Holger Marcks – UNRAST VERLAG https://unrast-verlag.de Bücher der Kritik Wed, 25 Mar 2026 09:24:58 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 https://unrast-verlag.de/wp-content/uploads/2022/10/cropped-unrast_logo-1-32x32.png Holger Marcks – UNRAST VERLAG https://unrast-verlag.de 32 32 Mit Pfeil, Kreuz und Krone https://unrast-verlag.de/produkt/mit-pfeil-kreuz-und-krone/ Tue, 29 Jan 2013 23:00:00 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/?product=mit-pfeil-kreuz-und-krone Die autoritäre Entwicklung in Ungarn – ideologische, soziale und ökonomische Hintergründe

»Gott, segne die Ungarn!« Mit diesem Ausruf beginnt das »Nationale Glaubensbekenntnis« in der neuen ungarischen Verfassung, mit der auch ein reaktionäres, antirepublikanisches Symbol, das zugleich für großungarische Ansprüche steht, glorifiziert wird: die »heilige ungarische Krone«.
Die Verfassung ist aber nur ein Beispiel für die gewaltigen Umbrüche in Ungarn.
Was der seit 2010 mit einer Zweidrittelmehrheit regierende Fidesz als »nationale Revolution« bezeichnet, ist Ausdruck einer völkischen Agenda, die alle Bereiche der Gesellschaft erfasst hat. Dazu trägt auch die faschistische Jobbik bei, die als drittstärkste Kraft im Parlament vertreten ist. Mit ihren Garden – eine direkte Reminiszenz an die nationalsozialistischen Pfeilkreuzler – hat sie das gesellschaftliche Klima, aus dem Antiziganismus und Antisemitismus nicht wegzudenken sind, maßgeblich geprägt.

Wie sich die völkische Ideologie sowohl in den politischen Reformen als auch in der Tiefe des gesellschaftlichen Raums abbildet, darüber gibt dieser Band Aufschluss.

“Die Jobbik ist die erfolgreichste faschistische Partei Europas. Innerhalb eines Jahrzehnts ist sie in Ungarn zur prägenden politischen Macht geworden: Der grassierende Rassismus bedroht den Zusammenhalt der Gesellschaft. Widerstand gegen völkische Strömungen gibt es kaum.”

Jan Jirát, WOZ Nr. 06/2013 vom 07.02.2013

 

“Was ist bloß in Ungarn los? Seit Jahren blicken europäische Demokraten mit großer Sorge auf dieses osteuropäische Land, das einen beängstigenden Rechtsruck erfuhr. Da kommt dieses Buch gerade recht. Es beruhigt nicht, im Gegenteil. Was hier geschildert wird, ist haarsträubend.”

Karlen Vesper, Neues Deutschland/Leipziger Buchmesse 2013

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Die großen Streiks https://unrast-verlag.de/produkt/die-grossen-streiks/ Sun, 30 Oct 2022 22:33:25 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/?product=die-grossen-streiks Continue reading "Die großen Streiks"

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Die großen Streiks umfasst eine Reihe von bedeutenden und kämpferischen Streiks des 20. Jahrhunderts, die weitgehend in Vergessenheit geraten sind. Vom einfachen Lohnkampf bis zum Generalstreik, vom Erfolg auf ganzer Linie bis zum totalen Fiasko. Erfasst werden dabei die verschiedenen Phasen und Formen des Arbeitskampfes. Es werden die Ereignisse und Entwicklungen dargestellt, die Hintergründe erläutert und durch Porträts der ProtagonistInnen vertieft. Die geschilderten Arbeitskämpfe stehen exemplarisch entweder für bestimmte Streikformen oder die ArbeiterInnenbewegung in einer bestimmten Phase oder Region. Ein inhaltlicher Schwerpunkt liegt dabei auf den Spannungsfeldern von Basis und Gewerkschaftsführung und deren (widersprechenden) Strategien. Ein Glossar und kommentierte Literaturlisten vervollständigen das Lesebuch der internationalen HistorikerInnen aus den syndikalistischen Gewerkschaften wie FAU, IWW und CNT.

Alle AutorInnen sind entweder aktive GewerkschafterInnen (SyndikalistInnen), Angehörige der libertären Bewegung oder stehen dieser nahe. Die in den jeweiligen Beiträgen gelieferte Perspektive baut somit unmittelbar auf deren praktischen und theoretischen (Erfahrungs-)Horizont auf.

Aus dem Inhalt

Vorwort

1. Pennsylvania 1909

Holger Marcks
„Internationale en miniature“. Der Migrantenstreik von McKees Rocks 1909.

Jon Bekken
Grenzen der Klasse. Die IWW und die Migrantenfrage in der amerikanischen Arbeiterbewegung.

Heiner Stuhlfauth
Der umherschweifende Bierbrauer. William E. Trautman – ein deutscher Einwanderer als Impulsgeber der amerikanischen Arbeiterbewegung.

