Jobst Paul – UNRAST VERLAG https://unrast-verlag.de Bücher der Kritik Thu, 27 Nov 2025 01:17:22 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 https://unrast-verlag.de/wp-content/uploads/2022/10/cropped-unrast_logo-1-32x32.png Jobst Paul – UNRAST VERLAG https://unrast-verlag.de 32 32 Umkämpfte Gerechtigkeit https://unrast-verlag.de/produkt/umkaempfte-gerechtigkeit/ Thu, 14 May 2026 23:43:34 +0000 https://unrast-verlag.de/?post_type=product&p=48739 Continue reading "Umkämpfte Gerechtigkeit"

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Aktuell verbinden neu-rechte, dystopische Ansätze der Demokratie-Zersetzung erfolgreich alte, autoritäre bis faschistoide Ansätze mit neuer, technologie-getriebener ›Disruption‹. Die selbstbewusste Suche nach progressiven, emanzipatorischen Gesellschaftsentwürfen hingegen stagniert.

In den USA können wir beobachten, wie christlich-fundamentalistische Weltbilder trotz offensichtlicher Widersprüche zusammenlaufen mit einem mittlerweile rechts verankerten technokratischen ›Solutionismus‹, der eine technische Lösung ökologisch-sozialer Probleme propagiert und ›rücksichtslos-kreativ‹ gesellschaftliche Zerstörung praktiziert.

Das Zusammenwirken von rechtsextremen Autokratieanhängern und Faschisten mit reaktionären Tech-Feudalisten erreicht dort ein neues Bewegungsniveau. Die sogenannte Tech-Oligarchie stellt dabei nicht nur Technologien zur Verfügung, die insbesondere rechten Bestrebungen nützlich sind, sondern befeuert aktiv einen breit angelegten rechten Kulturkampf. Ihr radikales Technologieversprechen dient dabei als visionäre Fortschrittserzählung, die angesichts einer allgemeinen Utopiearmut in der Mehrfachkrise mehr und mehr verfängt.

Das Buch verbindet theoretische Analysen, gesellschaftliche Diagnosen und praxisorientierte Ansätze zu einem Panorama, das die Krise der Gerechtigkeit aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und Wege zu emanzipatorischen Aufbrüchen eröffnet.

Mit Beiträgen von Isolde Aigner, Guido Arnold, Marvin Chlada, Tino Heim, Helmut Kellershohn, Jobst Paul, Nele Rathke, Rubi Rebelde, Thorsten Schlee, Lennard Suermann.

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Autoritäre Zuspitzung https://unrast-verlag.de/produkt/autoritaere-zuspitzung/ Mon, 31 Oct 2022 09:09:04 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/?post_type=product&p=28575 Nicht nur in Deutschland, sondern in vielen Ländern Europas haben extrem rechte Parteien und Bewegungen in den letzten Jahren massiv an Zuspruch gewonnen – nicht nur ›auf der Straße‹, sondern auch bei Wahlen. Hintergrund dieses Rechtsrucks sind vor allem die verstärkten Fluchtbewegungen nach Europa, die damit zusammenhängende administrative Krise und die islamistischen Anschläge in mehreren europäischen Städten. Doch kenntnis- und aufschlussreich wie gewohnt zeigt das Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS) in dieser Publikation, dass es ist nicht zuletzt die global durchgesetzte Liberalisierung des Marktes ist, auf die der Rechtsruck aufsetzt und die ihn letztlich weitertreibt.

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Der Kampf um Räume https://unrast-verlag.de/produkt/der-kampf-um-raeume/ Sun, 29 Dec 2013 23:00:00 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/?product=der-kampf-um-raeume Der Band widmet sich aktuellen Aneignungsweisen und Transformationen gesellschaftlicher und politischer Räume und untersucht darauf bezogene Diskurse. Im Mittelpunkt stehen zum einen urbane Räume, die, verursacht durch eine neoliberale Stadtentwicklungspolitik, unter einem gewaltigen Veränderungsdruck stehen, der die städtische Bevölkerung soziokulturell und sozialräumlich immer weiter auseinander zu rücken droht. Die sozialen Umbrüche, die von der ›neoliberalen‹ oder ›unternehmerischen‹ Stadt systematisch produziert werden, können wiederum – in den strukturgeschwächten Stadtteilen des Ruhrgebiets z.B. – Anknüpfungspunkt für eine ›Raumergreifungsstrategie‹ von rechts sein.

