Regina Wamper – UNRAST VERLAG https://unrast-verlag.de Bücher der Kritik Thu, 06 Mar 2025 15:08:16 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9 https://unrast-verlag.de/wp-content/uploads/2022/10/cropped-unrast_logo-1-32x32.png Regina Wamper – UNRAST VERLAG https://unrast-verlag.de 32 32 Kritische Diskursanalyse https://unrast-verlag.de/produkt/kritische-diskursanalyse-2/ Wed, 18 Sep 2024 13:12:27 +0000 https://unrast-verlag.de/?post_type=product&p=40193 Continue reading "Kritische Diskursanalyse"

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Die Kritische Diskursanalyse (KDA) versteht sich als ein Analyseverfahren, das sich an der Diskurstheorie von Michel Foucault orientiert. Sie stellt eine Methode qualitativer Sozial- und Kulturforschung dar, die in zahlreichen Disziplinen angewendet wird. Sowohl Sozial-, Sprach- und Literaturwissenschaftler*innen als auch Medien- und Kommunikationswissenschaftler*innen, Pädagog*innen und Psycholog*innen haben inzwischen mit den Vorschlägen der KDA erfolgreich Diskurse analysiert und interpretiert. Das kritische Potential, das dieses Verfahren enthält, macht es besonders geeignet, gesellschaftlich brisante Themen zu analysieren, ihre Formen und Inhalte zu problematisieren, ungerechtfertigte Wahrheitsansprüche offenzulegen, Widersprüche aufzudecken und die suggestiven Mittel diskursiver Ansprache aufzuzeigen.

Die 8. Auflage ist die erste nach dem Tod ihres Begründers Siegfried Jäger, dessen Work in Progress wir hiermit fortsetzen. Sie fußt weiterhin auf der Normalismustheorie von Jürgen Link sowie auf seinen Ausführungen zur Kollektivsymbolik. Doch wir haben die ›Werkzeugkiste‹ erweitert um neue Kapitel zur Analyse von Bildern, Online-Diskursen, TV, Spezialdiskursen, Literatur und herabsetzender Rede. Weiter verbessert haben wir die praktischen Anleitungen und Beispiele zur Anfertigung eigener Analysen.

Dieses Buch versteht sich erstens als Lehrbuch und ›Gebrauchsanweisung‹ für die Erarbeitung von Diskurs- und Dispositivanalysen, zweitens als wissenschaftlicher Text zum Thema ›Diskurs und Dispositiv‹ sowie drittens als politischer Text zur Kritik gesellschaftlicher Verhältnisse.

Anlässlich der 6., vollständig überarbeiteten Neuauflage des Buches im Jahr 2012 schrieb Siegfried Jäger im DISS-Journal Nr. 24:

»Die soeben erschienene 6. Auflage der Kritischen Diskursanalyse ist nicht am grünen Tisch entstanden, sondern beruft sich auf Erfahrungen mit einer Vielzahl empirischer Projekte, die seit den frühen 1990er Jahren bis in die Gegenwart im Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS) durchgeführt worden sind. Diese Neufassung profitierte zudem von Vorarbeiten der 1992 gegründeten Diskurswerkstatt im DISS.

Im Zentrum dieser neuen Einführung steht nach wie vor die Frage nach dem politischen Nutzen der Diskursanalyse, der zwar gelegentlich noch bestritten wird, letztlich jedoch weitgehend anerkannt ist.

Kritische Diskursanalyse ist keine beliebige Methode, die sich vorhandener sozialwissenschaftlicher oder auch germanistisch-linguistischer Verfahren bedient, sondern sie ist dicht an eine Theorie rückgebunden: die Foucaultsche Diskurstheorie. […] Die hier vorgelegte ›Kritische Diskursanalyse‹ [hat] einen dreifachen Charakter. Sie versteht sich erstens als Lehrbuch und ›Gebrauchsanweisung‹ für die Erarbeitung von Diskurs- und Dispositivanalyen, zweitens als wissenschaftlicher Text zum Thema ›Diskurs und Dispositiv‹ und drittens als politischer Text, indem sie neue Möglichkeiten linker Politik aufzuzeigen versucht.«

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Autoritäre Zuspitzung https://unrast-verlag.de/produkt/autoritaere-zuspitzung/ Mon, 31 Oct 2022 09:09:04 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/?post_type=product&p=28575 Nicht nur in Deutschland, sondern in vielen Ländern Europas haben extrem rechte Parteien und Bewegungen in den letzten Jahren massiv an Zuspruch gewonnen – nicht nur ›auf der Straße‹, sondern auch bei Wahlen. Hintergrund dieses Rechtsrucks sind vor allem die verstärkten Fluchtbewegungen nach Europa, die damit zusammenhängende administrative Krise und die islamistischen Anschläge in mehreren europäischen Städten. Doch kenntnis- und aufschlussreich wie gewohnt zeigt das Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS) in dieser Publikation, dass es ist nicht zuletzt die global durchgesetzte Liberalisierung des Marktes ist, auf die der Rechtsruck aufsetzt und die ihn letztlich weitertreibt.