Chronologie: Die amerikanische Gewerkschaftsbewegung. Von der gewerkschaftlichen Anerkennung bis zum Ersten Weltkrieg.

Kommentierte Bibliographie von Holger Marcks, Jon Bekken und Heiner Stuhlfauth.

2. Ruhrgebiet 1919

Holger Marcks
Als die Gruben in Proletenhand. Die Streikbewegung 1919 im Ruhrgebiet.

Helge Döhring
Ruhr 1919: Syndikalisten im Streik. Der rasche Aufstieg des Syndikalismus im Ruhrgebiet.

Klaus Weller
Carl Butterweg und die „Kommune von Dortmund“. Ein Anarchist und Gewerkschafter als Exponent der radikalen Arbeiterbewegung.

Chronologie: Die deutsche Arbeiterbewegung. Vom Sozialistengesetz bis zur frühen Weimarer Republik.

Kommentierte Bibliographie von Holger Marcks, Helge Döhring und Klaus Weller.

3. Patagonien 1921-1922

Osvaldo Bayer
Den Hunden zum Fraß. Der Landarbeiterstreik in Patagonien 1921-1922.

Holger Marcks
Das Organisationskonzept der FORA. Ein Exkurs zur argentinischen Arbeiterbewegung.

Matthias Seiffert
Vendetta Argentina. Der deutsche anarchistische Attentäter Kurt Wilckens.

Chronologie: Die argentinische Arbeiterbewegung. Von ihren Anfängen bis zum Aufstand von Patagonien.

Kommentierte Bibliographie von Osvaldo Bayer, Holger Marcks und Matthias Seiffert.

4. Frankreich 1936

Jérémie Berthuin
Das Leben gehört uns! Generalstreik und Fabrikbesetzungen in Frankreich 1936.

Heiko Grau-Maiwald
Tage der Hoffnung. Die Volksfront in Frankreich.

Lou Marin
„Die Maschinen schweigen, verletzen nicht mehr“. Simone Weils Besuch in den besetzten Fabriken.

Chronologie: Die Gewerkschaftsbewegung in Frankreich. Von der Pariser Kommune bis zum Generalstreik 1936.

Kommentierte Bibliographie von Jérémie Berthuin, Heiko Grau-Maiwald und Lou Marin.

5. Europa 1933-1945

Jan Benger
Ankerlos. Die Internationale Transportarbeiter-Föderation im Widerstand gegen den Nationalsozialismus.

Holger Marcks
Strukturen des Internationalismus. Das Problem der organisatorischen Bedingungen für eine internationalistische Arbeiterbewegung.

Holger Marcks
Horizontaler Weitblick. Der Internationalist und Gewerkschafter Edo Fimmen.

Chronologie: Internationalismus in der Gewerkschaftsbewegung. Von der Ersten Internationale bis zum Zweiten Weltkrieg.

Kommentierte Bibliographie von Jan Benger und Holger Marcks.

6. Deutschland 1946-1948

Klaus Weller
Totgeschwiegene Streikbewegung. Streiks und Hungermärsche in der deutschen Nachkriegszeit (1946-1948).

Holger Marcks
Repression und Integration. Die Herstellung des sozialen Friedens in der deutschen Nachkriegszeit.

Rudolf Mühland
Der doppelte Schmitz. Hans Schmitz sen. und jun. – zwei Generation des Arbeiterwiderstands.

Chronologie: Arbeiterbewegung und Arbeiterklasse in Deutschland. Von der frühen Weimarer Republik bis zur Nachkriegszeit.

Kommentierte Bibliographie von Klaus Weller, Holger Marcks und Rudolf Mühland.

7. Österreich 1950

Mathias Wittau
Die Gewerkschaft im Nacken. September- und Oktoberstreik in Österreich 1950.

Mathias Wittau
Gegen Kapital, Faschismus und Reaktion? Austrofaschismus, Sozialdemokratie und Nachkriegspolitik in Österreich.

Matthias Seiffert
Das Bluthunderl. Der österreichische Gewerkschaftsfunktionär und Sozialdemokrat Franz Olah.

Chronologie: Arbeiterbewegung und Staat in Österreich. Vom Ersten Weltkrieg bis zur Sozialpartnerschaft.

Kommentierte Bibliographie von Mathias Wittau und Matthias Seiffert.

8. Italien 1969

Lars Röhm
Klima im Wandel. Die Streikbewegung des Heißen Herbsts 1969 in Italien.

Felix Baum
Aufstieg und Niedergang des Massenarbeiters. Die Operaisten und der Heiße Herbst.

Tamara Jagelovsk
Arbeiterautonomie in Porto Marghera. Ein bewegtes Industriegebiet im Veneto.

Chronologie: Arbeiterbewegung und Staat in Italien. Vom Ersten Weltkrieg bis zum Heißen Herbst.

Kommentierte Bibliographie von Lars Röhm, Felix Baum und Tamara Jagelovsk.

