Gerhard Hanloser – UNRAST VERLAG https://unrast-verlag.de Bücher der Kritik Mon, 06 Jul 2026 12:18:15 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.1 https://unrast-verlag.de/wp-content/uploads/2022/10/cropped-unrast_logo-1-32x32.png Gerhard Hanloser – UNRAST VERLAG https://unrast-verlag.de 32 32 Die andere Querfront https://unrast-verlag.de/produkt/die-andere-querfront/ Sun, 30 Oct 2022 22:33:01 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/?product=die-andere-querfront »Weder taugen die Antideutschen als Kritikerinnen deutscher Verhältnisse, noch ist von ihnen irgendein kluger Gedanke zu erhaschen oder eine Theorie über die hiesigen oder gar internationalen Entwicklungen; schon gar nicht über den Antisemitismus, den sie laufend beschwören. Sie sind mittlerweile Bestandteil eines politische Lager übergreifenden, Bürger- wie Staatenkriege bejahenden Blocks, der jeglicher Emanzipation, jeglichem Aufbruch, ja selbst der Verhinderung des Schlimmsten, das heißt einer autoritär-rechten Formierung von Gesellschaft und Staat, entgegensteht.« – Aus dem Vorwort

Aus antideutschen Linken wurden Flüchtlingsfeinde, Souveränisten oder Verteidiger der Freiheitlich Demokratischen Grundordnung. In einer historischen Skizze soll dieser beispiellose Zerfall kritischen Denkens nachgezeichnet und aufgeklärt werden.

Als 1989/90 die DDR unterging, geriet auch die bundesrepublikanische Linke ins Schlingern. Mit dem größer werdenden Deutschland verstärkten sich überwunden geglaubte reaktionäre Ideologien wie Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus. Im Glauben, diese Übel abzuwehren, trommelten einige Intellektuelle aus der Linken für den Golfkrieg 1991, formierten sich als leidenschaftliche Bellizisten anlässlich des »War on Terror«, des Kriegs gegen den Irak 2003 und gegen Libyen durch die NATO 2011. Ein Teil der Antideutschen befleißigt sich einer ›Islamkritik‹, der auch rassistische Invektiven nicht fremd sind. Vor allem fand ein markanter Wechsel in der Bündnispolitik statt.

In Zeiten der AfD und des neuen Rechtsrucks sind ausgerechnet die vormaligen ›Antideutschen‹ Fürsprecher neuer Grenzziehungen und einer restriktiven Flüchtlingspolitik. Dass der prominenteste Antideutsche der 90er Jahre, Jürgen Elsässer, mittlerweile zu dem Kopf einer neuen rechten nationalistischen Bewegung wurde, erstaunt nur jene, denen die Antideutschen ein Buch mit sieben Siegeln sind.

»Der in Berlin wohnende Publizist Gerhard Hanloser setzt mit seinem neuen Buch zweifellos Maßstäbe der Analyse und Kritik der antideutschen Szene.«Karl Reitter, Volksstimme

»Bei dem Buch von Hanloser handelt es sich um eine außerordentlich beeindruckende Intellectual History über die vielfältig verästelte Geschichte der nach 68er-Linken.«Markus Mohr, kritisch-lesen.de

»Gerhard Hanlosers Geschichte der Antideutschen ist Streitschrift und Nachschlagewerk zugleich.«Jens Renner, analyse & kritik

 

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Lektüre & Revolte https://unrast-verlag.de/produkt/lektuere-revolte/ Sun, 30 Oct 2022 22:40:50 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/?product=lektuere-revolte Die wichtigsten Schriften und Proklamationen der »Neuen Linken« transportierten eine radikale Unversöhnlichkeit mit dem Bestehenden und entwarfen Utopien einer anderen, herrschaftsfreien Gesellschaft. Als ›Lesebewegung‹ verschlangen die 68er die Befreiungstheorien von Herbert Marcuse, Marx und Mao, Alexandra Kollontai, Wilhelm Reich und Frantz Fanon. Als Teil eines ›oppositionellen Theoriemilieus‹ rangen Rudi Dutschke, Hans Jürgen Krahl, Ulrike Meinhof, Reimut Reiche und Karl Heinz Roth um den richtigen begrifflichen Zugang zu Geschichte und Gegenwart der Gesellschaft, um sie radikal zu verändern. In Kommunen, mit Betriebsarbeit und »bewaffnetem Kampf« sollte dies als Fundamentalopposition bewerkstelligt werden.