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Der NSU in bester Gesellschaft https://unrast-verlag.de/produkt/der-nsu-in-bester-gesellschaft/ Mon, 31 Oct 2022 08:55:57 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/?product=der-nsu-in-bester-gesellschaft

Dieser Band ist mit Förderung der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW entstanden.

 

Der gesellschaftliche Umgang mit den Morden des NSU zeugt von seiner Einbettung in ein medial vermitteltes und institutionell verfestigtes Wissen über Migration, rassistische Gewalt und ihre Ursachen, bei dem Migration und Kriminalität eng miteinander verknüpft sind. Hat sich daran nach Aufdeckung des NSU etwas verändert?

In dem Sammelband werden mit einem Blick in die 1990er Jahre die zentralen Faktoren ausgeleuchtet, die für die Entstehung und die weitgehend ungehinderten Aktivitäten des NSU relevant waren. Ein Blick in die Gegenwart arbeitet die politischen, juristischen und medialen Auseinandersetzungen mit dem NSU nach Bekanntwerden seiner Morde und deren Effekte heraus. Schließlich geht es um die Frage, was der NSU und der gesellschaftliche Umgang mit ihm und den Morden für eine antifaschistisch und antirassistisch ausgerichtete Theorie und Praxis bedeuten.

»ein wichtiger und guter Beitrag zu der Debatte um den NSU«Alexander Höbel, Das Argument

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»Das hat doch nichts mit uns zu tun!« https://unrast-verlag.de/produkt/das-hat-doch-nichts-mit-uns-zu-tun/ Thu, 10 Nov 2011 23:00:00 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/?product=das-hat-doch-nichts-mit-uns-zu-tun Continue reading "»Das hat doch nichts mit uns zu tun!«"

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Edition DISS Bd. 30

Am 22. Juli 2011 explodierte in Oslo eine Autobombe, die acht Menschen tötete. Wenig später tötete der gleiche Täter auf der Insel Utøya 69 junge Sozialdemokratinnen.
“In seiner Dringlichkeit kaum zu überbieten: Der Band liefert ein weites Spektrum politischer Analysen der oftmals ambivalenten Mediendiskurse rund um die Anschläge von Oslo und Utøya.”                                             Jorane Anders auf kritisch-lesen.de
Nach seiner Festnahme äußerte er antimuslimische und antimarxistische Ansichten. Die Autorinnen analysieren deutsche Medien unter dem Gesichtspunkt, wie dort dieses Ereignis eingeordnet wurde, ob und welche Diskursverschiebungen stattgefunden haben. Verschränkungen mit antimuslimischen Diskursen und deren der Extremismusbekämpfung werden besonders beachtet. Analysen zu der Reaktion extrem rechter Medien beleuchten Distanzierungen und Solidarisierungen.

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Rechte Diskurspiraterien https://unrast-verlag.de/produkt/rechte-diskurspiraterien/ Fri, 29 Oct 2010 22:00:00 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/?product=rechte-diskurspiraterien Continue reading "Rechte Diskurspiraterien"

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Edition DISS Band 28
In den letzten Jahren ist ein verstärktes Bemühen auf Seiten der extremen Rechten zu beobachten, Themen, politische Strategien, Aktionsformen und ästhetische Ausdrucksmittel linker Bewegungen zu adaptieren und für ihren Kampf um die kulturelle Hegemonie zu nutzen. Dabei handelt es sich keineswegs mehr nur um ein Steckenpferd der intellektuellen „Neuen Rechten“, vielmehr wird dies auch von NPD und militanten Neonazis praktiziert. Im Resultat hat sich die extreme Rechte eine Bandbreite kultureller und ästhetischer Ausdrucksformen angeeignet, indem sie sich am verhassten ‚Vorbild’ der Linken abgearbeitet hat. Man könnte auch sagen: Um überzeugender zu wirken, hat sie kulturelle Praktiken und Politikformen der Linken ‚entwendet’ – allerdings nicht, ohne sie mit den eigenen Traditionen zu vermitteln.

