Infoladen Bremen über ›Feministinnen in der Revolution‹

UNRAST VERLAG Pressestimmen Infoladen Bremen über ›Feministinnen in der Revolution‹

Vom stärkeren Geschlecht
Buchrezension

sho

»Am 17. Juli 1936 nahm der von General Francisco Franco geführte Militärputsch in Marokko seinen Anfang und breitete sich tags darauf auf das spanische Festland aus. Dem Militäraufstand folgten ein Bürgerkrieg und die Teilung Spaniens in eine franquistische und eine republikanische Zone. Der spanische Bürgerkrieg, der im Grunde ein europäischer war, endete am 1. April 1939 mit dem Sieg Francos. Es war ein Ausblick in die nahe Zukunft, vor der Europa stand. Monate später im Herbst 1939 wurde sie real. Franco regierte Spanien bis zu seinem Tod 1975 diktatorisch.

Die Autorin untersucht die anarchistische Frauengruppe Mujeres Libres (Freie Frauen), die vor dem Ausbruch des Bürgerkriegs gegründet wurde, um einen ›doppelten Kampf‹ zu führen: den Kampf für eine geschlechtliche und soziale Revolution und gegen die frauenfeindlichen Haltungen innerhalb der anarchistischen Bewegung. Weitere Themen waren Bildung, Kindererziehung, Prostitution und während des Bürgerkriegs die Unterstützung auf Seiten der Republikaner. Bedeutsam war dabei die Zeitschrift Mujeres Libres: Nach eigener Definition sollte sie Frauen für den Anarchismus gewinnen, für eine intellektuelle Fortbildung der Leserinnen sorgen und mit Informationen über die Aktivitäten der einzelnen Mujeres Libres-Gruppen dienen. Wie viele Frauen sich bei Mujeres Libres organisierten, lässt sich nicht exakt feststellen, wobei die Quellen zwischen 20.000 und 60.000 schwanken und eher ersteres anzunehmen ist.

Vera Bianchi hat vor Ort im Bürgerkriegsarchiv in Salamanca geforscht und ein interessantes und flüssig zu lesendes Buch geschaffen. Im Anhang des Bandes beweist sie mit einem Auszug aus einer Broschüre der Mujeres Libres aus dem Jahr 1937 auch gutes Gespür für zeitgemäße Bedürfnisse. Der Titel: ›Wie du eine Mujeres Libres-Gruppe organisieren kannst.‹«

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