Über plurale und fürsorgliche Gemeinschaftsbildung, jenseits von staatlichen Einrichtungen

Caring Institutions

Was wir heute von der psychothérapie institutionnelle lernen können
ISBN: 978-3-89771-673-5
Erscheinungsdatum 15. Oktober 2026
ca. 100 Seiten

ca. 8,90 

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Im Schatten des Faschismus bildete sich ein Verständnis von Institutionen, jenseits staatlicher Einrichtungen, als notwendige Strukturen des Austauschs, der Anerkennung und kollektiver Sorge: Die militante Bewegung der psychothérapie institutionelle entwickelte eine Definition, mit der sich ›Institutionen‹ als emanzipatorische Orte fassen und die sich für selbstorganisierte Strukturen und Kollektive aneignen lässt.

Die institutionelle Psychotherapie (PI) entstand um den katalanischen Psychiater François Tosquelles und zielte als radikale politische Form der Psychiatrie darauf ab, die Struktur der Institution selbst zu »heilen« – von autoritären Strukturen, Segregationen und Ausgrenzungen. Dabei versuchten sie sich an einer Neu-Konzeption von Institutionen als gemeinschaftlich geschaffenen Strukturen des Austauschs, die das Verschiedene versammeln, Affektzirkulation und Verletzlichkeit erlauben und so erst Beziehungen ermöglichen – offene Orte der Begegnung und der gemeinsamen Arbeit, an denen jede*r den eigenen Platz finden kann. Eine Konzeption die sich in Zeiten des neuen Autoritarismus und drohendem Faschismus für kollektiven Strukturen des Zusammenlebens und Arbeitens stark gemacht werden muss.

Der Band erschließt zentrale Konzepte dieser Bewegung und setzt sie in Dialog mit gegenwärtigen künstlerischen Praxen der Gemeinschafsbildung und der Fürsorge.

Leila Haghighat promoviert zum ›double bind‹ institutioneller Kunstvermittlung und sozial engagierter Kunst an der Akademie der Künste in Wien und war Koordinatorin u. a. für kulturelle Bildung am Haus der Kulturen der Welt in Berlin und hat Kultur- und Politikwissenschaften an der Université Paris VIII studiert. Im Fokus ihrer Forschung stehen Praxen einer Ästhetik der Fürsorge und deren (un)möglichen Übertragung auf Kunstinstitutionen. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind sozial engagierte Kunst, (Stadt)Räume, Institutionen und Repräsentation aus einer postkolonialen Perspektive.

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