Solche Phänomene sind keineswegs neu. Auch der Nationalsozialismus bediente sich der Codes und Ästhetiken politischer Gegner und suchte Deutungskämpfe gerade verstärkt in die Themenfelder zu tragen, die als traditionell links besetzt galten. Auch in den 1970er Jahren waren solche Strategien vorhanden. Es stellt sich die Frage, warum und in welcher Form diese Diskurspiraterien heute wieder verstärkt auftreten.

Aus dem Inhalt

Einleitung

Helmut Kellershohn
Strategische Optionen des Jungkonservatismus

Martin Dietzsch
Strategiediskussion in der NPD

Christina Kaindl
Die extreme Rechte in der Krise

Sabine Kebir
Dekonstruktion von Wackelkandidaten und Diskurspiraten
Gramsci, Brecht und Anverwandlung linker Signifikanten durch rechte Politik

Volker Weiß
›Deutscher Sozialismus‹
Karriere eines Konzeptes von der Sozialdemokratie zu Oswald Spengler
und Arthur Moeller van den Bruck

Volkmar Woelk
Tertium non datur
Anmerkungen zum Widerschein des revolutionären Nationalismus
in der ›Neuen‹ Rechten

Renate Bitzan
Feminismus von rechts?

Richard Gebhardt
Völkischer Antikapitalismus
Zur Analyse und Kritik eines zentralen Strategie- und Ideologieelements
des modernen Neonazismus

Fabian Virchow
Völkischer Nationalismus und Atomwaffen
Was die extreme Rechte unter einer »Politik des Friedens« versteht

Lenard Suermann
Rebel Without a Course
Der Diskurs um die »Autonomen Nationalisten«

Christoph Schulze / Regina Wamper
»Adolf H. didn’t booze or smoke«
Konsumkritik, Jugendkultur, Drogenverzicht von Rechts:
Die neonazistische Adaption von Hardcore und Straight Edge

Helmut Kellershohn
Provokationselite von rechts: Die Konservativ-subversive Aktion

Regina Wamper / Britta Michelkens
Was tun?!
Gegenstrategien zu Adaptionen von rechts

Regina Wamper / Siegfried Jäger
Überlegungen zu einem Forschungsprogramm zum Völkischen
Nationalismus in Deutschland im Anschluss an die Diskussionen
auf dem DISS-Colloquium 2009

Jens Zimmermann
Wissenschaftstheoretische Elemente einer Kritik an der
Extremismusforschung und Kritische Diskursanalyse als alternative
Perspektive für eine kritische Rechtsextremismusforschung

Pressestimmen

“Praktisches Handwerkszeug für Aktivist_innen. Die wohl umfassendste und tiefgreifendste Publikation der letzten Jahre zu dem Thema” – Antifaschistisches Info Blatt, Nr. 90 Frühjahr 2011

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Das Kreuz mit der Nation https://unrast-verlag.de/produkt/das-kreuz-mit-der-nation/ Sat, 29 Mar 2008 23:00:00 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/?product=das-kreuz-mit-der-nation Continue reading "Das Kreuz mit der Nation"

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Edition DISS Band 18

Ab 22.4.08 lieferbar!
Religion und Glaube spielen in der völkisch-nationalistischen Wochenzeitung Junge Freiheit eine zentrale Rolle. Dadurch werden Bilder von Juden und Judentum vermittelt, die längst vergessen schienen.

Diese Bilder, ihre Verknüpfungen und Bezüge tradieren einen christlichen Antisemitismus und ein Verhältnis zum Christentum, das sich durch ein Zusammenspiel von christlich-fundamentalistischen Themen und völkischem Nationalismus auszeichnet. Die in der Jungen Freiheit vermittelten Bilder von Juden und Judentum belegen gleichzeitig, dass Antijudaismus eine immer noch aktuelle Form der Judenfeindschaft ist, und dass dieser christliche Antisemitismus mit Strategien des modernen und sekundären Antisemitismus verschränkt und gekoppelt ist.

Die diskursanalytische Studie richtet sich nach den zentralen Themen dieser Diskurse. Dazu gehören z.B. die Rede des damaligen Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann von 2003, in der er mit antisemitischen Argumenten die Shoa zu relativieren versuchte, die Diskussionen um den Film »Die Passion Christi« von Mel Gibson sowie die Debatte um das Buch »Die katholische Kirche und der Holocaust« von Daniel Jonah Goldhagen.

Aus dem Inhalt

1. Zur kritischen Diskursanalyse und zur Wochenzeitung Junge Freiheit

2. Erläuterung der Arbeitsbegriffe: Antisemitismus, Antijudaismus, katholischer Traditionalismus und protestantischer Fundamentalismus

3. Christliche Bilder von Jüdinnen und Juden in der Jungen Freiheit: Analysen der zentralen Themen des Diskurses: Das Zweite Vatikanische Konzil und seine Folgen, die Entmythologisierungstheologie, die Abtreibungsdebatte, die Rolle des Vatikan im Nationalsozialismus, die Hohmann-Rede und die Diskussion um die christliche Nation.

