Der Band umfasst eingehende Analysen antisemitischer Positionierungen auf den Diskursebenen der Medien, der Politik, der Wissenschaft, der Religion und des Alltags
Klaus Holz, Heiko Kauffmann, Jobst Paul (Hg.)

Die Verneinung des Judentums

Antisemitismus als religiöse und säkulare Waffe

ISBN 978-3-89771-751-0
Erscheinungsdatum: Oktober 2009
Seiten: 184
Reihe: Edition DISS Band: 22
Ausstattung: softcover
22,00 €

Beschreibung

Edition Diss Band: 22
Der Band umfasst eingehende Analysen antisemitischer Positionierungen auf den Diskursebenen der Medien, der Politik, der Wissenschaft, der Religion und des Alltags. Thematisiert wird die Entstehung des politischen Antisemitismus in Deutschland und dessen gegenwärtige Wiederbelebung im Islamismus. Einen Schwerpunkt bildet die jüdische Perspektive auf das Phänomen des Antisemitismus und auf ihr Gegenprogramm der gerechten Gesellschaft. Vor diesem Hintergrund wird die Flüchtlingspolitik der Gegenwart betrachtet. Dies geschieht anlässlich des 70. Jahrestages der Konferenz von Evian und deren Umgang mit jüdischen Flüchtlingen (1938).


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Aus dem Inhalt

Einleitung
Teil I
Historische Analysen
Kurt Lenk
Die Geburt des modernen politischen Antisemitismus
Gregor Hufenreuter & Uwe Puschner
Antisemitismus und völkische Bewegung im wilhelminischen Kaiserreich

Teil II
Jüdische Perspektiven
Jobst Paul
Die christliche Übertrumpfung des Judentums als Paradigma der Ausgrenzung. Deutsch-jüdische Analysen zum Syndrom der Judenfeindschaft
Andreas Disselnkötter
Die Bedeutung jüdischer Medien bei der Bekämpfung von Antisemitismus
Yves Kugelmann im Gespräch mit Jobst Paul
»›Antisemitismus‹ ist für uns Pflicht und nicht Kür im redaktionellen Alltag«
Siegfried Jäger
Die jüdische Vorstellung einer »gerechten Gesellschaft« zwischen religiös begründeter und profaner Ethik. Eine diskurstheoretische Spurensuche 81
Aktuelle Analysen

Teil III
Aktuelle Analysen
Moshe Zuckermann
Verdinglichte Sühne. Von Interessen und Befindlichkeiten. Anmerkungen zu den deutsch-israelischen Beziehungen
Klaus Holz
Die Paradoxie der Normalisierung. Drei Gegensatzpaare des Antisemitismus vor und nach Auschwitz
Regina Wamper
Antisemitismus und Antijudaismus in Diskursen der Rechten. Brüche und Kontinuitäten
Jochen Müller
»Warum ist alles so ungerecht?« Antisemitismus und Israelhass bei Jugendlichen. Die Rolle des Nahostkonflikts und Optionen der
pädagogischen Intervention

Heiko Kauffmann
Von Evian nach Brüssel. Menschenrechte und Flüchtlingsschutz 70 Jahre nach der Konferenz von Evian

Über die Autorinnen

Autor*innen

Klaus Holz

Klaus Holz, Dr. habil., geboren 1960, Generalsekretär der Evangelischen Akademien in Deutschland e.V. Arbeitsschwerpunkte: Antisemitismusforschung, Sozial- und kulturwissenschaftliche Theorie. Veröffentlichungen u.a.: Literarischer Antisemitismus nach Auschwitz (hrsg. mit Klaus-Michael Bogdal und Matthias N. Lorenz), Stuttgart 2007; Die Gegenwart des Antisemitismus. Islamistische, demokratische und antizionistische Judenfeindschaft, Hamburg 2005; Subjekte und Gesellschaft. Zur Konstitution von Sozialität, (hrsg. mit Ulrich Wenzel und Bettina Bretzinger), Weilerswist 2003

Weitere ausgewählte Veröffentlichungen:
Die Gegenwart des Antisemitismus. Islamistische, demokratische und antizionistische Judenfeindschaft. Hamburger Edition, Hamburg 2005; Nationaler Antisemitismus. Wissenssoziologie einer Weltanschauung
Hamburg. 2001; Herausgeber des Bandes »Staatsbürgerschaft. Soziale Differenzierung und politische Inklusion in der modernen Gesellschaft«, Wiesbaden 2000.