Der zweite Schwerpunkt, ›Europa als hegemoniales Raumkonzept‹ beschäftigt sich mit einer globalen geopolitischen Perspektive, die sich aus der derzeitigen Krise des Euroraums ergibt. Der Satz »Europa spricht Deutsch« evoziert die Frage nach historischen Diskursen deutscher Hegemonial- und Expansionspolitik in Europa und ihrer Reaktualisierung, zum einen in modifizierter Form im Rahmen einer neoliberalen Austeritätspolitik, zum anderen in Form einer Wiederanknüpfung in extrem rechten Diskursen.

 

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Die Verneinung des Judentums https://unrast-verlag.de/produkt/die-verneinung-des-judentums/ Sun, 30 Oct 2022 22:32:49 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/?product=die-verneinung-des-judentums Continue reading "Die Verneinung des Judentums"

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Edition Diss Band: 22
Der Band umfasst eingehende Analysen antisemitischer Positionierungen auf den Diskursebenen der Medien, der Politik, der Wissenschaft, der Religion und des Alltags. Thematisiert wird die Entstehung des politischen Antisemitismus in Deutschland und dessen gegenwärtige Wiederbelebung im Islamismus. Einen Schwerpunkt bildet die jüdische Perspektive auf das Phänomen des Antisemitismus und auf ihr Gegenprogramm der gerechten Gesellschaft. Vor diesem Hintergrund wird die Flüchtlingspolitik der Gegenwart betrachtet. Dies geschieht anlässlich des 70. Jahrestages der Konferenz von Evian und deren Umgang mit jüdischen Flüchtlingen (1938).

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Aus dem Inhalt

Einleitung
Teil I
Historische Analysen
Kurt Lenk
Die Geburt des modernen politischen Antisemitismus
Gregor Hufenreuter & Uwe Puschner
Antisemitismus und völkische Bewegung im wilhelminischen Kaiserreich

Teil II
Jüdische Perspektiven
Jobst Paul
Die christliche Übertrumpfung des Judentums als Paradigma der Ausgrenzung. Deutsch-jüdische Analysen zum Syndrom der Judenfeindschaft
Andreas Disselnkötter
Die Bedeutung jüdischer Medien bei der Bekämpfung von Antisemitismus
Yves Kugelmann im Gespräch mit Jobst Paul
»›Antisemitismus‹ ist für uns Pflicht und nicht Kür im redaktionellen Alltag«
Siegfried Jäger
Die jüdische Vorstellung einer »gerechten Gesellschaft« zwischen religiös begründeter und profaner Ethik. Eine diskurstheoretische Spurensuche 81
Aktuelle Analysen

Teil III
Aktuelle Analysen
Moshe Zuckermann
Verdinglichte Sühne. Von Interessen und Befindlichkeiten. Anmerkungen zu den deutsch-israelischen Beziehungen
Klaus Holz
Die Paradoxie der Normalisierung. Drei Gegensatzpaare des Antisemitismus vor und nach Auschwitz
Regina Wamper
Antisemitismus und Antijudaismus in Diskursen der Rechten. Brüche und Kontinuitäten
Jochen Müller
»Warum ist alles so ungerecht?« Antisemitismus und Israelhass bei Jugendlichen. Die Rolle des Nahostkonflikts und Optionen der
pädagogischen Intervention

Heiko Kauffmann
Von Evian nach Brüssel. Menschenrechte und Flüchtlingsschutz 70 Jahre nach der Konferenz von Evian

Über die Autorinnen

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Völkische Bande https://unrast-verlag.de/produkt/voelkische-bande/ Sat, 29 Oct 2005 22:00:00 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/?product=voelkische-bande Continue reading "Völkische Bande"

