Im ersten Band seiner Trilogie Kapitalismus Reloaded hat Damian Spiekermann die Mechanismen der Matrix freigelegt: ein nahezu unsichtbares Betriebssystem des Kapitalismus aus Ideologie und neuronaler Einschreibung, das unser Denken, Fühlen und Handeln strukturiert.
Der zweite Band Die Evolution der Matrix geht nun einen Schritt zurück: Spiekermann rekonstruiert hier die Entstehung der Matrix als Geschichte von Mythen, Ideologien und Einschreibungen.
In einer archäologischen Suchbewegung legt das Buch die Mythen unserer Gegenwart frei: Erzählungen, Symbole und historischen Formationen, aus denen sich die Matrix sedimentiert hat. Von frühen gesellschaftlichen Ordnungen über religiöse Sinnsysteme bis hin zu modernen Ideologien zeigt sich: Die Matrix ist kein fertiges System, sondern ein gewachsenes Gefüge aus Bedeutungen, das sich tief in das Subjekt eingeschrieben hat.
Im Zentrum dieser Analyse steht das Subjekt X, eine theoretische Figur, die das Subjekt nicht als autonomes Ich, sondern als Schnittstelle begreift. Hier kreuzen sich Geschichte, Macht, Sprache und Affekt. Subjekt X ist der Ort, an dem die Matrix nicht nur wirkt, sondern sich reproduziert.
Kapitalismus Reloaded – Band 2 ist damit mehr als eine Ergänzung: Es ist die Genealogie der Matrix. Eine Tiefenbohrung in die Bedingungen unserer Gegenwart und eine radikale Verschiebung der Frage nach Freiheit, Ursprung und Wirklichkeit.