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Revolte von 1968 bietet das Buch eine pointiert geschriebene, kritische Aufbereitung der wichtigsten Literatur der außerparlamentarischen Opposition des vergangenen Jahrhunderts.

»Als knappe Übersicht empfohlen!« – Hans Steiger, infosperber

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Deutschland.Kritik https://unrast-verlag.de/produkt/deutschland-kritik/ Sun, 30 Oct 2022 22:31:06 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/?product=deutschland-kritik Deutschland scheint geläutert vor seiner Geschichte zu stehen: man gedenkt routiniert der Vergangenheit, spricht sich staatsoffiziell gegen Antisemitismus aus, preist sich, Lehren aus der jüngsten Vergangenheit gezogen zu haben. Die Deutschen – ein Volk der Gutmenschen?

Einst war es die Aufgabe der historischen Linken, gegen Militarismus, Imperialismus, Nationalismus und Ausbeutung im eigenen Land scharf Stellung zu beziehen. 1990 demonstrierten noch Tausende gegen ein drohendes ›4. Reich‹, das die übelste Tradition Deutschlands wieder aufleben lassen könnte. Doch wo ist die linke Kritik an Deutschland geblieben? Welche Deutschlandkritik wurde historisch formuliert und wie müsste eine aktuelle Gesellschaftskritik beschaffen sein, damit sie die wirklichen Widersprüche in den Blick bekommt? Pegida, Afd, moderner und neuer Antisemitismus, ›Leitdebatte‹, ›Islamkritik‹, Ukraine, Deutschland und die EU, Griechenlandkrise und ihre Folgen … – was sagt die kritische Linke dazu?

Autorinnen und Autoren der undogmatischen, antiautoritären und an der Kritischen  Theorie geschulten Linken formulieren eine aktuelle Kritik der herrschenden Zustände, lassen vergangene Versuche Revue passieren, sich mit ›Deutschland‹ auseinanderzusetzen, und bieten so eine differenzierte Gesellschaftskritik aktueller deutscher Verhältnisse.

Es schreiben u.a.  Thomas Konicz, Detlef Hartmann, Ulrike Heider, Moshe Zuckermann, Gerhard Hanloser, Bernard Schmid, Philippe Kellermann, Karl Reitter, Michael Koltan, Christoph Jünke, Markus Mohr, Ilse Bindseil.

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Der bewegte Marx https://unrast-verlag.de/produkt/der-bewegte-marx/ Sun, 30 Oct 2022 22:31:00 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/?product=der-bewegte-marx Continue reading "Der bewegte Marx"

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Mit »Der bewegte Marx« liefern die Autoren eine Einführung in die Marxsche Kritik, die so radikal ist wie die Wirklichkeit – um über sie hinauszuweisen. Eingeführt wird in eine »andere« Lesart Marx’, die nicht auf der zirkulationsmarxistischen Ebene der Tauschverhältnisse verbleibt, sondern bis zu den Bedingungen der Produktion und des Klassenkampfes vordringt.

Die Autoren
Karl Reitter ist Philosoph und Redakteur der Wiener Zeitschrift »Grundrisse. Zeitschrift für linke Theorie und Debatte“.

Gerhard Hanloser ist Sozialwissenschaftler aus Freiburg und beschäftigt sich mit internationalen linksradikalen Bewegungen. Bei Unrast erschienen Krise und Antisemitismus (2003) und »Sie warn die Antideutschesten der deutschen Linken« (2004).

