unadmin – UNRAST VERLAG https://unrast-verlag.de Bücher der Kritik Sat, 04 Oct 2025 09:52:17 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 https://unrast-verlag.de/wp-content/uploads/2022/10/cropped-unrast_logo-1-32x32.png unadmin – UNRAST VERLAG https://unrast-verlag.de 32 32 Kölner Stadt-Anzeiger über ›Neue Töchter Afrikas‹ https://unrast-verlag.de/2023/06/feministischer-infobrief-rav-e-v-ueber-ein-anderer-blick/ Tue, 27 Jun 2023 16:15:17 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/2022/11/feministischer-infobrief-rav-e-v-ueber-ein-anderer-blick/ Continue reading "Kölner Stadt-Anzeiger über ›Neue Töchter Afrikas‹"

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» […] Seitdem die Black Lives Matter Bewegung über die sozialen Medien auch in Deutschland Menschen vernetzt, seitdem schwarze Frauen wie in Neue Töchter Afrikas gemeinsam ihren Stimmen mehr Nachdruck verleihen, wäre Zadie Smith vielleicht auch in Europa schon in die ›Sisterhood‹ erhoben worden. Aber die Geschichten Schwarzer in Europa sind nicht erzählt worden. […] Als Kuratorinnen arbeiteten Julienne De Muirier, donna Kukama, Emilene Wopana Mudimu und Glenda Obermuller an der Entstehung der deutschen Ausgabe mit. Die Übersetzerinnen Aminata Cissé Schleicher und Eleonore Wiedenroth-Coulibaly, zwei schwarze deutsche Frauen, legen präzise deutsche Versionen der sprachlich komplexen Werke vor. Dabei erhalten sie die literarischen Eigenheiten der vielschichtigen Stimmen im Deutschen. Sie machen eine westafrikanische Elegie aus dem 19. Jahrhundert von Nana Asma’u, Wegbereiterin für den Feminismus in Afrika, ebenso verständlich wie die zeitgenössische Erinnerung von Autorin Andaiye an ihre 1992 an Krebs gestorbene Freundin: ›Audre – Da ist Rosmarin, das ist zum Andenken‹. Eine schmerzliche Passage, denn wie die Schriftstellerin und Aktivistin Audre Lorde, die 1992 Teil von Daughters of Africa war, starb nun auch Andaiye kurz vor Veröffentlichung des Buchs an Krebs. Bewunderung für Resilienz. Die Auswahl an Stimmen zeigt das Trauma, das seit Generationen in (Wahl-)Familien weitergegeben und durch die literarische Auseinandersetzung möglicherweise überwunden wird. Das gibt Kraft. Schwarzen Frauen wie allen anderen. […] « – Julia Hahn-Klose, Kölner Stadt-Anzeiger 20. Juni 2023

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ZfG über ›Einmaleins der Kapitalismuskritik‹ https://unrast-verlag.de/2022/11/zfg-ueber-einmaleins-der-kapitalismuskritik/ Mon, 28 Nov 2022 13:25:54 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/2022/11/zfg-ueber-einmaleins-der-kapitalismuskritik/ Continue reading "ZfG über ›Einmaleins der Kapitalismuskritik‹"

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»Peter Bierl, Politologe und Journalist, behandelt das Thema Kapitalismuskritik in fünf Kapiteln: Begriffe, Definitionen und Differenzen, Kapitalismuskritik von rechts, der Dritte Weg, Kapitalismuskritik von links sowie Globalisierungskritik. Er wendet sich dabei gegen die Auffassung, dass Kapitalismus und Marktwirtschaft zwei verschiedene Wirtschaftsformen seien. […] Der Band ist eine kompakte und hervorragende Zusammenfassung der historischen sowie aktuellen Kapitalismuskritik von links und rechts, zudem ist er sehr verständlich geschrieben.« – Gerhard Neumeier, Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, März 2019

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Zeitschrift spw über ›Antimuslimischer Rassismus‹ https://unrast-verlag.de/2022/11/zeitschrift-spw-ueber-antimuslimischer-rassismus/ Mon, 28 Nov 2022 13:25:54 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/2022/11/zeitschrift-spw-ueber-antimuslimischer-rassismus/ Continue reading "Zeitschrift spw über ›Antimuslimischer Rassismus‹"

