung

Mit diesem Buch gedenken wir des 25. Todestags der afrodeutschen Dichterin und Aktivistin May Ayim, die am 9. August 1996 aus dem Leben gegangen ist.

Familienmitglieder aus Ghana, den USA und Deutschland sowie Freund_innen, Kolleg_innen und Mitstreiter_innen wie die Schriftsteller_innen Esther Andradi, Cornelia Becker und Vusi Mchunu, der Musiker Linton Kwesi Johnson und der Filmemacher John Kantara u.v.a. schildern persönliche Begegnungen mit May Ayim. Sie beschreiben den Einfluss, den sie auf ihr Leben hatte und bis heute hat, und würdigen so ihr Leben und Werk.

Darüber hinaus enthält der Band 20 bislang unveröffentlichte Gedichte, Fundstücke aus dem Nachlass der Autorin, die ein Kleinod der deutschsprachigen Literatur darstellen. Vorträge und Artikel von May Ayim sowie Interviews mit ihr runden diesen Gedenkband ab.

May Ayim. Radikale Dichterin, sanfte Rebellin zeichnet ein detailliertes Bild des abwechslungs- und facettenreich kurzen Lebens der Autorin und bezeugt die Vielfältigkeit ihres Schaffens und Wirkens.

»Wie würde May heute, 25 Jahre nach ihrem Leben, auf die Welt und auf unsere Republik schauen? Vielleicht wäre sie erstaunt darüber, wie groß und vielstimmig die Schwarze Community in Deutschland ist. Und dass ihre Gedichte auf YouTube rezitiert werden. Aber sie wäre wohl auch enttäuscht darüber, dass wir viele Kämpfe von damals noch immer austragen müssen. Welche Worte hätte sie gefunden für die Tau­senden von Menschen, die 2015 Zuflucht in Deutschland suchten? Für George Floyd und all die anderen Schwarzen Brüder und Schwestern, die verletzt und getötet wurden? Ich bin sicher, es wären starke Worte. Es schmerzt, dass May nicht da war, als der erste Schwarze Abgeordnete in den Bundestag einzog oder als die ISD ihr 30-jähriges Bestehen feierte. Ich wünschte, sie hätte noch etwas länger durchgehalten, um diese Er­folge mitzuerleben. Sie, deren künstlerisches Schaffen stets ausdrückte, dass Schwarzes Leben zählt. Hätte sie doch nur gewusst, wie sehr ihr eigenes ›Black Life Mattered‹. Auch heute noch.« – Jeannine Kantara

 

Autor*innen

Ika Hügel-Marshall

Ika Hügel-Marshall, geboren 1947 in Bayern, ist Dipl. Sozialpädagogin. Sie war Heimleiterin, Verlagsangestellte, Anti-Rassismus-Trainerin und hat an verschiedenen Hochschulen unterrichtet, zuletzt, bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 2014, an der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin. Sie ist Mitherausgeberin der Textsammlung Entfernte Verbindungen und Co-Autorin des Films Audre Lorde – The Berlin Years 1984 – 1992. Ihre Autobiografie Daheim unterwegs – ein deutsches Leben erschien zunächst 1998 im Orlanda Frauenverlag, 2002 im Fischer Taschenbuch Verlag, und 2012 im Unrast Verlag. Die englische Übersetzung, Invisible Woman, im Peter Lang Verlag.


Nivedita Prasad

Nivedita Prasad, Prof.‘in Dr.‘in, ist Professorin an der ASH Berlin. Davor war sie 15 Jahre in einer NGO zum Themenkomplex ›Gewalt gegen Migrantinnen‹ tätig. Seit Anfang der 90er-Jahre ist sie zudem maßgeblich daran beteiligt, Räume für Schwarze Frauen / Women of Color in Deutschland zu gestalten; sie hat den ersten und zweiten bundesweiten Kongress für Schwarze Frauen, Migrantinnen, im Exil lebende und jüdische Frauen mitorganisiert, mit durchgeführt und mit May Ayim dokumentiert. 2012 wurde ihr der »Anne-Klein-Preis der Heinrich-Böll-Stiftung« – für ihr Engagement gegen Menschenrechtsver­letzungen an Migrantinnen – verliehen. Letzte Veröffentlichungen: »Recht vor Gnade. Bedeutung von Menschenrechtsentscheidungen für eine diskrimi­nierungskritische (Soziale) Arbeit« (Weinheim/Basel 2020), »Rassismus in Deutschland – kein Thema bei der UN?« (Berlin 2019).


Dagmar Schultz

Dagmar Schultz war Professorin an der Alice Salomon-Fachhochschule in Berlin von 1991 bis 2004. Von 1963 bis 1972 studierte und arbeitete sie in den USA. Ihr Studium schloss sie mit einer Dissertation über Arbeiterbildung ab. Von 1973 bis 1986 lehrte sie am John F. Kennedy-Institut für Nordamerikastudien an der FU Berlin und habilitierte 1989 am Soziologischen Institut der FU Berlin. Sie war Mitbegründerin und langjährige Mitarbeiterin des Feministischen Frauengesundheitszentrums Berlin und des Orlanda Frauenverlags. Ihre Lehr- und Forschungsschwerpunkte: Interkulturelle Sozialarbeit, Frauen- und Genderstudien und politische und kulturelle Kompetenz in der psychosozialen und psychiatrischen Versorgung von MigrantInnen und Minderheiten.


May Ayim

May Ayim, ghanaisch-deutsche Dichterin, Wissenschaftlerin und politische Aktivistin, wurde 1960 in Hamburg geboren, wuchs in einer Pflegefamilie in Nordrhein-Westfalen auf, studierte Psychologie und Pädagogik in Regensburg und schloss eine Ausbildung als Logopädin in Berlin ab, wo sie von 1984 an lebte und als Sprachtherapeutin sowie als Dozentin und als Studienberaterin an Hochschulen arbeitete. Im Alter von 36 Jahren nahm May Ayim sich das Leben.

2011 wurde das Kreuzberger Gröbenufer in Berlin dank einer zivilgesellschaftlichen Initiative in May Ayim Ufer umbenannt.

May Ayim ist Mitherausgeberin und Mitautorin der Bände Farbe Bekennen. Afro-deutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte und Entfernte Verbindungen. Rassismus, Antisemitismus, Klassenunterdrückung sowie einer Vielzahl von Aufsätzen in Sammelbänden und Zeitschriften. Ihre Gedichte und Essays erschienen zunächst im Orlanda Frauenverlag (blues in schwarz weiss 1985; nachtgesang 1997; Grenzenlos und unverschämt 1997). Gedichte und Texte erschienen in Englisch, Spanisch und Portugiesisch. Africa World Press veröffentlichte Blues in Black and White, eine Sammlung von Gedichten und Essays. Showing Our Colors. Afro-German Women Speak Out erschien bei der University of Massachusetts Press.

May Ayim war eine der Vorreiter*innen der Schwarzen Deutschen Bewegung, die mit ihrer Forschung zur Geschichte und Gegenwart Afro-Deutscher und mit ihrer politischen Lyrik im In- und Ausland bekannt wurde. Sie gehörte 1985 zu den Gründer*innen der Initiative Schwarze Deutsche und Schwarze in Deutschland.

1997 erschien der biografische Film Hoffnung im Herz. Mündliche Poesie – May Ayim (Maria Binder, 28 Min.) Den Film gibt es bei Vimeo mit englischen und portugiesisch/brasilianischen Untertiteln.


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