Leseprobe
Der Zirkulationsmarxismus entnimmt sein grundlegendes Verständnis der kapitalistischen Vergesellschaftung der Marxschen Analyse der Oberfläche der Zirkulation, wie sie in den ersten drei Kapiteln im »Kapital« entwickelt wird. Scheinbar finden sich darin bereits alle wesentlichen Kategorien, um den Kapitalismus zu begreifen: es ist von Ware, Tauchwert- und Gebrauchswert, abstrakter Arbeit aber auch vom Wertgesetz, von Verdinglichung und von Fetisch die Rede. Aufbauend auf dem Fehlurteil, der Kapitalismus sei über den Warentausch vergesellschaftet, extrapoliert der Zirkulationsmarxismus diese Bestimmungen zu einem umfassenden Gesellschafts- und Geschichtsbild: das Resultat ist ein Kapitalismus ohne Dynamik, ohne konstituierende Konflikte und ohne emanzipatorische, »verhüllte« Elemente.
Marx hingegen zeigt, dass die Sphäre des einfachen Warentausches gar nicht aus sich begriffen werden kann. Erst der Perspektivwechsel zur Produktion und zum Klassengegensatz enthüllt die konstituierenden Elemente des Kapitalismus: Gleichheit und Freiheit schlagen um in Ungleichheit und Gewalt, der Äquivalententausch in die Aneignung unbezahlter Mehrarbeit, die Statik der Zirkulation in die Dynamik der Produktion. Erst im Zuge dieser Analyse entfaltet Marx die Begriffe Kapital und Proletariat. Die kapitalistische Produktionsweise in »reiner Form« analysiert, erweist sich als Darstellung einer reinen Dynamik. Die in sich ruhende, negative Vergesellschaftung, wie sie sich auf der Zirkulationsebene zeigt, schlägt in die irreversiblen Prozesse der Entwicklung der Produktivkraft und der Reduktion der notwendigen Arbeitzeit um. Will Marx zeigen, dass die Dynamik des Kapitalverhältnisses die materiellen Bedingungen einer klassenlosen Gesellschaft schafft und so eine reale Umwälzungsbewegung ermöglicht, so schafft der Zirkulationsmarxismus die Bedingungen und Möglichkeiten für emanzipatorisches Handeln theoretisch ab: der Klassenkampf wird zum systemimmanenten Binnenverhältnis des Kapitalismus. So entpuppt sich der Zirkulationsmarxismus als eine auf dem Kopf stehende, ins negative gewendete bürgerliche Affirmation der Verhältnisse. Beide entnehmen »Anschauungen, Begriffe und Maßstab für [das] Urteil« (MEW 23; 190f) der Sphäre der Zirkulation, jedoch dominieren nun die Verdinglichung, Verblendung und die Fetischverhältnisse.

Interview
“Dass Anleitungen zum Lesen von Karl Marx Kapital dessen erste Kapitel als die Wesentlichen empfehlen, ärgerte die Autoren des Büchleins und regte sie zu einer Gegenempfehlung an. Auf 64 Seiten erklären sie daher, warum ein Blick in Band II und III lohnt. Doch ihre kleine Schrift ist keine Predigt der Ultraorthodoxie, sondern eine Aufforderung, die Welt zu verändern.” Radio Z, 19 November 2008
Interview mit Gerhard Hanloser: hier

Reaktionen, Rezensionen

Rezension von Fritz Güde auf Stattweb 10 / 2008

Rezension von Robert Schlosser auf trend online 10/8

” »Marx Lesen« und »das Kapital Lesen«—all dies hört sich einfacher an, als es ist. Hanloser/Reitters kleines Büchlein ist deswegen eine überaus treffende, gut zu lesende und erschwinglich zu erwerbende Warnung vor all jenen »Rittern einer schrägen Marxologie«, die heute nicht selten den Ton der Zeit bestimmen. Es macht Lust auf eine Rückkehr zu den alten Quellen und erinnert uns daran, daß auch vom Kapital nichts versteht, wer nur etwas vom Kapital versteht.” Rezension von Christoph Jünke in JW vom 11.2.2009

“(…) Umso überraschender ist die Diagnose, die Hanloser und Reitter einem Teil des heutigen Marxismus stellen. Es habe sich, konstatieren sie, eine »Lesestrategie« des »Kapitals« von Karl Marx etabliert, die ihr Verständnis des Kapitalismus’ nicht etwa den drei Bänden des Werks entnehme, sondern lediglich den ersten drei Kapiteln des ersten Bandes, in denen sich Marx »Ware und Geld« widmet – der Warenzirkulation. Diese Art des »Kapital«-Lesens, die der Begriff »Zirkulationsmarxismus« charakterisieren soll, verfolgen Hanloser und Reitter von Theodor W. Adorno und Max Horkheimer bis zu heute so gefragten »Kapital«-Interpreten wie Moishe Postone und Michael Heinrich.

Der Zirkulationsmarxismus – in den Diskursen der »antideutsche Antifa« ebenso dominant wie in der »Kapital«-Lesebewegung der LINKEN – suggeriere, die Kenntnis der ersten »Kapital«-Kapitel genüge, »um ein allumfassendes Verständnis der kapitalistischen Produktionsweise zu gewinnen«. Damit unterschlage er »systematisch den auf den darauf folgenden Seiten dargelegten Wechsel«, mit dem »alle Verhältnisse sich ins Gegenteil verkehren«. Während nämlich am Beginn der Marxschen Gesellschaftsanalyse der Kapitalismus als »Tausch durch Freie und Gleiche« erscheine, zeige sich, sobald Marx die Produktion analysiert, dass aus »Freien und Gleichen Ungleiche« würden und der Äquivalententausch »in die Aneignung unbezahlter Mehrarbeit« kippe.