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»In ihrer Einleitung halten die drei AutorInnen fest, in Europa könne der anti-muslimische Rassismus als politischer Erfolgsgarant gelten. In den Diskursen spiele es keine Rolle, wie religiös die als Muslime markierten tatsächlich seien, oder ob ihr Verhalten oder ihre soziale Praxis mit ihrer (vermeintlichen) Religion zusammenhingen. Zudem seien die Grenzen zwischen Rand und Mitte, zwischen rechts und links im antimuslimischen Rassismus durchlässig. (…) So bieten die drei Artikel des Bändchens insgesamt einen sehr informativen und kompakten Einstieg in die verschiedenen Aspekte der Thematik.« − Thilo Scholle, spw 208-3/2015

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Zeitschrift für Wirtschaftsgeographie über ›VerkehrsMachtOrdnung‹ https://unrast-verlag.de/2022/11/zeitschrift-fuer-wirtschaftsgeographie-ueber-verkehrsmachtordnung/ Mon, 28 Nov 2022 13:25:53 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/2022/11/zeitschrift-fuer-wirtschaftsgeographie-ueber-verkehrsmachtordnung/ Continue reading "Zeitschrift für Wirtschaftsgeographie über ›VerkehrsMachtOrdnung‹"

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»Insgesamt lässt sich resümieren, dass den Autor*innen mit diesem Buch eine größtenteils kohärente Erzählung gelungen ist, bei der verschiedenste Aspekte unseres automobildominierten Mobilitätsparadigmas aus ungewohnten Blickwinkeln betrachtet und zusammengeführt werden – vom modernen Grundprinzip der Individualisierung, über gesellschaftliche Zwänge zur Mobilität, die nicht zuletzt aus kapitalistischen Forderungen einer individual-flexiblen Mobilität und deren politischer Förderung resultieren, bis hin zum Apell für ein neues Paradigma der Nähe unter Rückgriff auf den Kollektivität schaffenden öffentlichen Verkehr. Die Stärke des Buches liegt dabei insbesondere in einer Überwindung der Systemimmanenz bestehender Debatten um eine sozialere Mobilität. So sind diese Debatten bisher vor allem darauf beschränkt, ungleiche Voraussetzungen für eine optimale persönliche Integration in den (nicht als solchen thematisierten) kapitalistischen Akkumulationsprozess zu identifizieren.

Dabei ist es den Autor*innen auch gelungen, eine Brücke zu schlagen, zwischen einer oft rein ökologisch motivierten Debatte um die Folgen der Automobilität und einer expliziten Kapitalismuskritik. (…) Das Buch versteht sich allerdings vor allem als eine erste, stichhaltige und fundierte Verknüpfung der Debatte um eine sozialere Mobilität mit einer expliziten Kritik an unserem kapitalistischen Gesellschaftssystem. Insofern können die angerissenen Operationalisierungs¬vorschläge als Impulse dienen – sie aufzugreifen obliegt dem Engagement der Leserschaft.

Abschließend lässt sich das Buch als wichtiger Beitrag beschreiben, der zum einen der gesellschaftlichen Debatte um eine gerechtere Mobilität, über bis dato nur vage formulierte, betont kapitalismuskritische Argumente, neuen Schwung verleihen kann. Zum anderen demaskiert es die Systemimmanenz bestehender Lösungsansätze der Mobilitäts- und Verkehrsforschung und stellt diesen gleichzeitig einige interessante und vielversprechende Ansatzpunkte für eine explizit gesellschaftskritische Verkehrs- und Mobilitätsforschung entgegen.« – Jakob Hebsaker, Zeitschrift für Wirtschaftsgeographie, 15. August 2016

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Zeitschrift für Sexualforschung über ›Sexarbeit‹ https://unrast-verlag.de/2022/11/zeitschrift-fuer-sexualforschung-ueber-sexarbeit/ Mon, 28 Nov 2022 13:25:52 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/2022/11/zeitschrift-fuer-sexualforschung-ueber-sexarbeit/ Continue reading "Zeitschrift für Sexualforschung über ›Sexarbeit‹"

