Zwischen Arbeitsmarkt und Migrationskontrolle
Moritz Altenried, Manuela Bojadžijev, Leif Jannis Höfler, Mira Wallis ... (Hg.)

Logistische Grenzlandschaften

Das Regime mobiler Arbeit nach dem ›Sommer der Migration‹

ISBN 978-3-89771-233-1
Erscheinungsdatum: Oktober 2017
Seiten: 208
Ausstattung: Softcover
16,00 €

Beschreibung

Nach dem ›Sommer der Migration‹ 2015 ist Bewegung in das Feld mobiler Arbeit gekommen. Geflüchtete werden zunehmend als potenzielle Arbeitskräfte betrachtet – ein bedeutender Paradigmenwechsel angesichts der langen Tradition der Abschottung des deutschen Arbeitsmarkts gegenüber Asylsuchenden. In der Folge entstanden zahlreiche Initiativen und Pilotprogramme von staatlicher Seite, aus der Privatwirtschaft sowie der Zivilgesellschaft, um Geflüchtete in Arbeit zu vermitteln. Mit Blick auf diese Vermittlungsinfrastruktur beschreibt der Sammelband das in Wandlung begriffene Regime mobiler Arbeit: zwischen Fachkräftemangel und Ausgrenzung, Ankunftszentrum und Abschiebung.

Der erste Teil von Logistische Grenzlandschaften widmet sich den Politiken und Praktiken der Vermittlung mobiler Arbeit. Die Autor*innen entwickeln eine neue theoretische Perspektive auf die Themenfelder Arbeit, Mobilität und Migration, indem sie diese mit kritischen Forschungen zum Thema Logistik verbinden. Die editierten Beiträge im zweiten Teil des Bandes kommentieren und erweitern diese Perspektive um Einschätzungen u.a. aus der Rechtswissenschaft und der Arbeitssoziologie.

Autor*innen

Moritz Altenried

Moritz Altenried (Goldsmiths University of London / Leuphana Universität Lüneburg) forscht unter anderem zu digitalem Kapitalismus, Arbeit, Logistik und Migration.


Manuela Bojadžijev

Manuela Bojadžijev ist Juniorprofessorin für Globalisierte Kulturen an der Fakultät für Kulturwissenschaften der Leuphana Universität Lüneburg und Beauftragte des BIM-Vorstands für internationale Kooperationen. Sie gehörte 1997 zu den Mitbegründer*innen von Kanak Attak. Migrantische Kämpfe sind seit jeher Schwerpunkt ihres Forschungsinteresses. Aktuell konzentriert sie sich auf die Frage, wie die heterogenen Akteur*innen der Arbeitsmigration den infrastrukturellen Ausbau und die logistische Reorganisation des europäischen Grenzregimes beeinflussen.


Leif Jannis Höfler

Leif Jannis Höfler arbeitet am Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) und forscht zu zeitlichen Grenzen im Arbeitsmarktzugang Geflüchteter.


Mira Wallis

Mira Wallis ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie forscht unter anderem zu Arbeitsrechten und der Verschränkung von Migrations- und Arbeitsmarktkontrolle.


Sandro Mezzadra

Sandro Mezzadra lehrt Theorie der Politik an der Universität von Bologna und ist Adjunct Fellow am Institute for Culture and Society, University of Western Sydney. Er ist ein aktiver Teilnehmer an der ›post-operaistischen‹ Debatte und einer der Gründer des Projekts Euronomade (www.euronomade.info). Im letzten Jahrzehnt hat er sich intensiv mit Migration, postkolonialer Kritik und globalem Kapitalismus beschäftigt. 2014 veröffentlichte er sein letztes Buch Nei cantieri marxiani. Il soggetto e la sua produzione (Manifestolibri). Gemeinsam mit Brett Neilson ist er Autor von Border as Method, or, the Multiplication of Labor (Duke University Press, 2013).


Karin Scherschel

Karin Scherschel ist Soziologin mit Forschungs- und Publikationsschwerpunkten in den Bereichen Asyl, Migration, Rassismus, Prekarisierung, Aktivierung, Erwerbsarbeit, Soziale Arbeit, Soziale Ungleichheit und Teilhabe. Sie ist Professorin an der Hochschule RheinMain Wiesbaden, Fachbereich Sozialwesen.


Dorothee Frings

Dorothee Frings ist seit 1997 Professorin für Verfassungs-, Verwaltungs- und Sozialrecht an der Hochschule Niederrhein, Fachbereich Sozialwesen. Von 1983 bis 1997 war sie als selbstständige Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Migrationsrecht tätig. Ihre wissenschaftlichen Schwerpunkte und Publikationen liegen im Bereich des deutschen und Europäischen Sozialrechts für Migrant*innen.

 


Stephan Dünnwald

Stephan Dünnwald ist Migrationsforscher und Mitarbeiter des Bayerischen Flüchtlingsrats. Von 2009 bis 2014 war er Forscher am Centro de Estudos Africanos in Lissabon. Als Forscher und im Auftrag von Menschenrechtsorganisationen (u.a. Pro Asyl, Medico International) unternahm er zahlreiche Recherchen zu Flucht und Migration in Mitteleuropa und Kosovo sowie Mali, Mauretanien und Kapverdische Inseln. Er promovierte in Soziologie zum deutschen Verhältnis zu Fremden am Beispiel von Nachbarschaftsinitiativen in der Flüchtlingsarbeit.


Peter Birke

Peter Birke ist Historiker und Politologe und arbeitet am Soziologischen Forschungsinstitut Göttingen (SOFI). Seine Forschungsschwerpunkte sind historische Arbeitssoziologie, Arbeit und Migration, Stadtsoziologie und urbane soziale Bewegungen.


Felix Bluhm

Felix Bluhm ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Soziologischen Forschungsinstitut Göttingen. Er forscht zu Formen kollektiver Organisierung im (Arbeits-)Alltag sowie zu Arbeitsbedingungen von Geflüchteten.


Nicole Mayer-Ahuja

Nicole Mayer-Ahuja beschäftigt sich mit der Prekarisierung und Informalisierung von Arbeit in historischer und transnationaler Perspektive. Sie ist Professorin für die Soziologie von Arbeit, Unternehmen und Wirtschaft an der Universität Göttingen und Direktorin des Soziologischen Forschungsinstituts (SOFI) e.V.


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