Mit dieser Unterschlagung kapitalistischer Ausbeutungsverhältnisse sehen Hanloser und Reitter ein attraktives politisches Angebot verbunden: einen Marxismus, »der ohne den lästigen Verweis auf eine Arbeiterklasse auskommt, einen Marxismus, der nicht dazu nötigt, das uncoole Wort Klassenkampf verwenden zu müssen, ja einen Marxismus, der es ermöglicht, das Proletariat als bloß von Fetischverhältnissen gezeichnet zu denunzieren«.

Einem derart »toten Marx« wollen Hanloser und Reitter ihren »bewegten Marx« gegenüberstellen, der weiß, dass die kapitalistische Produktion nicht nur der Produktion von Reichtum dient, sondern dass sie auch »die Unterwerfung der lebendigen Arbeit« organisiert.
(…) Hanloser und Reitter haben einem sehr bedenklichen Phänomen einen Namen gegeben: einem »Marxismus«, der von Klassenkampf nichts wissen will und sich darum jederzeit anbietet, als Legitimationsideologie des Bestehenden herzuhalten, wenn es gilt, die Freiheit der westlichen (Warenzirkulations-)Welt gegen die »Barbarei der Anderen« (Immanuel Wallerstein) zu verteidigen.” Auzug aus der Rezension “Unwissende Lümmel” von Michael Sommer, ND vom 26. März 2009

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Krise und Antisemitismus https://unrast-verlag.de/produkt/krise-und-antisemitismus/ Mon, 29 Sep 2003 22:00:00 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/?product=krise-und-antisemitismus Continue reading "Krise und Antisemitismus"

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Der Zusammenhang von ökonomischen Krisen und dem Auftreten von Antisemitismus wurde in den klassisch marxistischen Positionen zur Genüge beschrieben. Dabei kam es zu einer sträflichen Vernachlässigung politischer, psychologischer und spezifisch historischer Dispositionen und Konstellationen. Auf der anderen Seite entstand eine bürgerliche Antisemitismustheorie, in der der offensichtliche Zusammenhang von gesellschaftlichen Krisen und Erstarken von Antisemitismus unterschätzt wurde, zugunsten einer toleranzverkündenden Ablehnung von ›Vorurteilen‹.

Das Buch beschreibt auf dem Hintergrund der Marxschen Krisentheorie die großen Kriseneinbrüche und die in ihnen auftretende Wirkungsmächtigkeit des Antisemitismus. Eine besondere Rolle spielt hier die Behandlung und Wahrnehmung des Geldes in der Krise. Geld wird hier nicht nur als ›ökonomische‹ Größe, sondern als die zentrale Bezugsgröße im Kapitalismus angesehen, die die gesellschaftlichen Verhältnisse fetischisiert und zu antisemitischen Ideologien einlädt. Anhand von drei Fallstudien wird dieser Zusammenhang aufgezeigt: die Gründerkrise 1873, in deren Verlauf moderne antisemitische Parteien und Agitatoren zum ersten Mal in Deutschland die Börse mit dem Judentum gleichsetzten, die Weltwirtschaftskrise 1929 und die nationalsozialistische Antwort darauf, sowie die heutige Zeit der krisenhaften ›New Economy‹.

Gleichzeitig setzt sich der Autor mit der Kritischen Theorie und der zentralen Schrift von Moishe Postone über “Nationalsozialismus und Antisemitismus” auseinander, neben Marx als Krisentheoretiker und Geschichtsphilosoph der Revolution wird Friedrich Nietzsche als dunkler Theoretiker der Krise diskutiert. Darin wie sich in der Gründerzeit, im Nationalsozialismus und heute auf Nietzsche bezogen wird, werden die proteusartigen Diskurselemente Nietzsches deutlich, der aus ideologiekritischer Sicht gleichzeitig als Förderer und Bekämpfer antisemitischer Motive erscheint. Wie die Person Nietzsche selbst ist auch das Verhältnis von Antisemitismus und Krise von Inkohärenz und Unabgeschlossenheit geprägt.

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