9. Südafrika 1976

Nicole Ulrich
„Nur die Freiheit stillt den Durst“. Schülerstreik, Aufstand und Generalstreiks in Südafrika 1976.

Lucien van der Walt
Zyklen der Akkumulation – Zyklen des Klassenkampfes. Zum Verhältnis von Apartheid, Arbeit und Befreiung in Südafrika.

Michael Schmidt
Die Klasse von 1976. Selby Semela und die Generation des Aufstands in Südafrika.

Chronologie: Apartheid und Klassenkampf in Afrika. Vom Zweiten Weltkrieg bis zum Ende der Apartheid.

Kommentierte Bibliographie von Nicole Ulrich, Lucien van der Walt und Michael Schmidt.

10. England 1984-1985

Matthias Seiffert
Ein Streik wie kein anderer. Der Streik der britischen Bergarbeiter 1984-1985.

Holger Marcks
„So etwas wie Gesellschaft gibt es nicht“. Der Thatcherismus und die Brechung der Gewerkschaftsmacht.

Matthias Seiffert
Der König aus dem Revier. Der britische Arbeiterführer Arthur Scargill.

Chronologie: Arbeitskämpfe in Großbritannien. Vom Zweiten Weltkrieg bis zum großen Bergarbeiterstreik.

Kommentierte Bibliographie von Matthias Seiffert und Holger Marcks.

11. Frankreich 1995

Sylvie Chauvet
Guten Morgen, Frankreich! Der Streik im Öffentlichen Dienst in Frankreich 1995.

Matthias

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Knecht zweier Herren https://unrast-verlag.de/produkt/knecht-zweier-herren/ Thu, 29 Nov 2007 23:00:00 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/?product=knecht-zweier-herren Continue reading "Knecht zweier Herren"

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Das Buch zur Kampagne “Leiharbeit abschaffen!”

Der Band gibt einen Überblick über die Geschichte und Entwicklung der Leiharbeit in der Bundesrepublik, von den verruchten Anfängen bis hin zur Normalisierung unter sozialdemokratischer Führung.
Verschiedene Autoren des syndikalistischen und linksgewerkschaftlichen Spektrums stellen die Besonderheiten dieser Form der Lohnarbeit dar, ihre individuellen und gesellschaftlichen Auswirkungen sowie deren ökonomische Bedeutung. Eine Einordnung im Kontext der sog. Agenda 2010 wie auch ein Blick in die internationale Landschaft der „Leihbuden“ verstehen sich von selbst. Abschließend wird auf Ansätze und Möglichkeiten des Widerstands und die aktuelle Debatte um „Gleichen Lohn für gleiche Arbeit“ eingegangen.

“Das Buch präsentiert verschiedene Argumente gegen Leiharbeit und blickt auch auf die Protestgeschichte gegen die moderne »Sklaverei«.”

Peter Nowak am 16.12.2011 in Neues Deutschland

Für 2011 rechnet der Bundesverband Zeitarbeit (BZA) damit, dass die Zahl der verliehenen Beschäftigten erstmals die Millionengrenze überschreitet.
Wie kein anderes Geschäftsmodell steht die Leiharbeit für Flexibilisierung der Arbeitskraft und für die Schwäche der Gewerkschaften: Sie ist heutzutage wesentlicher Bestandteil des auftrumpfenden Diktats des Kapitals, das im Schlagwort der „atmenden Fabrik“ einen nahezu poetischen Ausdruck gefunden hat. Auf Arbeitnehmerseite bedeutet das die Zersplitterung der Belegschaften, die Schwächung der kollektiven Kampfkraft und die Entortung des Einzelnen – Probleme, die auch mit dem seit 2010 wieder diskutierten „Equal pay“ nicht sofort vom Tisch wären. Rein statistisch dürfte die Branche wesentlich zur diskursiven Auslöschung des Arbeiters beigetragen haben. Das theoretisch vorhandene subversive Potenzial der fluktuierenden, mobilen Arbeitskräfte hat sich bisher noch nicht verwirklicht. Zurecht mag die Leiharbeit damit als Symbol des Siegeszuges von Postmoderne und Prekarität stehen.
Eindrücklich und beispielhaft führt das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz die Rolle des Staates vor Augen: die durchaus nicht neutrale Rahmensetzung. Eine Voraussetzung für häufig als urwüchsig begriffene gesellschaftliche Faktoren wie etwa den Arbeitsmarkt. Dennoch zeigt die öffentliche Debatte um das Problem Leiharbeit und der geradezu manische Hang insbesondere der großen Branchenvertreter, sich als seriöse Saubermänner hinzustellen, dass der Schein trügt. Entgegen der Affirmation praktisch aller politischen Kräfte, haben die Beschäftigten – die „arbeitenden Massen“ – ihre eigenen Erfahrungen damit gemacht, im Jobmotor verheizt zu werden. Gleichzeitig kreist die Debatte in weiten Teilen um die Lohnfrage und vernachlässigt andere, wesentliche Aspekte des Arbeitslebens.

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