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»Die Autor:innen im Band sind teils selbst Sexarbeiter:innen, teils Unterstützer:innen. Sie verknüpfen ihre Forderungen ›mit Arbeitskämpfen, Trans- und Queer-Aktivismus, den Kämpfen der Migration oder Care-Revolution‹, wie es der Klappentext beschreibt. Besonders interessant ist der Beitrag der feministisch-gewerkschaftlichen Initiative Sex Workers Solidarity (https://www. facebook.com/sexworkerssolidarity/), die von 2017 bis 2018 aktiv war, um Einfluss zu nehmen auf die Umsetzung des ProstSchG in Sachsen. Diese Umsetzungsregeln sind im 2018 in Kraft getretenen Sächsischen Prostituiertenschutzausführungsgesetz (SächsProstSchGAG) festgeschrieben. Dem Engagement der Gruppe ist es laut Beitrag unter anderem zu verdanken, dass die Gebühren für die Zwangsregistrierung in Sachsen gesenkt wurden. Der Beitrag beschreibt die Arbeitsweise der Initiative und ist ein weiterer Beleg, dass die Hurenbewegung in Deutschland jetzt wieder sichtbarer wird.« – Zeitschrift für Sexualforschung, Heft 33, 4/2020

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Zeitschrift für Vielfalt über ›Unteilbar‹ https://unrast-verlag.de/2022/11/zeitschrift-fuer-vielfalt-ueber-unteilbar/ Mon, 28 Nov 2022 13:25:52 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/2022/11/zeitschrift-fuer-vielfalt-ueber-unteilbar/ Continue reading "Zeitschrift für Vielfalt über ›Unteilbar‹"

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»In der globalisierten, postkolonialen Gesellschaft brauchen wir politische Bündnisse zum Kampf gegen Rassismus. Das erklären Jule Bönkost, die Mitbegründerin des Instituts für diskriminierungsfreie Bildung, und weitere Autorinnen und Autoren in dem Buch ›Unteilbar – Bündnisse gegen Rassismus‹. In verschiedenen wissenschaftlichen Beiträgen zeigen die Autorinnen und Autoren Perspektiven zum Abbau eines rassistischen Herrschafts- und Unterdrückungssystems auf, geben Gründe, warum der Abbau von Rassismus
im Interesse aller ist und welche Herausforderungen es bei der Bündnisarbeit gegen Rassismus gibt. Ein gelungener Sammelband, der nicht nur aufzeigt, wie wichtig die intersektionale Arbeit gegen rassistische Herrschaftsverhältnisse ist, sondern auch konkrete Beispiele liefert, wie das gelingen kann.« – ts, Zeitschrift für Vielfalt (ehemals: pogrom), Heft 311, Februar 2019

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Zeitschrift für Ostmitteleuropa-Forschung über ›Treblinka‹ https://unrast-verlag.de/2022/11/zeitschrift-fuer-ostmitteleuropa-forschung-ueber-treblinka/ Mon, 28 Nov 2022 13:25:51 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/2022/11/zeitschrift-fuer-ostmitteleuropa-forschung-ueber-treblinka/ Continue reading "Zeitschrift für Ostmitteleuropa-Forschung über ›Treblinka‹"

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»Die in der Öffentlichkeit lange Zeit vergessenen und von der historischen Forschung sträflich vernachlässigten Lager der ›Aktion Reinhardt‹, der systematischen Ermordung der Juden im besetzten Polen, sind erst seit den 1980er Jahren stärker beachtet und untersucht worden. Bereits in den 1960er und 1970er Jahren hatten aufwändige Prozesse gegen einen Teil der verantwortlichen Täter in der Bundesrepublik stattgefunden; aktuell erfährt mit Sobibór eines der Lager durch den Münchener Prozess gegen den dortigen ehemaligen Wachmann John Demjanjuk erhöhte Aufmerksamkeit. Nur sehr wenige Menschen überlebten diese Lager, deren einziger Zweck die totale Vernichtung der dorthin deportierten Juden aus Polen und anderen deutsch besetzten Ländern war. Zeitgenössische Dokumente sind kaum überliefert; wie die Täter vor Ort versuchten, sämtliche Spuren ihrer Verbrechen zu beseitigen, so vernichteten sie auch die Akten ihres Massenmords. Von umso größerer Bedeutung sind die wenigen Zeugnisse der Überlebenden, die Einblick in die Mordmaschinerie bieten.« – Zeitschrift für Ostmitteleuropa-Forschung, Heft 3, Jahrgang 59, 2010

