Jules Schelvis – UNRAST VERLAG https://unrast-verlag.de Bücher der Kritik Mon, 25 Mar 2024 08:44:40 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 https://unrast-verlag.de/wp-content/uploads/2022/10/cropped-unrast_logo-1-32x32.png Jules Schelvis – UNRAST VERLAG https://unrast-verlag.de 32 32 Vernichtungslager Sobibór https://unrast-verlag.de/produkt/vernichtungslager-sobibor/ Sun, 30 Oct 2022 22:49:26 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/?product=vernichtungslager-sobibor Sobibór, im ehemaligen Kreis Lemberg, im heutigen Ostpolen gelegen, war neben Belzec und Treblinka eines der drei Vernichtungslager der ›Aktion Reinhardt‹ – der detailliert geplant und durchgeführten Vernichtung von über eineinhalb Million europäischer Juden. Allein in Sobibór wurden von Mai 1942 bis zum Oktober 1943 annähernd 250.000 Juden ermordet. Hier begann im Juli 1943 eine jüdische Untergrundgruppe, einen Aufstand zu planen. Als im September 1943 eine Gruppe sowjetisch-jüdischer Kriegsgefangene nach Sobibór verlegt wurden, übertrugen die Häftlinge diesen das Kommando für ihre Aufstandspläne. Bei der Revolte wurden zwölf SS-Männer getötet, etwa 300 Häftlinge konnten fliehen, nur 50 erlebten das Ende des Krieges. Das Lager wurde nach dem Aufstand sofort liquidiert und dem Erdboden gleichgemacht. Heute befindet sich dort ein Museum.

Jules Schelvis, 1921 in Amsterdam geboren, wurde im Mai 1943 zusammen mit seiner Frau Rachel und deren Familie in Amsterdam festgenommen und über das Durchgangslager Westerbork nach Sobibór deportiert. Von den mehr als 3.000 Personen dieses Transports fanden am Tag der Ankunft bis auf 81 Männer alle in den Gaskammern den Tod. Jules Schelvis wurde als Arbeitshäftling in das Torflager Dorohucza, später über Lublin in das Ghetto von Radom gebracht. Von dort kam er nach Auschwitz, wo er während einer Selektion zum zweiten Mal dem Vergasungstod entging. Sein Buch über Sobibór, in dem er eigene Erlebnisse, ergänzt durch Zeugenaussagen aus den Sobibór-Prozessen in der Nachkriegszeit, umfangreiches Archivmaterial und Interviews mit Überlebenden verarbeitet, ist 1993 erstmals in den Niederlanden erschienen und gilt als Standardwerk. Nachdem das Buch jahrelang in Deutschland vergriffen war, gibt es jetzt eine in Abstimmung mit dem Autor korrigierte Neuauflage.

»Für den Überlebenden Jules Schelvis ist der Häftlingsaufstand in Sobibor, ebenso wie der Warschauer Ghettoaufstand, ein Beispiel für erfolgreichen jüdischen Widerstand. … Es ist den Nationalsozialisten nicht gelungen, sämtliche Spuren ihrer Mordtaten zu verwischen, Jules Schelvis Buch entreißt das entsetzliche Geshehen in Sobibor einmal mehr dem Vergessen.« – Raphaela Kula, Frankfurter Rundschau

 

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Eine Reise durch die Finsternis https://unrast-verlag.de/produkt/eine-reise-durch-die-finsternis/ Thu, 13 Jan 2005 23:00:00 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/?product=eine-reise-durch-die-finsternis Am 1. Juni 1943 wurden von den deutschen Besatzern 3.006 jüdische Männer, Frauen und Kinder aus dem ›Polizeilichen Durchgangslager Westerbork‹ in den Osten deportiert. Vier Tage später kamen sie in dem ostpolnischen Dorf Sobibór an. Niemand konnte vermuten, dass am Ende des Tages nur noch 81 junge Männer am Leben sein würden. Jules Schelvis war unter ihnen. Es brach für ihn eine Zeit von zwei Jahren durch die Hölle mehrerer Ghettos und Konzentrationslager an, bevor er im April 1945, am Ende seiner Kräfte und vielfach dem Tode nur knapp entronnen, aus dem Konzentrationslager Vaihingen / Enz befreit wurde. – In diesem Buch beschreibt er seine ›Reise durch die Finsternis‹ der deutschen Vernichtungsmaschinerie.

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