Heiko Kauffmann

Heiko Kauffmann, Pädagoge und Sozialwissenschaftler, Mitbegründer und Vorstandsmitglied von PRO ASYL und Sprecher von PRO ASYL 1994 bis 2002, Träger des Aachener Friedenspreises 2001, Träger des Deutschen Kinderrechtspreises „Blauer Elefant“ 2001, Arbeitsschwerpunkte: Friedens- und Asylpolitik


Jobst Paul

Jobst Paul ist promovierter Sprach- und Literaturwissenschaftler und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung (DISS). Seine Arbeitsschwerpunkte sind die ideologischen Grundlagen westlicher Ausgrenzungskonstrukte. Er veröffentlichte Bücher und zahlreiche Aufsätze zur Ethik, u.a. zum Menschenbild in den Biowissenschaften. 2005/06 leitete er das Forschungsprojekt ›Staat, Nation, Gesellschaft‹, das sich mit den gesellschaftspolitischen Interventionen der deutsch-jüdischen Publizistik im 19. Jahrhundert beschäftigte. Derzeit koordiniert er das Editionsprojekt ›Deutsch-jüdische Autoren des 19. Jahrhunderts. Schriften zu Staat, Nation, Gesellschaft‹.


Siegfried Jäger

Siegfried Jäger (1937–2020), Prof. Dr., lehrte Sprachwissenschaft an der Universität Duisburg und war Leiter des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung (DISS).

Buchveröffentlichungen u.a.: (Hrsg. mit Christoph Butterwegge) Rassismus in Europa. 2. Aufl., Köln 1993; (Hrsg. mit Christoph Butterwegge) Europa gegen den Rest der Welt. Köln 1993; (Hrsg. mit Jürgen Link) Die vierte Gewalt. Rassismus und die Medien. Duisburg 1993; Der Großregulator. Analyse der Bildberichterstattung über den rassistisch motivierten Terror und die Fahndung nach der RAF im Sommer 1993. Duisburg 1993; (Hrsg. mit M. Jäger) Studien zu Rechtsextremismus und (Neo-)Konservatismus. Duisburg 1995; BrandSätze. Rassismus im Alltag. 4. Aufl., Duisburg 1996; Kritische Diskursanalyse. 4. erw. Aufl., Duisburg/Münster 2004; (gemeinsam mit M. Jäger) Gefährliche Erbschaften. Die schleichende Restauration rechten Denkens. Berlin 1999; (Hrsg. mit Alfred Schobert) Weiter auf unsicherem Grund. Faschismus, Rechtsextremismus, Rassismus. Kontinuitäten und Brüche, Duisburg 2000.

NACHRUF auf Prof. Dr. em. Siegfried Jäger
von Regina Wamper, Sebastian Friedrich, Sara Madjlessi-Roudi und Jens Zimmermann – analyse & kritik Nr. 663, 15. September 2020


Moshe Zuckermann

Moshe Zuckermann, 1949 in Tel-Aviv geboren, lebte zwischen 1960 und 1970 in Deutschland (Frankfurt am Main). Nach seiner Rückkehr nach Israel Studium der Soziologie, Politologie und Geschichte an der Universität Tel-Aviv. Lehrt seit 1990 am Cohn Institute for the History and Philosophy of Science and Ideas (TAU). 2000–2005 Direktor des Instituts für Deutsche Geschichte (TAU). 2009–2013 akademischer Leiter der Sigmund-Freud-Privatstiftung in Wien. Forschungsschwerpunkte: Geschichte und Philosophie der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften; Frankfurter Schule; Ästhetische Theorie und Kunstsoziologie; der Einfluss der Shoah auf die politischen Kulturen Israels und Deutschlands.