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Zeitschrift für Sexualforschung über ›Intersexualität – Intersex‹ https://unrast-verlag.de/2022/11/zeitschrift-fuer-sexualforschung-ueber-intersexualitaet-intersex/ Mon, 28 Nov 2022 13:25:51 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/2022/11/zeitschrift-fuer-sexualforschung-ueber-intersexualitaet-intersex/ Continue reading "Zeitschrift für Sexualforschung über ›Intersexualität – Intersex‹"

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»In seiner Studie mit dem Titel ›Intersexualität – Intersex‹ widmet sich Voß insbesondere der Entwicklung der Diskurse über Intersexualität und der Reaktionen der Betroffenen sowie der insgesamt für Debatten nötigen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Gestützt auf neueste Studien und in starker Abgrenzung zu den normierungsschwangeren Ausführungen früherer Jahrzehnte setzt sich Voß für die Abkehr von dem Zweigeschlechterschema ein. (…) Voß ist Biologe und Kulturwissenschaftler und steht jenen Eliten fern, die in der Erhaltung eines Zweigeschlechterschemas ein zentrales Fundament für das gesellschaftliche System in Deutschland erachten.« – Florian G. Mildenberger, Zeitschrift für Sexualforschung, Ausgabe 04, Volume 26, Dezember 2013

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Zeitschrift für Genozidforschung über ›Hunderte solcher Helden‹ https://unrast-verlag.de/2022/11/zeitschrift-fuer-genozidforschung-ueber-hunderte-solcher-helden/ Mon, 28 Nov 2022 13:25:50 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/2022/11/zeitschrift-fuer-genozidforschung-ueber-hunderte-solcher-helden/ Continue reading "Zeitschrift für Genozidforschung über ›Hunderte solcher Helden‹"

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»Mit Sobibór beschäftigt sich auch Franziska Bruder in ihrem Buch über den dortigen Widerstand. Explizit widmet sie sich nur dem Aufbegehren gegen die Mörder und verfolgt damit eine Perspektive, die bis weit in die 1980er Jahre hauptsächlich in Israel erforscht wurde. Damals stand dahinter oft die Absicht, jüdischen Heldenmut zu zeigen und zu belegen, dass die Opfer nicht nur wie Lämmer zur Schlachtbank gingen. Von derlei politischen Aufladungen ist Bruder weit entfernt – aber es ist dennoch bemerkenswert, wie wenig sich die deutsche Geschichtswissenschaft bis heute der Opferperspektive und insbesondere derjenigen von Aufständischen angenommen hat. Das ist nicht zuletzt deswegen schade, weil die Geschichte der Rebellion gegen die deutschen Mörder am 14. Oktober 1943 die eines bemerkenswerten Erfolgs ist. Trotz dramatisch ungleicher Ausgangsbedingungen konnten die Aufständischen zwölf SS-Männer und zehn Trawnikis töten. Rund 380 Juden flohen aus Sobibór, zugleich starben fast 300 innerhalb der Umzäunung – teils während der Kampfhandlungen, teils danach, weil die SS auch diejenigen aus Rache erschoss, die in anderen Lagerbereichen nicht an der Erhebung teilnehmen konnten. Und selbst wenn am Ende, nach einer gnadenlosen Jagd der Deutschen – oft gemeinsam mit Polen – nur 54 Männer und acht Frauen überlebten, war der Aufstand dennoch ein Erfolg: Ohne ihn hätten die Mörder auch sie noch getötet.