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Edition DISS Bd. 8
Das Interesse, sich kritisch mit Entwicklung, Struktur und Erscheinungsformen völkischen Denkens auseinanderzusetzen, ist in den letzten Jahren sichtlich gewachsen.
Diese „Konjunktur“ ist in einem erheblichen Maße als Reaktion auf die Renaissance rechtsextremistischer und rechtspopulistischer Parteien in Deutschland und Europa seit den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts und auf das Eindringen völkischer Ideologie in die „Mitte“ der Gesellschaft zu verstehen. Auch wenn die Erfolgsbilanz dieses Denkens im europäischen Vergleich insgesamt gesehen recht unterschiedlich ausfallen mag, so ist der Trend einer wachsenden Einflussnahme auf das politische System einzelner europäischer Staaten ungebrochen. Gleichermaßen ernst zu nehmen sind die Versuche der so genannten Neuen Rechten, ihr völkisch-nationalistisches Weltbild im Denken und Fühlen der Menschen zu verankern und die öffentliche Meinung mittels einer metapolitischen Strategie nach rechts zu verschieben.
Völkisches Denken gewinnt an Bedeutung und Massenwirksamkeit in Zeiten des gesellschaftlichen Umbruchs, in denen sich ökonomische, soziale, politische und kulturelle Krisenphänomene verstärken und von interessierter Seite ideologisch zu „Schicksalsfragen“ der Nation überhöht werden. Dabei lässt sich ein Zusammenspiel von Tradition und Transformation feststellen: Der traditionsstiftende Rückgriff auf klassische Texte völkischen Denkens ist verbunden mit ihrem Zuschnitt auf aktuelle innen- und außenpolitische Konstellationen. Neue Problemstellungen werden verarbeitet, neue Ideenkomplexe amalgamiert und neue Feindbestimmungen fixiert. So unterliegt völkisches Denken bei allen sich durchhaltenden Ideologieelementen erheblichen Transformationen, die es zu analysieren gilt.
Mit dem Band soll ein Beitrag zur Analyse völkischen Denkens und aktueller völkischer Bewegungen geleistet werden. Dabei wird Begriff des Völkischen in einem weiten Sinne aufgefasst und nicht allein auf die „völkische Bewegung“ bzw. die von den Nationalsozialisten propagierte „völkische Weltanschauung“ bezogen. Auch der Weimarer Jungkonservatismus beispielsweise weist eine völkische Grundierung auf. Die Beiträge schlagen programmatische und biographische Brücken: zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Deutschland und Europa, so dass das Wechselspiel zwischen Tradition und Transformation deutlich werden kann.

Aus dem Inhalt

Heiko Kauffmann/Helmut Kellershohn/Jobst Paul
Völkische Bande.
Dekadenz und Wiedergeburt:
Komponenten des Faschismus
Roger Griffin
Völkischer Nationalismus als Wegbereiter
und Fortsetzer des Faschismus:
Ein angelsächsischer Blick auf ein nicht nur deutsches Phänomen
Kurt Lenk
Das Problem der Dekadenz
seit Georges Sorel

Zwischen Tradition und Transformation
Helmut Kellershohn
Zwischen Wissenschaft und Mythos
Einige Anmerkungen zu Armin Mohlers „Konservative Revolution“
Volker Weiß
Dostojewskijs Dämonen
Thomas Mann, Dmitri Mereschkowski und Arthur Moeller van den Bruck im Kampf gegen „den Westen“
Ulrich Prehn
Die wechselnden Gesichter eines „Europa der Völker“ im 20. Jahrhundert
Ethnopolitische Vorstellungen bei Max Hildebert Boehm, Eugen Lemberg und Guy Héraud

Rechtsaussen und die Mitte
Stefanie Mayer
“Totes Unrecht“?
Die „Beneš-Dekrete“ im medialen Diskurs – zwischen völkischem Denken und kritisch-wissenschaftlicher Aufarbeitung
Moshe Zuckermann
Die Ideologie der israelischen Rechten
Martin Dietzsch
Zur jüngsten Entwicklung der NPD
Heiko Kauffmann
Zuwanderung im Schatten der Sicherheit
Flüchtlingsschutz zwischen Völkerrecht und Anti-Terror-Krieg
Marei Pelzer
Reformruine Zuwanderungsgesetz:
moderne Fassade – marode Substanz.
Mit dem Zuwanderungsgesetz zurück zum Ausländerpolizeirecht
Ute Kurzbein
Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und
ihre tödlichen Folgen (1993 bis 2004)

Dokumentation der Antirassistischen Initiative Berlin

Presse
“Der Sammelband Völkische Bande schlägt eine gelungene Brücke zwischen Theorie und Praxis, angefangen bei Überlegungen zum Faschismusbegriff, endend beim aktuellen Zuwanderungsgesetz und der bundesdeutschen Flüchtlingspolitik. Er skizziert zudem eindrucksvoll die Virulenz völkischen Denkens vom extrem rechten Rand bis in den gesellschaftlichen Mainstream hinein. Gleichzeitig wird überdeutlich, dass einer weiteren Etablierung dieses Denkens nachhaltig entgegengetreten werden muss.” Ralph Kummer, redok 11/05 Die ganz Rezension lesen