Kurt Lenk

Kurt Lenk, o. Prof., geb. 1929, Studium der Soziologie, Politischen Wissenschaft und Philosophie 1951 – 1956 an der Universität Frankfurt a. Main; dort Promotion 1956; Habilitation 1964 an der Universität Marburg/Lahn, venia legendi für Politische Wissenschaft und Politische Soziologie; Privatdozent; 1966 – 1972 Professor für Politische Wissenschaft an der Universität Erlangen-Nürnberg; 1972 – 1994 Professor an der RWTH-Aachen; Emeritierung 1994; lebt seitdem in Erlangen

Publikationen u.a.:(Hg.) Ideologie. Ideologiekritik und Wissenssoziologie, Neuwied und Berlin 1961, 9. Aufl. Frankfurt a. Main 1984; Marx in der Wissenssoziologie, Neuwied und Berlin 1972, 2. Aufl. Lüneburg 1986; Deutscher Konservatismus, Frankfurt a. Main 1989; Vordenker der Neuen Rechten (zus. mit G. Meuter / H.R.Otten) Frankfurt a. Main 1997


Regina Wamper

Regina Wamper, Dr. phil., ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS). Dort forscht sie diskursanalytisch zu den Themen extreme Rechte, Rassismus und Antifeminismus. Ihre Dissertation: »Das rechte Geschlecht. Geschlechterkonstruktionen in extrem rechten Medien und deren Relevanz für völkisches Denken« wurde 2017 auf dem Publikationsserver der RWTH Aachen University veröffentlicht.


Jochen Müller

Dr. Jochen Müller, Islamwissenschaftler und freier Publizist. Er arbeitet u.a. für die bpb und ist Mitarbeiter und Mitbegründer des Berliner Vereins »ufuq.de – Jugendkultur & politische Bildung in der Einwanderungsgesellschaft« (www.ufuq.de).


Yves Kugelmann

Yves Kugelmann, Chefredakteur des jüdischen Wochenmagazins »tachles« und der »revue juive«, seit 2004 Leiter des Monatsmagazins »aufbau«. Arbeitsschwerpunkte: deutsche Exilliteratur und Philosophie des 20. Jahrhunderts


Andreas Disselnkötter

Andreas Disselnkötter, M. A., Studium der Germanistik, Philosophie und Sozialwissenschaft in Münster und Bochum, zwischen 1998 und 2007 Gutachter für die Abteilung Righteous Among the Nations in Yad Vashem, derzeit in der schulischen Erwachsenenbildung tätig (Rahel-Varnhagen-Kolleg Hagen), zahlreiche Veröffentlichungen zum Nationalsozialismus und seinen Spätfolgen in Deutschland und Österreich. Seit 1996 fester freier Mitarbeiter der Tribüne, Zeitschrift zum Verständnis des Judentums.


Gregor Hufenreuter

Gregor Hufenreuter, M.A. Doktorand am Friedrich-Meinicke Institut der FU Berlin, Forschungsschwerpunkte Antisemitismus sowie völkische Bewegung im 20. Jahrhundert.


Uwe Puschner

Prof. Dr. Uwe Puschner, wissensch. Angestellter am Friedrich-Meinecke Institut der FU Berlin, Invité permanent und Gastprofessuren am Centre d’Études Germaniques Interculturelles de Lorraine (CEGIL) der Université Paul Verlaine in Metz, Träger des Deutschen Schulbuchpreises 1993, Mitherausgeber des Handbuches zur »Völkischen Bewegung« 1871-1918, (1996, 1999 als Paperback).


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