Franziska Bruder schildert das Geschehen, vor allem aber untersucht und dokumentiert sie die Aussagen der Widerstandskämpfer. Schon letzteres wäre für sich genommen lobenswert, aber das Buch leistet mehr. Weil die Zeugen bei verschiedenen Gelegenheiten sprachen – etwa vor Historikern, Gerichten oder Untersuchungskommissionen – können Unterschiede und Betonungen analysiert werden. Das ist zugleich ein Beitrag zur Rechtsgeschichte, denn die zu erwartenden Nuancierungen im Zeitverlauf wurden in deutschen Prozessen durch die Verteidiger der Täter als Widersprüche diffamiert und damit die Glaubwürdigkeit der Überlebenden insgesamt in Frage gestellt – allerdings weitgehend ohne Erfolg. Indem Bruder eine Analyse dieser im Zeitverlauf veränderten Berichte vornimmt, leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Oral History und zum Potential der Aussagen von Überlebenden für die Holocaustforschung. Dass dieses weit über die bloße Rekonstruktion von Fakten oder eine emotionalisierende Illustration des Geschehens herausreicht, wird so einmal mehr unterstrichen.« – Stephan Lehnstaedt, Zeitschrift für Genozidforschung, Jg. 16, 2018

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Zeitschrift für Geschichtsforschung über ›Im Angesicht des Anthropozäns‹ https://unrast-verlag.de/2022/11/zeitschrift-fuer-geschichtsforschung-ueber-im-angesicht-des-anthropozaens/ Mon, 28 Nov 2022 13:25:50 +0000 http://neuershop.unrast-verlag.de/2022/11/zeitschrift-fuer-geschichtsforschung-ueber-im-angesicht-des-anthropozaens/ Continue reading "Zeitschrift für Geschichtsforschung über ›Im Angesicht des Anthropozäns‹"

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»Wir Menschen sind ein integraler Bestandteil der Natur, haben uns aber in den letzten Jahrtausenden zunehmend in die Lage versetzt, sowohl uns unserer selbst als Teil der Natur bewusst zu werden als auch sie so zu verändern, dass es vordergründig der Gattung Mensch zu nutzen scheint, in Wahrheit aber die gesamte Natur an den Rand des Abgrunds treibt. (…) Der seit der Industrialisierung gemessene, in den letzten Jahrzehnten beschleunigte Temperaturanstieg auf der Erde markiert den Übergang in eine neue Epoche, in der nicht Geologie und natürliche Rahmenbedingungen das Leben auf der Erde bestimmen, sondern verstärkt die menschliche Existenz mit ihren mannigfachen Folgen: das Anthropozän. (…) Die Leserinnen und Leser erfahren von den Anstrengungen der internationalen Forschungsverbünde wie des International Geosphere-Biosphere Programme (IGBP), die Folgewirkungen der Eingriffe des Menschen in die natürlichen Prozesse des Erdsystems analytisch und auf Basis umfassender weltweiter Datenmengen zu verstehen und zu bewerten. (…) Auch wenn die den Treibhauseffekt befeuernden Emissionen in die Atmosphäre zurückgehen würden, tritt der Planet in die heißeste Phase der letzten 125 000 Jahre, wenn nicht gar der letzten 200 000 Jahre ein (S. 59). (…) Angus’ Ausweg eines ökosozialistischen Wandels soll an dieser Stelle lediglich erwähnt, nicht aber vorgestellt werden, ebenso wenig wie seine fundamentale Kritik am Kapitalismus. Das wäre die Aufgabe einer politikwissenschaftlichen Besprechung. Was jedoch die Historikerinnen und Historiker tangiert, ist der sich verändernde Rahmen unserer Arbeit in Zeiten der Klimakrise und im Angesicht des Anthropozäns. Als wissenschaftlich Tätige dürfen wir nicht vergessen, dass Natur und – nach Angus – Erdsystem analytische und methodologische Faktoren sind, die ›Geschichte machen‹. Als Bürgerinnen und Bürger sind wir aufgefordert, das Steuer herumzureißen. Dies vor Augen zu führen, ist das Verdienst des Buches.« – Holger Czitrich-Stahl, Zeitschrift für Geschichtswissenschaften, Heft 5, Mai 2021

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