4. »Die Passion Christi« – ein christlicher Film als diskursives Ereignis: Analyse eines exemplarischen Artikels zum Hollywood – Film »Die Passion Christi« von Mel Gibson

5. Der ›Verfall der christlichen Kultur‹: Analyse eines exemplarischen Artikels zum Thema: Dekadenz, Kampf der Kulturen/Kampf der Religionen.

6. Die Junge Freiheit, der Antisemitismus, das Christentum und die Nation. Wie die Wochenzeitung über christliche Themen Antisemitismus und völkischen Nationalismus vermittelt.

Auszug aus dem Inhalt:

[…]
Auschwitz steht der Jungen Freiheit und ihrem völkisch-nationalistischen Projekt im Wege. Eine neue Religion, eine säkulare Religion habe sich etabliert, die nicht nur das Projekt der Nation, sondern auch das Christentum gefährde, so ist es in der Jungen Freiheit zu lesen. Der Religionsdiskurs ist in dieser Zeitung zentral. Durch ihn werden Bilder von JüdInnen und Judentum vermittelt, die längst vergessen zu sein schienen. Und er ist auch Beleg dafür, dass der Diskurs des Antijudaismus nicht versiegt ist, dass er nicht durch moderne Formen des Antisemitismus vollständig verdrängt wurde. Diese Bilder, ihre Verknüpfungen und Bezüge, die Tradierungen des christlichen Antisemitismus im ›neurechten‹ Projekt Junge Freiheit, das Verhältnis dieser Zeitung zur christlichen Religion, das Zusammenspiel von christlichen Themen und völkischem Nationalismus sind Gegenstände dieses Buches.
Antisemitismus ist keineswegs ein Phänomen, das sich allein im politisch rechten Spektrum antreffen lässt. Antisemitische Bilder ziehen sich durch die gesamte Gesellschaft. Das Christentum und mit ihm die Geschichte des Abendlandes birgt eine lange Tradition des Antijudaismus, dessen Topiken – auch wenn nach 1945 in den christlichen Kirchen langsam ein Umdenken einsetzte – noch heute wirken. Wirken können, weil sie immer wieder aufgegriffen, immer wieder aktualisiert werden.
Und dennoch: Wenn Antisemitismus überhaupt im Zusammenhang mit der extremen Rechten als eigenständiges Thema erörtert wird, spielt die Frage nach seiner christlichen Tradierung meist keine Rolle. Auch das Verhältnis der extremen Rechten zu christlichen Kirchen ist weitestgehend unerforscht. Stattdessen wird immer wieder unterstellt, dass der Nationalsozialismus ›gottlos‹ gewesen sei, ebenso wie die aktuelle extreme Rechte durchgängig heidnisch argumentiere. Nimmt man jedoch die diversen Publikationen dieses Spektrums tatsächlich einmal zur Hand, erweist sich die vorgebrachte These als nicht haltbar.
Vielmehr zeigt sich, dass innerhalb der extremen Rechten von einem Spannungsverhältnis von Konkurrenz und Kooperation zwischen bekennenden ChristInnen und VertreterInnen eines europäischen Heidentums ausgegangen werden muss. Dieses Spannungsverhältnis ist am deutlichsten in der Jungen Freiheit (JF) – eine der wichtigsten regelmäßig erscheinenden deutschsprachigen Publikationen ›neurechter‹ Couleur – zu beobachten.
Dort findet sich neben neopaganen AutorInnen ein Kreis von PublizistInnen, die den völkischen Nationalismus christlich oder das Christentum völkisch nationalistisch lesen und über das Themenfeld Religion beständig antisemitische Stereotype hervorbringen.
[…]

Weitere Informationen
” (…) Zur Strategie von rechts gehört, die Grenze zwischen konservativ und rechts zu verwischen und die rechtspopulistische Grundströmung auszunutzen. So macht es etwa die Jungen Freiheit, eine rechte Zeitung, die christlichem Antisemitismus ein Forum bietet. Regina Wamper ist dazu eine hervorragende Untersuchung gelungen, die zugleich die Diskussion über Religion in der Szene aufdeckt. Umso wichtiger ist es, Christ und gegen rechts zu sein.” Norbert Copray: “Die rechte Szene hat Erfolg. Ihr Gedankengut reicht bis in die Mitte der Gesellschaft”, Publik-Forum 58 Nr. 12 – 2008

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