
»Kellners Buch verweigert sich einfachen Antworten und liefert keine neue Norm, die an die Stelle der alten tritt. Stattdessen eröffnet es Möglichkeitsräume. Es lädt dazu ein, Beziehung neu zu denken. Und das Jenseits von romantischen Fantasmen, Besitzlogiken und Ausschlüssen.
Die romantische Liebe erscheint dabei nicht als Feindbild, sondern als überschätztes Ideal, das uns wie eine Karotte vorgehalten wird: als Versprechen von Erfüllung, das selten hält, was es verspricht. Freundschaften hingegen werden als produktiver, nachhaltiger und vor allem solidarischer beschrieben. (…) LiebesMacht ist kein lautes Buch. Es ist unscheinbar, theoretisch klar und weit entfernt vom Mainstream. Doch gerade darin liegt seine Stärke. Nora Kellner gelingt es, unsere verhärteten Beziehungskonstrukte (auch mithilfe persönlicher Geschichten) aufzubrechen und Denkweisen zu ermöglichen, die weit über individuelle Liebesfragen hinausgehen.
Dieses Buch ist deshalb revolutionär, weil es nicht predigt (ok, phasenweise natürlich schon), sondern vor allem auch verschiebt. Weil es unsere Art Beziehungen zu führen ganz neu gewichtet. Und weil es zeigt, dass eine andere Organisation von Nähe möglich ist. jenseits der romantischen Monokultur.« − Stefan Feinig, boah.at, 20. Februar 2026