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Das [Tier]-Konstrukt – und die Geburt des Rassismus https://unrast-verlag.de/produkt/das-tier-konstrukt-und-die-geburt-des-rassismus/ Tue, 29 Jun 2004 22:00:00 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/?product=das-tier-konstrukt-und-die-geburt-des-rassismus Continue reading "Das [Tier]-Konstrukt – und die Geburt des Rassismus"

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Edition DISS Bd. 2

Dass die christlich-abendländische Kultur Rassismus, Antisemitismus und Ausgrenzung hervorgebracht hat und hervorbringt, wird kaum bestritten. Doch wie ist das möglich? Im Rahmen einer bemerkenswerten linguistischen Analyse ermittelt die Studie das Konstrukt vom ›Tier‹ als destruktivstes und zugleich widersprüchlichstes Stereotyp der westlichen Bildung. Alltag, Philosophie und Wissenschaft bedienen sich darin seit Jahrhunderten – und heute medial – eines gemeinsamen Codes, der Ausgrenzung und Ungleichheit rechtfertigt. Zugleich bewahrt das aus der griechischen Philosophie stammende ›Tier‹-Konstrukt den christlichen Affekt gegen das Judentum auf. Dabei ist es gerade die universalistische Ethik des Judentums, die noch heute gern als ›christliche‹ Ethik vereinnahmt wird.
Die Studie plädiert für den Abschied vom ›Tier‹-Konstrukt und für die längst überfällige, kulturelle Hinwendung zur Ethik der Gleichheit. Die Studie ist der diskursanalytischen Methode verpflichtet und lenkt daher verstärkt den Blick auf die Feinanalyse von Texten.

Rezension

“Der inhaltlich Kern des Buchs ist äußerst faszinierend. Überzeugend weist Paul nach, dass der Vorstellung vom bedrohlichen Anderen das Bild eines vertierten Menschen unterlegt ist, eines „Nur-Körpers, eines Reiz-Reaktionswesens (…). Damit formuliert Paul in bisher nicht dagewesener Klarheit, was Hunderte von Büchern über Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Homophobie, Behindertenfeindlichkeit und andere Ausgrenzungsideologien ahnen ließen, beschrieben, aber nicht systematisch analysierten.”

Auszug aus H-Soz-u-Kult Rezension von: Frank Oliver Sobich, Universität Bremen

“Die Gleichsetzung von Menschen und Tieren ist aus der politischen Rhetorik wie der Alltagssprache … nicht wegzudenken. … Dass das geschieht, ist bekannt; wie es geschieht und warum es funktioniert, ist hingegen Gegenstand häufiger Diskussionen in den Sozial- und Geisteswissenschaften. Hier setzt die Studie des Pädagogen Paul Jobst, der zur Ethik der Biowissenschaften sowie zu den kulturellen Grundlagen von Rassismus und Antisemitismus forscht, ein. … das Buch (ist) eine überzeugende Analyse der tiefen Verwurzelung von Rassismus in der Sprache.”
Aline Steinbrecher, In: Gesnerus. Schweizerische Zeitschrift für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften. Vol. 62 (2005)

Aus dem Inhalt
· Ermittlung des Ausgrenzungskonstrukts
Zuschreibung und Ausgrenzung – Alltagsvokabular der Herabsetzung – Abgrenzungen: ‚Freundschaftliche Beleidigungen’ – Kollektivsymbole – Das Geflecht der Begründungen
· Das ‚Tier’-Konstrukt als philosophisches Argument
Zur Frage der Herkunft – Der ‚naturalistische Fehlschluss’ – Die Hegemonie des christlich-hellenistischen Dualismus und der jüdische Monismus
· Das ‚Tier’-Konstrukt als wissenschaftliches Argument
Das Tier’-Konstrukt als anthropologisches Stereotyp – Bioethische Kasuistik – Wissenschaftspädagogigsche Kollektivsymbolik – Tiere und Pflanzen
Das Tier’-Konstrukt als gesellschaftspolitisches Argument
Mediale Gewaltästhetik – NS-Analogie

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