
»Zentral bei Melber ist der Begriff der ›kolonialen Amnesie‹, womit nicht nur die Unkenntnis oder Verdrängung der Kolonialvergangenheit gemeint ist, sondern ebenso die beabsichtigte Verharmlosung und selektive Umdeutung des deutschen Expansionsstrebens – durchaus trotz besseren Wissens. Diese beiden Pole belegt der Autor in seinem Parcoursritt durch die vergangenen 150 Jahre immer wieder anhand von Beispielen aus Politik, Wissenschaft und (Populär-)Kultur. Deren Ursprünge liegen in der Kolonialzeit selbst, wenn Gebiete in ›Übersee‹ als Auswanderungsziele angepriesen oder Kolonialverbrechen als notwendiges Übel zur ›Zivilisierung‹ verharmlost werden. (…)
Verdienstvoll vor allem, dass Melber sich auch der Agenda der AfD annimmt und diese als ›reaktionären Revisionismus‹ entlarvt. Unter dem Deckmantel einer vermeintlich differenzierten Einschätzung wird jegliche Entschuldigung für Kolonialverbrechen abgelehnt und ein ›Schuldkult‹ linker Hypermoral behauptet.« − Andreas Bohne, nd, 16. März 2026



